10.11.2021 Sparten/Produkte

Policen Direkt: Finanz­stärke der Lebens­versicherer konstant

Policen Direkt, führender Anbieter im Zweitmarkt für Lebensversicherungen, hat erneut die Finanzstärke der Branche beleuchtet. Ergebnis: Die Garantien seien trotz gewisser Corona-Bremsspuren sicher.

Die Lebensversicherer haben sich auch in der Pandemie überwiegend ordentlich geschlagen. (Foto: © thodonal - stock.adobe.com)
Die Lebensversicherer haben sich auch in der Pandemie überwiegend ordentlich geschlagen.
(Foto: © thodonal - stock.adobe.com)

Die Garantieanforderungen der 80 deutschen Lebensversicherer sind 2020 um rund drei Prozent gestiegen. Zudem ist die relevante Finanzstärke als Quote aus den Kapitalerträgen im Verhältnis zu den Aufwendungen für den Rechnungszins im Marktschnitt mit 110,40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (114,41 Prozent) um 3,5 Prozenpunkte gesunken. Das geht aus einer Analyse der aktuell veröffentlichten Zahlen zur Mindestzuführungsverordnung (MindZV) durch den Zweitmarkt­spezialisten Policen Direkt hervor.

Aufgrund der gestiegenen Garantielast und der für die Verträge der Rechnungszinsgeneration 1,75 Prozent notwendigen Zinszusatzreserve konnten die Erträge aus dem Vorjahr nicht wiederholt werden. Die Gewinne aus der Verwaltung sind zwar um fast fünf Prozent gestiegen, können den Rückgang bei den Risikogewinnen jedoch nicht kompensieren. Auch die Zinsgewinne erreichten nicht ganz den Vorjahreswert. „Beim Blick auf die einzelnen Unternehmen zeigt sich, dass es bei der Hälfte der Unternehmen nur darum geht, die garantierten Anforderungen zu erfüllen“, erklärt Henning Kühl, Chefaktuar der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH. Insgesamt bleibe für die Branche die Situation trotz COVID-19-Krise unverändert.

Dauerhafte Quersubventionierung sichert Garantien



Bei 33 von 80 Lebensversicherern reichen die 2020 erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Diese müssen dann dafür Erträge aus Risiko und Verwaltung in die Rechnung einbeziehen. Im Jahr 2019 galt das nur für 24 Versicherer. Vor diesem Hintergrund hat 2020 die Bedeutung der Gewinne aus der Verwaltung wieder zugenommen. Kostengünstige Versicherer können nicht nur im Neugeschäft attraktivere Konditionen anbieten, sondern auch ihren Verpflichtungen leichter nachkommen. 

Von den 24 Gesellschaften, die 2019 unter 100 Prozent lagen, haben 15 ihre Finanzstärke 2020 erhöhen können. Sechs davon hätten nun einen Quotienten von über 100 Prozent, erklärt Kühl. Insgesamt haben 34 Versicherer ihre Finanzstärke steigern können, während die Kennzahl bei 46 Unternehmen geringer geworden ist. Bei insgesamt 44 Gesellschaften (2019: 40) liegt diese Kennzahl bei maximal 105 Prozent. Diese Gesellschaften können die garantierten Leistungen zwar noch sicher finanzieren, mussten die Zuweisungen an die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) jedoch senken. Das wird nicht ohne Auswirkungen auf die Überschussbeteiligungen bleiben.

Corona ohne gravierende Folgen



Angesichts der Corona-Pandemie sei es positiv, dass sich die Ergebnisse nur wenig zum Vorjahr verändert haben, so Kühl. „Bei den meisten Lebensversicherern reichen jedoch die Erträge gerade, um die Garantien stabil zu bedienen. Die Zukunft liegt nun dort jedoch überwiegend nicht mehr bei den Garantieprodukten.“

Die Gesamt-Ertragsstärke als eine weitere zentrale Kennzahl aus der Analyse zeigt im Vergleich mit der Finanzstärke an, in welchem Maß eine Quersubventionierung stattfindet. Garantieanforderungen werden so aufgrund der niedrigen Kapitalmarkt-Zinsen durch Risikogewinne gesichert. Auch Biometrie-Versicherer erwirtschaften tendenziell ebenfalls geringere Kapitalerträge und dafür höhere Risikogewinne. Die Gesamt-Ertragsstärke berücksichtigt sämtliche Erträge in der Rechnung und liegt branchenweit bei 135,02 Prozent (2018: 140,07 Prozent). 2020 haben es aber im Gegensatz zum Vorjahr alle Versicherer geschafft, mit den Verwaltungs- und Risikogewinnen die Anforderungen zu erfüllen.


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