07.04.2022 Sparten/Produkte

Sterbegeld und Risikoleben: Welche Anbieter können überzeugen?

Wer wird häufig vermittelt, wer erhält die besten Noten? Bei der jährlichen Doppelbefragung der Maklergenossenschaft VEMA sticht ein Anbieter besonders hervor.

Die Sterbegeld-Police bedeutet für Hinterbliebene wenigstens eine finanzielle Entlastung. (Foto: © fotogeng - stock.adobe.com)
Die Sterbegeld-Police bedeutet für Hinterbliebene wenigstens eine finanzielle Entlastung.
(Foto: © fotogeng - stock.adobe.com)

Die finanzielle Absicherung der Familie im eigenen Todesfall ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit. Zwei Versicherungen verschaffen hier Abhilfe. Die Risikolebensversicherung und die Sterbegeldversicherung. Beide zahlen im Todesfall – allerdings gibt es wesentliche Unterschiede. Bei der Risikoleben erhalten die Hinterbliebenen pauschal eine vorab festgelegte Geldsumme, während die Sterbegeldversicherung ausschließlich die Bestattungskosten des Versicherungsnehmers abdeckt.

Zwei Policen für den traurigen Ernstfall

 

Welche der beiden Varianten im Einzelfall die sinnvollere ist, hängt nicht zuletzt von der individuellen Lebenssituation ab. Für „familienernährende“ Alleinverdiener wird die Risikolebensversicherung immer erste Wahl sein. Sie eignet sich insbesondere zur Absicherung größerer Kreditsummen, etwa im Rahmen einer langjährigen Immobilienfinanzierung. Bei der Sterbegeldversicherung geht es hingegen darum, den Hinterbliebenen im Todesfall finanziell nicht zur Last zu fallen – schließlich können die Kosten für eine aufwendige Bestattungszeremonie sowie die Grabgebühren auch für Normalverdienende zur Belastungsprobe werden.

Zwar handelt es sich bei beiden Versicherungen weitgehend um standardisierte Produkte. Dennoch gibt es vor Unterschiede im Detail. Bei den Risikoleben-Angeboten etwa in puncto Vorerkrankungen, Nachversicherungsgarantien oder Verlängerungsoptionen. Bei Sterbegeldversicherungen hingegen sollten vor allem die Wartezeiten verglichen werden.

Umfrage nach Nennungen und Qualität

 

Doch wie steht es um die Qualität und Service? Leisten die Versicherer im Ernstfall fix und unkompliziert? Pochen sie strikt auf Anzeigefristen oder zeigen sie sich kulant? Schließlich ist gerade im Todesfall entsprechendes Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gegenüber den Betroffenen gefragt – auch, es sich technisch um Massengeschäft handelt. Darüber können diejenigen am besten Auskunft, die täglich mit den Anbietern zu tun haben – darunter etwa die Partnerbetriebe der Versicherungsmaklergenossenschaft VEMA.

Auch in diesem Jahr hat der Maklerverbund Entlastung wieder eine große Befragung im Bereich der Todesfallabsicherung durchgeführt. Dabei wurden die Partnerbetriebe gebeten, die drei meistgenutzten Anbieter in den jeweiligen Sparten zu nennen. Mit dieser Begrenzung möchte die Genossenschaft nach eigener Aussage sicherstellen, dass negative Einzelerlebnisse mit Versicherern nicht dominieren.

Zu bewerten galt es die Produktqualität, die Qualität der Antragsbearbeitung sowie die Policierung. Außerdem wurde nach den Erfahrungen im Leistungsfall und der Erreichbarkeit wurde. Die Bewertung erfolgte jeweils nach Schulnoten (1= sehr gut, 6 = schlecht), aus der ein Mittelwert gebildet wurde.

Dela in beiden Sparten spitze

 

In der Produktgrupp der Risikolebensversicherungen gab es insgesamt 1150 Unternehmensnennungen. Den höchsten Mittelwert erzielte die Dela (1,58) – ein Anbieter, der sich auf die Todesfallabsicherung spezialisiert hat und damit in den Niederlanden Marktführer ist. Dela ist gleichzeitig auch der am häufigsten vermittelte Anbieter (197 Nennungen). Dahinter rangieren Allianz und Basler (jeweils 1,75), Dialog (1,78) und Allianz (1,80).

Bei den Sterbegeldversicherern liegt die Ergo (Mittelwert: 1,52) vorn. Dela (1,62) ist auch in dieser Gruppe ganz vorn mit dabei. Es folgen Ideal (1,65), LV 1871 (1,75) und Münchner Verein (1,77). Beim genauen Blick auf die Top 5 fällt jedoch die Diskrepanz bei der Anzahl der Nennungen auf. Während Ideal, LV 1871 und DELA jeweils auf mehr 100 Nennungen kommen, wurden Ergo nur 19 und Münchner Verein gerade acht Mal von den Befragten genannt. Angesichts von insgesamt 591 Nennungen dürfte sich die statistische Aussagekraft der beiden Ergebnisse also relativieren.

Risikolebensversicherung: Die Bewertungen der zehn meistgenannten Versicherer - nach Nennungen. Quelle: Vema
Sterbegeldversicherung: Die Bewertungen der zehn meistgenannten Versicherer - nach Nennungen. Quelle: Vema

Weitere Artikel

Listing

28.05.2024 Sparten/Produkte

Allianz-Studie: Frauen wird Renten-Lücke zunehmend bewusst

Die Allianz Leben hat Frauen zum sogenannten Gender Pension Gap befragt. Die Studie zeigt: Das Problembewusstsein wächst zwar, aber beim Gegensteuern hapert es noch.

> weiterlesen
Listing

30.04.2024 Sparten/Produkte

Lebensversicherungen: Höherer Garantiezins wieder möglich

Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen seit 2022 hat Folgen für Altersvorsorge und Risikoabsicherung. Der Höchstrechnungszins steigt 2025 spürbar. Lebensversicherer können ihren Kundinnen und Kunden höhere Garantien bieten.

> weiterlesen
Listing

24.04.2024 Sparten/Produkte

Altersvorsorge: Sparer verschenken Geld

Die jährliche Umfrage der privaten Bausparkassen zeigt, dass Sparen bei den Bürgerinnen und Bürgern hoch im Kurs steht. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das keine gute Idee.

> weiterlesen