11.01.2021 Recht | Ratgeber

BGH-Urteil: Immobilienkäufer sollten nicht blind vertrauen

Immobiliekäufer sollten sich in Sachen Wohngebäudeversicherung nicht auf den Vorbesitzer verlassen. Wie eine aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zeigt, drohen sie sonst auf Schäden sitzen zu bleiben.

Ist das Haus bei Schlüsselübergabe auch versichert? Käufer sollten dies im Vorfeld gründlich prüfen. (Foto: © MIND AND I - stock.adobe.com)
Ist das Haus bei Schlüsselübergabe auch versichert? Käufer sollten dies im Vorfeld gründlich prüfen.
(Foto: © MIND AND I - stock.adobe.com)

Im entschiedenen Fall informierten die Verkäufer eines Wohnhauses den Käufer nicht darüber, dass die Gebäudeversicherung nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags gekündigt wurde. Nach Übergabe des Hauses wurde das Haus durch ein Unwetter beschädigt, was den Käufer rund 38.000 Euro kostete. Er verklagte den Verkäufer, ihm die Reparaturkosten zu ersetzen, da dieser es versäumt habe, ihn über die erloschene Gebäudeversicherung zu informieren. Damit kam er jedoch vor Gericht nicht durch.

Käufer ist beim Thema Versicherungsschutz in der Pflicht

 

Der Bundesgerichtshof entschied letztinstanzlich zugunsten des Verkäufers (Az. V ZR 61/19). Laut Urteil muss der Verkäufer einer Immobilie den Käufer nicht ungefragt darüber informieren, dass eine Gebäudeversicherung nicht besteht oder nach dem Verkauf erloschen ist. Vielmehr könne er zunächst einmal davon ausgehen, dass sich der Käufer selbst um den erforderlichen Versicherungsschutz kümmert. Erkundigt sich dagegen der Käufer nach der Versicherung, muss der Verkäufer ihn auch über eine eventuelle Kündigung vor der Übergabe informieren. Außerdem muss dem Versicherer angezeigt werden, dass die Immobilie veräußert wurde. Andernfalls könne der Versicherer die Regulierung eines Schadens unter Umständen verweigern.


Weitere Artikel

Listing

05.05.2022 Recht | Ratgeber

D&O-Versicherung muss PR-Kosten von Ex-Wirecard-Chef zahlen

Der ehemalige Vorstands­vorsitzende von Wirecard, Markus Braun, ist Objekt negativer Berichterstattung in den Medien. Auch wenn sein Ruf nicht mehr zu retten sein dürfte – PR-Kosten zur Abwehr von Reputationsschäden im Zuge des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen ihn muss die Managerhaftpflicht übernehmen. Das entschied das OLG Frankfurt.

> weiterlesen
Listing

13.04.2022 Recht | Ratgeber

Rentenfaktor: Klage gegen Zurich

Vor dem Landgericht Köln klagt ein Riester-Sparer gegen den Versicherer Zurich, weil der im Laufe der Zeit den Rentenfaktor gesenkt hat – und damit die zu erwartende Rente. Unterstützung bekommt der Kläger von der Bürgerbewegung Finanzwende.

> weiterlesen
Listing

06.04.2022 Recht | Ratgeber

Schaden durch E-Scooter: Kfz-Haft­pflicht­versicherer muss nicht zahlen

Böses Erwachen vor Gericht: Ein E-Scooter-Fahrer war nicht zu ermitteln, nachdem er einen parkenden Pkw beschädigt hatte. Doch die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers muss nicht zahlen.

> weiterlesen