23.08.2022 Sparten/Produkte

DIA: Inflation bremst Vorsorgesparer aus

Eine Befragung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt erste Anzeichen, dass die hohe Inflation Auswirkungen auf das Vorsorgeverhalten hat. Der Trend, auf das Sparen zu verzichten oder sogar verzichten zu müssen, dürfte noch zunehmen.

Noch ist unklar, wie stark die Auswirkungen der Inflation im weiteren Jahresverlauf auf die Vorsorge und die finanziellen Rücklagen sein werden. (Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )
Noch ist unklar, wie stark die Auswirkungen der Inflation im weiteren Jahresverlauf auf die Vorsorge und die finanziellen Rücklagen sein werden.
(Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )

Die derzeit hohe Inflation schmälert die Kaufkraft der Haushalte und engt damit die finanziellen Spielräume deutlich ein. Die starken Preissteigerungen für Nahrungsmittel, Energie und andere Konsumartikel zeigen zwar erste Auswirkungen auf das Vorsorgeverhalten der Bürger, führen aber noch nicht in der Breite zu Einschränkungen: Das geht laut Deutschem Institut für Altersvorsorge (DIA) aus der aktuellen Umfrage „ Deutschland-Trend“ hervor, bei der Anfang August 2099 Personen aus Deutschland ab 18 Jahren repräsentativ befragt wurden.

Bisher kürzt nur eine Minderheit bei der Vorsorge

 

Danach gibt erst ein knappes Viertel der Befragten an, dass die aktuellen Preiserhöhungen zur Einstellung von Einzahlungen in vorhandene Sparverträge geführt haben. Mit 51 Prozent verneint dagegen eine Mehrheit die Frage, ob Sparverträge stillgelegt worden sind. Frauen haben dabei bereits etwas häufiger ihre Sparbemühungen eingeschränkt als Männer. Allerdings: Gerade Haushalte mit niedrigerem Nettoeinkommen stellen ihre Einzahlungen vergleichsweise häufig ein. Dabei wäre in diesem Einkommenssegment die Vorsorge beispielsweise für das Alter besonders wichtig, da zur Erhaltung des Lebensstandards die gesetzliche Rente immer weniger ausreichen wird. So stimmen der Aussage „Aufgrund der aktuellen Preissteigerungen habe ich Einzahlungen in vorhandene Sparverträge eingestellt“ bei Haushalten mit einem Einkommen von unter 1000 Euro 25 Prozent bzw. von unter 2000 Euro 29 Prozent der Befragten zu, bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen von über 4000 Euro stimmen dagegen nur rund 19 Prozent zu.

Vorsorgesparen steht bei vielen auf dem Prüfstand

 

Im Laufe des Jahres könnte laut DIA die Anzahl der aktiv bedienten Vorsorge- und Versicherungsverträge allerdings abnehmen. So prüfen 35 Prozent der Befragten, ob bestehende Verträge verzichtbar sind. Dahinter stehe die Absicht, bei weiter hohen Preisen finanziellen Spielraum zu gewinnen. Mit 44 Prozent sieht sich aber immerhin noch eine relative Mehrheit nicht zu solch einer Prüfung veranlasst. Im Osten Deutschland ist der Anteil jener, die bestehende Verträge bereits auf den Prüfstand stellen, mit 42 Prozent bereits deutlich höher als im Westen des Landes (33 Prozent). Elf Prozent wissen nicht, wie sie sich zu dieser Frage positionieren sollen und zehn Prozent möchten dazu keine Angabe machen.

Immerhin 39 Prozent der Befragten gehen so weit zu sagen, dass sie befürchten, spätestens im Herbst bzw. Winter 2022 bestehende Rücklagen wie zum Beispiel Sparverträge auflösen zu müssen. 35 Prozent sagen, dass sie derzeit nicht davon ausgehen. Auch hier ist der Wert in der Gruppe der Haushalte mit niedrigem Monatseinkommen naturgemäß höher. Knapp die Hälfte der Befragten im Segment bis 2000 Euro erwartet eine Auflösung solcher Verträge zur eigenen finanziellen Entlastung.


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