26.08.2020 Sparten/Produkte

Digitale Rentenübersicht soll kommen

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf. Ab 2023 soll es eine digitale Plattform mit einer säulenübergreifenden Renteninformation für alle geben. Der GDV begrüßt das Vorhaben.

Statt der bisherigen gesetzlichen Renteninformation in Papierform sollen die Bürger ein digitales Angebot erhalten, auf dem alle ihre Rentenansprüche zusammengefasst werden. (Foto: © nmann77 - stock.adobe.com)
Statt der bisherigen gesetzlichen Renteninformation in Papierform sollen die Bürger ein digitales Angebot erhalten, auf dem alle ihre Rentenansprüche zusammengefasst werden.
(Foto: © nmann77 - stock.adobe.com)

Die Bundesbürger sollen künftig im Internet eine offizielle Übersicht über ihre persönliche Absicherung im Alter erhalten. Laut dpa soll das geplante Portal Informationen zur gesetzlichen, privaten und betrieblichen Rente umfassen. Entsprechende Pläne für die Entwicklung einer solchen digitalen Rentenübersicht hat das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht. „Wir wollen den Kenntnisstand der Bürgerinnen und Bürger über ihre eigene Altersvorsorge verbessern. Denn nur wer Bescheid weiß, kann gut vorsorgen”, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Zentrale Stelle für die Digitale Rentenversicherung wird geschaffen

 

Bisher gibt es verschiedene Träger für die jeweiligen Altersleistungen, die in eigener Form über Zwischenstände informieren. Zunächst soll die Zusammenführung in einem Modellprojekt getestet werden. Allgemein verfügbar soll das neue Portal dann ab 2023 sein. Bei der Deutschen Rentenversicherung werde dafür eine „Zentrale Stelle für die Digitale Rentenversicherung” geschaffen. Die Träger der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alterssicherung und Experten für Verbraucherschutz werden nach Angaben des Arbeitsministeriums eingebunden, um das Projekt zusammen mit dem Bundesfinanzministerium weiter voranzutreiben.

Die Bundesministerien für Soziales und Finanzen hatten bereits vergangenes Jahr angekündigt, dass die Bürger auf der geplanten Plattform auch ihre schon erreichten und bis zum Rentenbeginn noch erreichbaren Leistungen anschauen können – wenn möglich mit Modellrechnungen. Union und SPD hatten eine „säulenübergreifende Renteninformation” im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Deutsche Rentenversicherung unterstützte das Vorhaben der Regierung.

Positive Reaktion des GDV

 

Die erste Reaktion zu dem geplanten Vorhaben fällt positiv aus. „Wir begrüßen den Beschluss. Die Versicherungswirtschaft hat sich seit Jahren für die Renteninfo bzw. digitale Rentenübersicht eingesetzt und darauf hingewiesen, dass es dafür breiten politischen Rückhalt, gesetzliche Grundlagen und Klarheit über die Finanzierung braucht", erklärt Jörg Asmussen, Geschäftsführer beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Diese Grundlagen schafft das Gesetz jetzt endlich. Es liegt ein herauforderndes IT-Projekt vor der neuen Zentralen Stelle für Digitale Rentenübersicht bei der DRV Bund. Sie muss die Vielzahl an Einrichtungen zusammenbringen, die Altersvorsorge durchführen", so Asmussen.


Weitere Artikel

Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

LV: Bayerische und Swiss Life deklarieren Überschüsse

Die beiden Lebens­versicherer Die Bayerische und Swiss Life haben ihre Überschuss­beteiligungen fürs kommende Jahr bekannt gegeben. Beide setzen auf Kontinuität.

> weiterlesen
Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

Zinsbelastung der Lebensversicherer: Assekurata sieht starke Streuung

Die extremen Zinsbedingungen belasten die Lebensversicherer unterschiedlich stark. Bei der Ertragskraft gibt es im Verhältnis zu den Rechnungszinsanforderungen gewaltige Unterschiede. Positiv ist, dass ein Großteil der Zinszusatzreserve von der Branche bereits gestemmt wurde.

> weiterlesen
Listing

02.12.2021 Sparten/Produkte

Aktuare: Garantiezins muss 2023 niedrig bleiben

Die Deutsche Aktuarvereinigung empfiehlt schon jetzt, den Höchstrechnungszins auch im übernächsten Jahr auf dem niedrigen 2022er-Niveau von 0,25 Prozent zu belassen. Zudem müsse die neue Regierung endlich die Garantieanforderungen für staatlich geförderte Vorsorgeprodukte neu definieren.

> weiterlesen