06.09.2022 Sparten/Produkte

Berufsunfähigkeit: Covid-19 bislang noch kein großes Thema

Noch sind die Zahlen überschaubar. Sowohl bei der Debeka als auch bei der Alte Leipziger gibt es nur wenige Fälle von Berufsunfähigkeit wegen Covid-19 – ein Grund für eine Entwarnung ist das aber nicht. Gleichzeitig bleiben psychische Leiden mit großem Abstand Ursache Nummer eins für den Leistungsfall.

Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Fatigue-Syndrom – die typischen chronischen Symptome im Zusammenhang mit Long-Covid wirken sich aktuell (noch) nicht auf die Leistungsstatistiken der BU-Versicherer aus. (Foto: energepic.com/Pexels)
Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Fatigue-Syndrom – die typischen chronischen Symptome im Zusammenhang mit Long-Covid wirken sich aktuell (noch) nicht auf die Leistungsstatistiken der BU-Versicherer aus.
(Foto: energepic.com/Pexels)

Es war zu erwarten: Nach mehr als zwei Pandemie-Jahren tauchen die ersten Covid19-Fälle in den Statistiken der Berufsunfähigkeitsversicherer auf. Allerdings bewegen sich die Zahlen – noch – auf einem niedrigen Niveau. Das geht zumindest aus einer internen Auswertung der Debeka hervor. Demnach war von den insgesamt 950 neu eingetretenen Leistungsfällen im Jahr 2021 lediglich in sechs Fällen eine Covid-19-Erkrankung und deren Folgen Grund für eine Berufsunfähigkeit war. Das entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent.

Psyche bleibt Hauptkrankmacher

 

Nach wie vor sind psychische Erkrankungen mit großem Abstand die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit. Bei der Debeka machten sie zuletzt 44,9 Prozent der neuen Fälle aus. Als zweiten Grund führt der Versicherer mit 15,4 Prozent Geschwülste (zum Beispiel Krebserkrankungen) an. Mit 11,9 Prozent war der Bewegungsapparat – Rücken, Gelenke etc. – der drittgrößte Anlass, nicht mehr arbeiten zu können.

Der Anteil psychischer Erkrankungen als Hauptursache für Berufsunfähigkeit schwankt bei den Koblenzern nach eigenen Angaben seit Jahren zwischen 40 und 45 Prozent. Zuletzt stieg er mit 44,9 Prozent (2021) wieder leicht an (2019: 44,1 Prozent). Störungen bzw. chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates als Ursache für Berufsunfähigkeit sanken  im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte von 14,1 Prozent auf 11,9 Prozen. Neubildungen – also bösartige und gutartige Tumore – als Grund haben laut Debeka-Krankenstatistik ebenfalls leicht abgenommen, um 1,5 Prozentpunkte auf 15,4 Prozent.

Wenig Covid-19-Fälle auch bei der Alte Leipziger  

 

Die Alte Leipziger hatte bereits im Februar ihre ersten offiziellen Zahlen zu Covid-19 im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeitsfällen vermeldet. Von insgesamt rund 3500 neuen BU-Fällen seit Beginn der Pandemie waren demnach insgesamt 20 Personen Covid-19 bedingt. In acht Fällen war Corona eine Teilursache für die Berufsunfähigkeit, in zwölf Fällen war sie alleine auf Corona zurückzuführen. Acht Personen waren laut des Versicherers mit einem schweren Verlauf auf der Intensivstation, die anderen Betroffenen hatten einen mittelschweren Verlauf, ohne intensivmedizinische Behandlung. Wie zu erwarten, ist auch bei der Alte Leipziger laut Statistik die Zahl der psychischen Erkrankungen (rund 30 Prozent) der häufigste Grund, warum Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. In den vergangenen Jahren war dieser Anteil laut Unternehmensangaben konstant.

Allerdings sind die jüngsten Covid-Zahlen von Debeka und Alte Leipziger lediglich eine Momentaufnahme, die einen ersten leichten Trend offenbaren. „Welche Effekte die Corona-Pandemie auf die Berufsunfähigkeit hat, wird sich erst langfristig zeigen“, sagt der für die Lebensversicherung zuständige Alte Leipziger-Vorstand Dr. Jürgen Bierbaum. „Wir rechnen durchaus mit Effekten, sei es durch Long Covid, aufgeschobene Krebs-Behandlungen oder Veränderungen der Arbeitswelt. Wir können aber noch nicht sagen, wie schwerwiegend diese sind und welche Auswirkungen sie auf die BU-Schadenquote haben.“


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