08.11.2021 Digital

Aus der (IT-)Not eine Tugend machen

Finanzielle Bürden, personelle Hürden: Eine aktuelle Branchenbefragung unter 15 Unternehmen zeigt, warum die notwendige IT-Umstellung in der Versicherungs­wirtschaft so schleppend vorangeht – und warum standardisierte Systeme eine mögliche Lösung sein können.

Der moderne Versicherungskunde verlangt zeitgemäße, unkomplizierte Digitallösungen – um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Unternehmen auch ihre internen IT-Systeme aufrüsten. (Foto: peshkova/Shotshop/uniVersa)
Der moderne Versicherungskunde verlangt zeitgemäße, unkomplizierte Digitallösungen – um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Unternehmen auch ihre internen IT-Systeme aufrüsten.
(Foto: peshkova/Shotshop/uniVersa)

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die IT-Systeme in deutschen Versicherungsunternehmen sind stark sanierungsbedürftig. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine gemeinsame Umfrage des Software-Herstellers Adcubum mit der Strategieberatung EY unter 15 deutschen Komposit-Versicherern. Demnach haben sich 87 Prozent der befragten Unternehmen dafür ausgesprochen, mittelfristig in die Modernisierung ihrer Bestandsführungssysteme investieren zu wollen. „Viele Versicherer arbeiten noch mit veralteten Kernsystemlandschaften. Diese Legacay-Systeme sind aber nicht in der Lage, moderne Anforderungen hinsichtlich Innovationspotenzial und Nutzerfreundlichkeit zu erfüllen“, sagt Franz Bergmüller, Chief Commercial Officer (CCO) bei Adcubum.

Fehlendes Know-how als Bremsklotz

 

Als „Legacy-Systeme“ bezeichnet man Altsysteme, die eigentlich ersetzt gehören, es aber aufgrund ihrer Kernfunktionalität noch nicht sind. Grund für den Sanierungsstau dürfte die Scheu vieler Unternehmen vor einer Anschaffung eines komplett neuen Systems sein. Insbesondere in der Komposit-Versicherung mit ihren oft umfangreichen und komplex strukturierten Datenbanken entpuppt sich die IT-Neuimplementierung nicht selten als aufwendige und kostenintensive Herkulesaufgabe – inklusive drohender Ausfälle während der Übergangsphase. All das schreckt viele Firmen vor schnellen Lösungen ab. Laut Adcubum-Umfrage scheitert eine zeitnahe Anpassung der Kernsystemlandschaft aber vor allem am fehlenden Fachpersonal. Zwei von drei Unternehmen nennen fehlende personelle Ressourcen als Hinderungsgrund, um kurz- oder mittelfristig diesbezüglich aktiv zu werden, 64 Prozent geben die Höhe des Investitionsvolumens an.

Standardsoftware als Alternative

 

Da der Umbau der Systeme jedoch alternativlos ist, führt an pragmatischen Lösungen kein Weg vorbei. Adcubum-CCO Bergmüller: „Komplexe Eigenentwicklungen sind extrem teuer und zudem aufgrund des IT-Fachkräftemangels von den Versicherungsunternehmen kaum noch zu stemmen. Bei der Überarbeitung des Kernsystems empfiehlt es sich daher, auf eine zukunftsfeste Standardsoftware eines etablierten Anbieters zurückzugreifen. Das System kann dann je nach Einsatzzweck flexibel konfiguriert und adaptiert werden. So werden ökonomische und personelle Zwänge abgefedert – und zwar ohne Einbußen bei der Leistungsfähigkeit des Kernsystems.“


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