13.02.2020 Sparten/Produkte

Analyse: Verzinsung von Lebensversicherungen sinkt auf 2,74 Prozent

Lebens- und Rentenversicherungen bringen laut der jährlichen Assekurata-Untersuchung immer weniger Zinsen. Altverträge können sich aber weiterhin lohnen.

 (Foto: Gerd Altmann/Pixabay)
(Foto: Gerd Altmann/Pixabay)

Die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur hat heute zum 18. Mal in Folge ihre jährliche Untersuchung zu Überschussbeteiligungen und Garantien deutscher Lebensversicherer vorgestellt. Insgesamt 47 Unternehmen nahmen in diesem Jahr teil, die nach Prämieneinnahmen einen Marktanteil von 79 % (Vorjahr: 78 %) widerspiegeln. Die Studie offenbart, wie Altersvorsorgeverträge aus den Bereichen Klassik, Neue Klassik und Indexpolicen aktuell verzinst werden und welche Renditen die Kunden erwarten können.

„Als Folge des verschärften Zinsniveaus 2019 stehen die Deklarationen klassischer Verträge wie erwartet erneut unter Druck“, sagte Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating Agentur, auf der heutigen Pressekonferenz. „Über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen sinkt die laufende Verzinsung 2020 im Marktdurchschnitt um 0,09 Prozentpunkte auf 2,74 Prozent.“ Während bei den jüngeren Tarifgenerationen ein höherer Rückgang zu verzeichnen sei, bliebe die Verzinsung bei den älteren weitgehend stabil. Grund hierfür seien die vertraglichen Garantien, auf die die Kunden mit Vertragsabschluss einen Anspruch haben, so dass die Überschussbeteiligung nicht darunter sinken kann.

Von den 30 Unternehmen mit einer klassischen privaten Rentenversicherung mit Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent haben 21 die laufende Verzinsung abgesenkt. Neun Gesellschaften hielten an der Deklaration fest, darunter die IdealLebensversicherung, die mit 3,3 Prozent weiterhin marktweit die mit Abstand höchste laufende Verzinsung gewährt. Mit 24 Unternehmen vertreibt gerade einmal die Hälfte der Studienteilnehmer überhaupt noch eine klassische private Rentenversicherung mit lebenslangem Garantiezins von 0,9 Prozent im Neugeschäft. „Die traditionelle Klassik rückt im Regal der Lebensversicherer offenbar immer weiter nach hinten“, kommentiert Lars Heermann, Bereichsleiter für Analysen und Bewertungen bei der Kölner Rating-Agentur. Deutlich optimistischer schätzt die Branche die Wachstumschancen für neue oder moderne klassische Produkte (Neue Klassik) ein. Zugleich bieten in diesem Jahr mit 28 Unternehmen (Marktanteil 61 Prozent) erstmals mehr Lebensversicherer einen neuen klassischen Tarif im Neugeschäft an als das traditionelle Pendant.

Insgesamt zeichneten die Teilnehmer gegenüber früheren Studien ein optimistischeres Stimmungsbild. Dies korrespondiere mit den aktuellen Wachstumsdaten der Branche. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat 2019 besonders das Geschäft gegen Einmalbeitrag um mehr als ein Drittel zugenommen.

 


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