23.03.2022 Sparten/Produkte

Nettowelt: Einfacher Einstieg ins Nettogeschäft

Nach Senkung des Rechnungszinses gibt es Riester-Verträge fast nur noch als Nettotarife. Eine innovative Plattform hilft dem Vertrieb auf die Sprünge. FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi sagt, was sie kann.

Fehlende Reformen und ein historisch niedriger Höchstrechnungszins belasten die staatlich geförderte Riester-Rente. Für die Produktgeber ist sie als Bruttotarif auf Provisionsbasis kaum noch darstellbar. Der Vermittlung läuft jetzt vor allem über Nettotarife. (Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)
Fehlende Reformen und ein historisch niedriger Höchstrechnungszins belasten die staatlich geförderte Riester-Rente. Für die Produktgeber ist sie als Bruttotarif auf Provisionsbasis kaum noch darstellbar. Der Vermittlung läuft jetzt vor allem über Nettotarife.
(Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Die Herausforderung.

Es sah schon nach einem Ende für die Riester-Rente aus: Im April vergangenen Jahres hatte der Bundestag die Senkung des Höchstrechnungszinses von 0,9 auf 0,25 Prozent beschlossen. Damit dürfen Versicherungsanbieter Neukunden maximal 0,25 Prozent Zinsen pro Jahr garantieren – und das nur auf den Sparanteil, der nach Abzug von Provision und Kosten übrig bleibt. Die gesetzlich geforderte volle Beitragsgarantie können Versicherer bei einem so niedrigen Zins kaum noch gewähren. Weil Riester damit nahezu nicht mehr als Bruttotarif darstellbar ist, stiegen viele Versicherer aus. Die wenigen, die am Riester-Markt noch aktiv sind, bieten jetzt Nettotarife an. Für Makler bedeutet das den Einstieg in die Honorarvermittlung.

Die Lösung.

Um den Start in die neue Vergütungswelt einfach zu gestalten, stellt der Dienstleister Nettowelt seit Kurzem eine Plattform für die Vermittlung von Nettoriester-Tarifen zur Verfügung. „Da der Vertrieb auf eine angemessene Vergütung angewiesen ist, bedarf es einer klaren Regelung, wie Vermittler noch Geld verdienen können. Diese bieten wir hier an“, sagt Nettowelt-Geschäftsführerin Karoline Viktoria Mielken. Durch die Kooperation mit Partnergesellschaften ist www.nettoriester.de für den Vertrieb kostenlos. Die Tarife kommen aktuell von den drei Versicherungsgesellschaften Alte Leipziger, Volkswohl Bund und die Bayerische. Ein weiterer Partner sei im Gespräch, verrät Mielken und ist überzeugt: „Die staatliche Förderung darf nicht verschenkt werden.“

Der Service.

Nettowelt managt die Abwicklung des Riester-Vertrags. Die Plattform berechnet das Angebot, Fachleute prüfen final den Vertrag, reichen ihn beim Versicherer ein und stellen die Vergütung beim Kunden in Rechnung. Der Vermittler bekommt das Geld von Nettowelt überwiesen. „Im Prinzip kann der Makler genau wie in der Bruttowelt weiterarbeiten“, erklärt Mielken. Ein Konzept in der Form gebe es derzeit nicht am Markt. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit des Factorings. So kann der Riester-Sparer das Entgelt zwar in monatlichen Raten zahlen – trotzdem erhält der Vermittler das Honorar auf Wunsch und gegen einen Abschlag in einer Summe vorfinanziert.

Die Preisfindung.

Geeignet ist das Angebot besonders für Makler, die den Einstieg in die Honorarvermittlung testen wollen. Schließlich berechnet Nettowelt auch Nettotarife für weitere Vorsorgeprodukte wie private Rentenversicherungen (3. Schicht). Gemein haben sie alle, dass die Nutzer der Plattform ihre Vergütung je nach Aufwand und Kunde selbst festlegen können. Erklärvideos und Web-Seminare geben hierfür wichtige Orientierungshilfen.


Weitere Artikel

Listing

30.04.2024 Sparten/Produkte

Lebensversicherungen: Höherer Garantiezins wieder möglich

Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen seit 2022 hat Folgen für Altersvorsorge und Risikoabsicherung. Der Höchstrechnungszins steigt 2025 spürbar. Lebensversicherer können ihren Kundinnen und Kunden höhere Garantien bieten.

> weiterlesen
Listing

24.04.2024 Sparten/Produkte

Altersvorsorge: Sparer verschenken Geld

Die jährliche Umfrage der privaten Bausparkassen zeigt, dass Sparen bei den Bürgerinnen und Bürgern hoch im Kurs steht. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das keine gute Idee.

> weiterlesen
Listing

24.04.2024 Sparten/Produkte

BaFin-Studie: Pensionskassen und Pensionsfonds haben Kosten im Griff

Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland hat kein strukturelles Kostenproblem. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn.

> weiterlesen