03.06.2021 Sparten/Produkte

Neue Studie, bekanntes Ergeb­nis: Bedeutung der BU wird unter­schätzt

Eine Studie im Auftrag der Swiss Life offenbart: Über die Hälfte der Erwerbstätigen hält eine Arbeitskraftabsicherung nicht für erforderlich. Dabei gebe es Alternativen zur teuren Berufsunfähigkeitspolice. Doch die Grundfähigkeitsversicherung ist kaum bekannt und ihr Nutzen durchaus umstritten.

Wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aufgrund von Krankheit, Verletzung oder (mehr als altersentsprechendem) Kräfteverfall nicht mehr ausgeübt werden kann, zahlt die Berufsunfähigkeits-Police die vereinbarte monatliche Rente. (Foto: Sebastian Czapnik/Dreamstime.com)
Wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aufgrund von Krankheit, Verletzung oder (mehr als altersentsprechendem) Kräfteverfall nicht mehr ausgeübt werden kann, zahlt die Berufsunfähigkeits-Police die vereinbarte monatliche Rente.
(Foto: Sebastian Czapnik/Dreamstime.com)

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen (52 Prozent) betrachtet die Absicherung der eigenen Arbeitskraft und von Grundfähigkeiten als nicht sinnvoll bzw. notwendig. Das ist ein Ergebnis der von Swiss Life in Auftrag gegebenen Studie „Beruf und Risiko“ des Marktforschungsunternehmens Kantar. Zahlen dieser Art sind nicht neu, doch helfen sie immer wieder, den Blick für das existenzielle Thema Arbeitskraftabsicherung zu schärfen.

Die größte Barriere stelle dabei die Finanzierung dar: Knapp 40 Prozent derer, die eine solche Absicherung als nicht notwendig bzw. sinnvoll ansehen, wollen sich diese nicht leisten bzw. haben nicht die Möglichkeit dazu. „Dabei stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Absicherungslösungen dar, um im Bedarfsfall ein finanziell selbstbestimmtes Leben zu führen“, sagt Stefan Holzer, Leiter Versicherungsproduktion und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland. Immerhin zeigen Statistiken, dass jeder Vierte im Laufe seines Lebens berufsunfähig wird.

Grundfähigkeitsversicherung als Alternative?

 

Während die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) den allermeisten Befragten durchaus bekannt ist, kennt weniger als ein Viertel (23 Prozent) der Erwerbstätigen die Grundfähigkeitsversicherung – und ganze 70 Prozent wissen überhaupt nichts mit dem Begriff anzufangen. Immerhin hat gut ein Drittel der befragten Erwerbstätigen (33 Prozent) eine BU abgeschlossen, aber nicht einmal jeder Zehnte (sieben Prozent) verfügt über eine Absicherung für den Fall des Verlustes einer Grundfähigkeit. Für die Swiss Life ein Beleg, dass es hier mehr Aufklärungsarbeit der Versicherungsbranche bedarf.

„Gerade die Grundfähigkeitsversicherung bietet eine echte und umfassende Alternative zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit kann man den Verlust grundlegender Fähigkeiten – wie beispielsweise Gehen, Schreiben, Hören und Sprechen – finanziell absichern“, so Holzer. Eine Aussage, die unter Experten durchaus umstritten ist. Das Analysehaus Morgen & Morgen hatte zuletzt den Wert der Produktgattung als Alternative bezweifelt und stattdessen die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ins Spiel gebracht. Bei der Absicherung von Grundfähigkeiten könne ein Ereignis eintreten, das nicht als leistungsauslösend definiert ist, es aber trotzdem unmöglich mache, weiterzuarbeiten bzw. ein Einkommen zu erzielen.

Falsche Vorstellungen über BU-Ursachen 

 

Auf die Frage, welche Ursachen zu einer Berufsunfähigkeit führen können, nannten die Studienteilnehmer mit 25 Prozent der Nennungen Unfälle als Ursache Nummer eins, erst dann folgten psychische Probleme (20 Prozent) und Einschränkungen im Bewegungsapparat (18 Prozent). „Leider schätzen die Menschen das Berufsrisiko oft falsch ein. Psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen sind mit 37 Prozent die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit, und das nachweislich schon seit mehreren Jahren“, so Holzer. Das würden auch Daten des Versicherungsbestands von Swiss Life bestätigen. „Als zweithäufigste BU-Ursache gelten Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 24 Prozent. Erst dann folgen Unfälle mit knapp 13 Prozent“, sagt Holzer.

Schutz frühzeitig abschließen

 

Weitere Erkenntnisse: Der Großteil der Befragten (56 Prozent) erachtet den Start ins Berufsleben als idealen Zeitpunkt, um privat für den Verlust der eigenen Arbeitskraft vorzusorgen. Rund 20 Prozent der Befragten halten den Abschluss dieser Versicherung schon während der Schulzeit, Ausbildung oder während des Studiums für sinnvoll. „Idealerweise kümmert man sich bereits als Schüler, Azubi oder Student um diese Absicherung, um sich frühzeitig günstige Konditionen zu sichern. Ein umfassender BU-Schutz hilft, auch in schwierigen Zeiten finanziell selbstbestimmt leben zu können“, betont Holzer.

 


Weitere Artikel

Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

LV: Bayerische und Swiss Life deklarieren Überschüsse

Die beiden Lebens­versicherer Die Bayerische und Swiss Life haben ihre Überschuss­beteiligungen fürs kommende Jahr bekannt gegeben. Beide setzen auf Kontinuität.

> weiterlesen
Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

Zinsbelastung der Lebensversicherer: Assekurata sieht starke Streuung

Die extremen Zinsbedingungen belasten die Lebensversicherer unterschiedlich stark. Bei der Ertragskraft gibt es im Verhältnis zu den Rechnungszinsanforderungen gewaltige Unterschiede. Positiv ist, dass ein Großteil der Zinszusatzreserve von der Branche bereits gestemmt wurde.

> weiterlesen
Listing

02.12.2021 Sparten/Produkte

Aktuare: Garantiezins muss 2023 niedrig bleiben

Die Deutsche Aktuarvereinigung empfiehlt schon jetzt, den Höchstrechnungszins auch im übernächsten Jahr auf dem niedrigen 2022er-Niveau von 0,25 Prozent zu belassen. Zudem müsse die neue Regierung endlich die Garantieanforderungen für staatlich geförderte Vorsorgeprodukte neu definieren.

> weiterlesen