07.09.2021 Sparten/Produkte

Aon-Studie: Generatio­nen­­konflikt in der bAV

In der betrieblichen Altersvorsorge droht ein Konflikt zwischen Mitarbeitern mit Altverträgen und jungem Personal mit neuen Abschlüssen. Die Lastenverteilung ist ungleich. Eine Umfrage des Maklerunternehmens Aon belegt den Handlungsbedarf.

Neue Zusagen aus Betriebsrenten gehen nach den Erkenntnissen der Aon-Studie in der Regel zulasten jüngerer Mitarbeiter. (Foto: MQ-Illustrations/Adobe Stock)
Neue Zusagen aus Betriebsrenten gehen nach den Erkenntnissen der Aon-Studie in der Regel zulasten jüngerer Mitarbeiter.
(Foto: MQ-Illustrations/Adobe Stock)

Der Generationenvertrag bei der Rente wird zum Konfliktherd: Das zumindest ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Thema „Generationengerechtigkeit und Altersversorgung“ im Auftragh der Aon Risk Solutions Deutschland . Demnach nehmen sowohl Arbeitnehmer über alle Altersstufen hinweg als auch Arbeitgeber Ungerechtigkeiten sowohl bei der gesetzlichen als auch bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wahr. Die befragten Arbeitnehmer und Arbeitgeber sehen die Altersversorgung in einer demografischen Schieflage. Die Gründe sind in ihren Augen politische Entscheidungen, rechtliche Rahmenbedingungen, die Gestaltung der Vorsorgesysteme und die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt.

Versorgungsregelungen auf Kosten der Jüngeren

 

Konkret sind 72 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren der Ansicht, dass Veränderungen an den betrieblichen Versorgungswerken vor allem zulasten der jungen Generation gehen. Die Älteren (60 bis 65 Jahre) unter den Befragten sehen es mit knapp 70 Prozent genauso. Deutlich mehr als die Hälfte der Arbeitgeber (62 Prozent) gesteht ein, dass sie Änderungen vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern vornimmt, um – meist rechliche –  Hürden im System zu umgehen.

Aus Aon-Sicht muss aufgrund dieser einseitigen Lastenverteilung in der baV dringend etwas getan werden. „Unsere Studie offenbart den Handlungsbedarf deutlich, in der Politik ebenso wie in den Unternehmen“, sagt Fred Marchlewski, CEO von Aon. „Sie legt Führungskräften in Betrieben nahe, konkret und zeitnah etwas gegen den Generationenkonflikt in der bAV zu unternehmen. Die betriebliche Altersversorgung genießt bei Arbeitnehmern (noch) großes Vertrauen. Zudem bietet sie Arbeitgebern viel kreativen Spielraum, gerade auch für die jüngere Generation. Unser Appell deshalb: Aktiv werden – besser heute als morgen.“

Studie: Generationengerechtigkeit und Altersversorgung

Aon ist ein führendes globales Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen. Im Frühjahr 2021 startete Aon Deutschland eine repräsentative Umfrage zum Thema „Generationengerechtigkeit und Altersversorgung“. Befragt wurden rund 1000 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Ergänzend dazu fand eine Befragung von 119 Verantwortlichen in Unternehmen zum Thema statt. Aon beleuchtet in der Studie die Frage, wie der Generationenkonflikt in den unterschiedlichen Altersgruppen wahrgenommen wird und in welchem Umfang die Unternehmen bereits gegensteuern.


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