30.09.2022 Sparten/Produkte

GDV: Neue Typklassen für fast 13 Millionen Autofahrer

Rund 30 Prozent aller Fahrzeuge bekommen 2023 eine neue Einstufung der Typklasse. Der Faktor beeinflusst neben den vor kurzem veröffentlichten neuen Regionalklassen den künftigen Beitrag zur Kfz-Versicherung. Allein die Höherstufung der Typklasse dürfte für über acht Millionen Fahrer Mehrkosten bedeuten.

Die neuen Typklassen bestimmen mit, ob Autofahrer 2023 in der Kfz-Versicherung voraussichtlich mehr oder weniger bezahlen müssen. (Foto: @ Sinuswelle - stock.adobe.com)
Die neuen Typklassen bestimmen mit, ob Autofahrer 2023 in der Kfz-Versicherung voraussichtlich mehr oder weniger bezahlen müssen.
(Foto: @ Sinuswelle - stock.adobe.com)

Für deutlich mehr Kfz-Eigentümer wird es kommendes Jahr teurer als günstiger: Das geht aus der aktuellen Typklassenstatistik hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht hat. Für rund 8,1 Millionen Autofahrer gelten in der Kfz-Haftpflichtversicherung künftig höhere Einstufungen, während rund 4,8 Millionen von günstigeren Typklassen profitieren. Für 70 Prozent beziehungsweise rund 29,3 Millionen Autofahrer bleibt es bei der Typklasse des Vorjahres. „Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Grundlage ist die jährliche Auswertung der Schadenbilanzen

 

Wie hoch der Beitrag einer Kfz-Versicherung ist, hängt von verschiedenen Merkmalen ab – unter anderem auch davon, welches Automodell gefahren wird. Um Kfz-Versicherern die risikogerechte Kalkulation ihrer Beiträge zu erleichtern, werten die Statistiker des GDV einmal jährlich die Schadenbilanzen aller in Deutschland zugelassenen Automodelle aus. Die Typklassenstatistik des GDV umfasst aktuell rund 32.000 verschiedene Modelle und deren Schadenbilanzen der Jahre 2019 bis 2021. „Die Logik der unverbindlichen GDV-Typklassenstatistik ist einfach: Werden mit einem Automodell im Durchschnitt pro Fahrzeug vergleichsweise wenige Schäden und geringe Schadenkosten verursacht, erhält es eine niedrige Typklasse, bei vielen Schäden und hohen Versicherungsleistungen eine hohe“, sagt Asmussen.

In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10 bis 25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. In der Vollkaskoversicherung unterscheidet der GDV 25 Typklassen (10 bis 34). In die Berechnung der Vollkaskoversicherung fließen die Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie die Teilkaskoschäden (u. a. Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse) vollkaskoversicherter Fahrzeuge ein. In der Teilkaskoversicherung gibt es 24 Typklassen (10 bis 33). Für diese Statistik werden die Teilkaskoschäden kaskoversicherter Fahrzeuge betrachtet.

Viele SUVs und Oberklassemodelle mit hohen Typklassen

 

In der Kaskoversicherung spielt entsprechend unter anderem der Wert des versicherten Autos eine Rolle, so der GDV. Daher haben viele hochmotorisierte Oberklassemodelle und SUVs wie etwa der „Mercedes S 350 CDI“ (Typ 221, seit 2013) und der „Hyundai Santa Fe 2.2 CRDI ALLRAD“ (Typ TM, seit 2018) hohe Typklassen, ältere Modelle und Kleinwagen wie der „Citroën C3 Picasso 1.4“ (Typ SH, 2008-2012) oder der „Seat Mii Electric“ (Typ AA, 2019-2021) eher niedrige Klassen.

Die neue Typklasseneinstufung des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden (Fahrzeugsuche: hier). Die Typklasse allein lässt laut GDV jedoch keinen Rückschluss auf die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu.

 


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