25.03.2021 Digital

Cyber-Attacken kosten Unternehmen 1,6 Milliarden Euro

Eine Studie des Spezialversicherers Hiscox belegt, dass die finanziellen Folgen digitaler Risiken massiv gestiegen sind. Die Unternehmen stocken ihre Budgets für die Abwehr von Cybergefahren auf.

Die Kosten durch Cyberattacken sind 2020 international um 470 Prozent gestiegen – in Deutschland um 700 Prozent. (Foto: S. Hermann & F. Richter/Pixabay)
Die Kosten durch Cyberattacken sind 2020 international um 470 Prozent gestiegen – in Deutschland um 700 Prozent.
(Foto: S. Hermann & F. Richter/Pixabay)

Die gute Nachricht vorweg: Die Unternehmen in Deutschland und in sieben weiteren Industrieländern melden für 2020 einen Rückgang der Cyberangriffe. Wurden 2019 noch 61 Prozent attackiert, waren es vergangenes Jahr 39 Prozent. Die schlechte Nachricht: Die finanziellen Folgen digitaler Risiken sind um fast 470 Prozent geradezu explodiert. Das zeigt der aktuelle Hiscox Cyber Readiness Report. Demnach löste zuletzt eine versuchte oder erfolgreiche Cyberattacke bei den betroffenen Unternehmen durchschnittliche Kosten in Höhe von 51.200 Euro aus. 2019 waren es nur 9.000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro und lagen bei einer geringeren Anzahl von Angriffen um 500 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

Die Cyber-Kriminellen attackieren immer professioneller

 

Besonders signifikant fällt der Anstieg der Kosten pro Fall in Deutschland aus: plus 700 Prozent auf durchschnittlich 72.000 Euro pro. „Die Hacker professionalisieren sich zunehmend – während Cyberattacken früher oft nicht-zielgerichtete Massenphänomene waren, sehen wir in letzter Zeit immer mehr manuell orchestrierte Angriffe“, sagt Tobias Tessartz, Technical Underwriter Cyber bei Hiscox. Dies erkläre den massiven Kostenanstieg. In Deutschland fallen laut Studie nicht nur die Schäden pro Fall höher aus. Die Firmen sind auch besonders häufig Opfer von Angriffen. „Diese Zahlen unterstreichen nachdrücklich, dass gerade hierzulande die Unternehmen größte Vorsicht in Bezug auf digitale Sicherheit walten lassen sollten“, warnt Cyber-Experte Tessartz.

Widerstandsfähigkeit gegen digitale Risiken erhöhen

 

Bei Cyberangriffen dominieren Viren und Würmer. 42 Prozent der befragten Unternehmen insgesamt und 46 Prozent in Deutschland waren bereits Attacken dieser Art ausgesetzt. Rund ein Drittel berichtet von kompromittierten Business-E-Mails, Ransomware-Infektionen oder verloren gegangenes Equipment mit sensiblen Daten. Den befragten Führungskräften, Abteilungseitern, IT-Managern und Cyber-Verantwortlichen wird die Bedrohung zunehmend bewusster. Insgesamt erhöhten die Firmen ihre Ausgaben für Cyber-Sicherheit um 39 Prozent. Die sogenannten „Cyber-Experten“, die auf Basis des Cyber-Readiness-Modells des Versicherers Hiscox besonders qualifiziert sind, gaben sogar noch mehr aus.

Ein wachsendes Bewusstsein für Cyber-Gefahren allein ist aber keine Sicherheitsgarantie. Es ist daher wichtig, Angriffsflächen zu reduzieren, wirksam auf Attacken zu reagieren und schnell wieder handlungsfähig zu sein, rät Gareth Wharton, Cyber CEO bei Hiscox. „Eine gute Strategie zur Abwehr von Angriffen sowie der Aufbau einer Cyber-Resilienz – also einer Widerstandsfähigkeit gegen Cyber-Attacken – sind der Schlüssel dafür.“


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