30.11.2021 Sparten/Produkte

Alte Leipziger setzt Überschussbeteiligung herab

Als erste Lebensversicherung hat die Alte Leipziger ihre Gewinndeklaration für 2022 gegenüber dem laufenden Jahr gesenkt – das allerdings zunächst nur für einzelne Produktgruppen verkündet. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Zinsen.

Verzinsung. Zum Jahresende kalkulieren die Lebensversicherer, wie stark sie ihre Kunden an den Überschüssen beteiligen. (Foto:  Peggy und Marco Lachmann-Anke/Pixabay)
Verzinsung. Zum Jahresende kalkulieren die Lebensversicherer, wie stark sie ihre Kunden an den Überschüssen beteiligen.
(Foto: Peggy und Marco Lachmann-Anke/Pixabay)

Die Alte Leipziger Lebensversicherung hat in diesem Jahr als erste Gesellschaft bekannt gegeben, dass sie die laufende Verzinsung und die Gesamtverzinsung für 2022 senken wird. Mit der „moderaten Anpassung” reagiert der Gegenseitigkeitsversicherer nach eigenen Angaben auf das anhaltende Niedrigzinsumfeld in de Eurozone, das der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geschuldet sei.  

Die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. wird die Überschussbeteiligung ihrer Kunden für das Jahr 2022 absenken. Die laufende Verzinsung, also die Summe aus garantierter Verzinsung und laufender Überschussbeteiligung, wird dann 2,10 Prozent betragen. Sie geht damit um 0,25 Prozentpunkte zurück (2021: 2,35 Prozent). Verkündet hat das Unternehmen den Schritt zunächst für die relativ neuen Rentenversicherungen „AL_RENTE Flex” und „AL_RENTE KlassikPur”. Die Gesamtverzinsung, die neben der laufenden Verzinsung auch Schlussüberschuss- und Sockelbeteiligungen umfasst, liegt 2022 bei 2,40 Prozent (2021: 2,65 Prozent).

Aus der Deckung gewagt 

 

Die Anpassungen der Überschüsse hätten „selbstverständlich keine Auswirkungen auf den vereinbarten, möglicherweise höheren Garantiezins der Bestandskunden”, heißt es seitens der Alten Leipziger. Sie ist allerdings der erste Lebensversicherer, der in der diesjährigen Überschuss-Runde eine Senkung bekannt gibt – und mit 2,10 Prozent hier zunächst auch Schlusslicht. Allerdings lagen bereits 2021 zahlreiche Versicherer, darunter auch große Marktplayer wie R+V oder Debeka, deutlich unter dem Wert. 

Die anderen fünf Unternehmen, die bisher deklariert haben, hatten ihre Gewinnbeteiligung stabil gehalten. Ideal (3,0 Prozent), Axa (2,6 Prozent), Die Bayerische (2,5 Prozent), LV1871 (2,4 Prozent) und Nürnberger (2,25 Prozent). Mit Spannung wird in der Branche in der Regel das Statement von Marktführer Allianz erwartet. 


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