12.02.2021 Recht | Ratgeber

Frostschäden am Betriebsgebäude: Enormes Risiko für Unternehmen

Analyse des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty offenbart die Folgen von Frostschäden an Wasserleitungen. Die können im Einzelfall bis zu vier Millionen Euro teuer werden. Doch es gibt wirksame Schutzmaßnahmen.

Gefahr durch Frost: Gefriert das Wasser in einer Rohrleitung, kann das schwerwiegende Schäden am betroffenen Gebäude zur Folge haben. (Foto: mwewering/Pixabay)
Gefahr durch Frost: Gefriert das Wasser in einer Rohrleitung, kann das schwerwiegende Schäden am betroffenen Gebäude zur Folge haben.
(Foto: mwewering/Pixabay)

Der Dauerfrost erfasst beinahe das ganze Land. In manchen Regionen sinkt das Thermometer auf Tiefstwerte von minus 15 Grad. Die eisigen Temperaturen sind immer auch eine Gefahr für Wasserleitungen. Eine aktuelle Untersuchung der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) von 5318 Leitungswasserschäden bei Unternehmen verdeutlicht das Risiko: Demnach leisteten die Versicherer in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren insgesamt mehr als 86 Millionen Euro für solche Vorfälle.

Durchschnittlich 20.000 Euro Schaden

 

Laut Allianz-Studie (an der auch andere Versicherer beteiligt waren) belief sich die durchschnittliche Schadenhöhe pro Versicherungsfall auf rund 20.000 Euro. Allein 2020 kam es insgesamt zu 375 Leitungswasserschäden – meist in Folge einer berstenden, undichten oder leckenden Wasserleitung. Die höchsten Einzelschäden lagen bei knapp vier Millionen Euro. Aus der Untersuchung gehen auch die Hauptursachen für Wasserschäden hervor, darunter defekte Leitungen und unbemerkte Leckagen aus unter Druck stehenden Trinkwasser- oder Löschwassersystemen. Betroffen sind sowohl Bauprojekte als auch Bestandsgebäude.

Präventivmaßnahmen mindern das Risiko

 

Der Industrieversicherer der Allianz weist darauf hin, dass sich viele Schäden durch regelmäßige Wartungen und rechtzeitiger Entleerung abgeschalteter Leitungen vermeiden ließen. Allein an Silvester waren laut einer weiteren Untersuchung der AGCS über 36 Prozent aller Sachversicherungsschäden der vergangenen zehn Jahre auf mangelnde Überwachung und Unachtsamkeit zurückzuführen.

„Wir sehen immer wieder Schäden, die an Feiertagen oder Wochenenden entstehen, wenn Mitarbeiter als aktive Gefahrenmelder nicht oder nur begrenzt anwesend sind“, sagt Manfred Schneider, Regional Head of Risk Consulting Engineering and Construction, AGCS Central & Eastern Europe. Auch die aktuellen Produktions- und Betriebsstillstände durch die Coronavirus-Pandemie zählt die AGCS zu solchen besonderen Betriebszuständen.

Neue Überwachsungslösungen verhindern Schlimmeres

 

Die Risikoberater der AGCS empfehlen technische Frühwarnsysteme wie Durchflussüberwachungsgeräte zur Leckerkennung, um die Häufigkeit und Schwere von Wasserschäden zu reduzieren. Neue mobile Detektoren, wie Funk-Wassermelder, erkennen automatisch den Eintritt von Flüssigkeiten in Räumen und Behältern. Sie können zur Überwachung temporärer Arbeitsstätten wie angemieteten Bürogebäuden und Wanderbaustellen eingesetzt werden.

Wichtig: Auch Privathaushalte sind von Frostschäden durch Wasserleitungen stark betroffen. Laut einer GDV-Studie verursachen solche Vorfälle bis zu 150 Millionen Euro Kosten im Jahr.

 


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