13.08.2021 Digital

Pandemie beschleunigt Digitalisierung in der Versicherungs­branche

Die Versicherer in Deutschland haben den Corona-bedingten Lockdown genutzt und präsentieren sich ihren Kunden digitalisierter als vor zwei Jahren. Online-Kanäle wurden neu aufgebaut oder weiterentwickelt. Das belegt der „Branchenkompass Insurance“ von Sopra Steria.

Der digitale Kundenkontakt gewinnt für die Versicherer in Deutschland zunehmend an Bedeutung. (Foto: Gerd Altmann/Pixabay)
Der digitale Kundenkontakt gewinnt für die Versicherer in Deutschland zunehmend an Bedeutung.
(Foto: Gerd Altmann/Pixabay)

Die Corona-Krise macht der Assekuranz Beine: Das Gros der Versicherer hat in der Pandemie stark in die digitale Basisarbeit investiert, um Kundendaten aus unterschiedlichen Kanälen und Versicherungssparten zusammenzuführen und die Kommunikation sowie die Produktlandschaft zu verbessern. Das belegt die Studie „Branchenkompass Insurance 2021“ des Management- und Technologieberatungsunternehmen Sopra Steria in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Immer mehr Apps zur Kunden-Interaktion

 

Demnach bietet inzwischen jeder zweite der rund der 530 Versicherer in Deutschland seinen Kunden eine oder mehrere Apps zur Interaktion an. 2019 waren es nur 37 Prozent. Mehr als verdoppelt hat sich im Vergleich zu 2019 die Beratung per Videochat, die ebenfalls jedes zweite Unternehmen im Programm hat. Die Investitionen zeigen bereits Wirkung. So können etwa „Schäden von Flutopfern schneller reguliert werden als mit traditionellen Geschäftsprozessen, die noch viel Schriftverkehr vorsehen“, sagt Kai-Uwe Reiter, Leiter Insurance Consulting bei Sopra Steria. „Das steigert die Kundenzufriedenheit und drückt darüber hinaus die Schaden-Kosten-Quoten.“

Prävention durch Datenanalyse eröffnet neue Erlösmöglichkeiten

 

Die Versicherer lösen sich mit ihren Investitionen in die Digitalisierung zunehmend vom klassischen Geschäftsmodell als Zahler in der Not, mit dem es immer schwieriger wird, genügend Wachstum zu erwirtschaften. So könnte die klassische Präventivberatung, beispielsweise zur Vermeidung von Umweltschäden in der Betriebshaftpflichtversicherung, durch datengetriebene Dienstleistungen wie sensorbasierte Warnungen oder Entscheidungen erweitert werden.

Erste Ansätze mit Telematiktarifen bei Kfz-Versicherungen, bei denen das von Sensoren gemessene Fahrverhalten den Beitrag bestimmt, gibt es schon länger. „Mithilfe des Internets der Dinge (IoT) lässt sich dieser Ansatz datengetriebener Entscheidungen auf nahezu jedes andere Gut übertragen“, verdeutlicht Kai-Uwe Reiter. Beispiel Gebäudeschutz: Das Fintech Luko überwacht über Sensoren Türen, Wasserleitungen und Stromzähler, um letztlich Brände, Überschwemmungen oder auch Einbrüche zu verhindern. 44 Prozent der Befragten rechnen bis 2023 mit einem deutlichen Relevanzgewinn komplett digitaler Produkte. Von einem radikalen Umschwenken auf rein digitale Geschäftsmodelle ist laut der Studie in absehbarer Zeit allerdings nicht in großem Umfang auszugehen.

Sopra Steria Group

Sopra Steria Group SA ist eine europäische Management- und Technologieberatung mit Hauptsitz im französischen Annecy, die im September 2014 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Sopra Group SA und Groupe Steria SCA entstanden ist. Der Sitz der deutschen Landesgesellschaft ist Hamburg. Sopra Steria bietet mit Beratung, Digitalisierung und Softwareentwicklung umfassende End-to-End-Lösungen, die große Unternehmen und Behörden wettbewerbs- und leistungsfähiger machen sollen. Mit 46.000 Mitarbeitern in fast 30 Ländern erzielte der börsennotierte Konzern 2020 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro. 


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