23.01.2024 Sparten/Produkte

Gender-Gap bei der Altersvorsorge

In Deutschland macht sich zunehmend die Angst vor Altersarmut breit. Vor allem Frauen haben deutlichen Aufholbedarf bei der privaten Vorsorge, ergab eine Studie des Kölner Forschungs- und Beratungsinstituts Sirius Campus. Die Schere zwischen den Geschlechtern hat sich nach der Pandemie weiter geöffnet.

Besonders Frauen sollten sich an das Thema Altersvorsorge ransetzen: Nicht einmal vier von zehn haben nach eigener Ansicht bisher ausreichend gespart. Insgesamt gibt es aber bei beiden Geschlechtern noch große Defizite. (Foto: © Geber68 – adobe.stock.com)
Besonders Frauen sollten sich an das Thema Altersvorsorge ransetzen: Nicht einmal vier von zehn haben nach eigener Ansicht bisher ausreichend gespart. Insgesamt gibt es aber bei beiden Geschlechtern noch große Defizite.
(Foto: © Geber68 – adobe.stock.com)

Reicht das Geld im Ruhestand? Die Sorgen der Menschen in Deutschland um diese Frage haben zugenommen. Zwei Drittel machen sich Gedanken über ihren Lebensstandard im Alter, ergab eine Befragung des Forschungs- und Beratungsinstituts Sirius Campus und des Beratungsunternehmens Aeiforia. Damit lag der Anteil der Besorgten um neun Prozentpunkte höher als noch vor drei Jahren. 

Fast sechs von zehn haben Angst vor Altersarmut

 

Bei mehr als jedem zweiten Befragten (58 Prozent) geht damit sogar die Angst einher, einmal von Altersarmut betroffen zu sein. Hier gab es einen Zuwachs von fünf Prozentpunkten im Vergleich zu 2020. Für die repräsentative Umfrage wurden 1601 Entscheider und Mitentscheider in Versicherungsangelegenheiten zwischen 18 und 60 Jahren interviewt. 

Doch wie gut haben die Menschen aus eigener Sicht schon vorgesorgt? Auch das wollten die Experten wissen. Immerhin: Nach dem coronabedingten Rückgang hat sich die persönliche Vorsorge-Situation im Durchschnitt leicht erholt, so das Umfrageergebnis. Wie bereits 2017 gaben 43 Prozent an, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. 2020 waren es nur 40 Prozent.

Trübe Aussichten für jeden fünften Mann und jede dritte Frau

 

„Besorgniserregend“ ist jedoch die große Differenz zwischen Männern und Frauen, mahnt Sirius Campus-Geschäftsführer Dr. Oliver Gaedeke. So fühlen sich 21 Prozent der Männer weder ausreichend versorgt noch informiert. Bei den Frauen ist diese Gruppe mit 32 Prozent aber deutlich größer. Auch der Blick auf den Geschlechterunterschied beim Anteil mit ausreichender Altersvorsorge – 46 Prozent Männer gegenüber 39 Prozent Frauen – zeigt: Die Schere hat sich insbesondere nach Corona weiter geöffnet.

Beim Wissen über das Thema Altersvorsorge gibt es große Lücken. „Nur 18 Prozent der Befragten geben an, ausreichend über die Möglichkeiten der eigenen Vorsorge fürs Alter informiert zu sein, aber noch nicht ausreichend vorgesorgt zu haben“, verweist Aeiforia-Geschäftsführer Martin Gattung auf ein erhebliches Informations- und Vorsorgedefizit. „Neue Beratungsansätze und die neue digitale Rentenübersicht können dazu beitragen, dass sich Menschen emanzipieren und in der Lage sind, aktiv Entscheidungen für eine lebenswerte Zukunft zu treffen“, hofft der Experte.

Digitale Rentenübersicht bietet Beratungsanlässe 

 

Die digitalen Rentenübersicht der Deutschen Rentenversicherung befindet sich aktuell in der Pilotphase. Sie soll künftig übersichtlich über die gebündelten Ansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge informieren wird. Die Idee scheint bei Bürgerinnen und Bürgern gut anzukommen, stellen die Forscher fest. So ist die Nutzungsbereitschaft, vor allem unter den 51- bis 60-Jährigen, aktuell hoch: Rund zwei Drittel halten das Online-Portal für eine „gute Sache“, ergab die Studie.

Was Vermittler und Vermittlerinnen optimistisch stimmen dürfte: Rund jeder Zweite würde die digitale Rentenübersicht im Sinne einer umfassenden Beratung auch Beratern zur Verfügung stellen – die nach wie vor gefragt sind. Personen mit konkretem Beratungsinteresse sehen im Versicherungsvertreter den ersten Ansprechpartner, während sich in dieser Gruppe nur zwei Prozent vorstellen könnten, sich von einer künstlichen Intelligenz informieren zu lassen. 


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