22.11.2022 Sparten/Produkte

Überschussbeteiligung: Ideal prescht vor

Als erster Lebensversicherer hat die Berliner Ideal die laufende Verzinsung für 2023 deklariert. Mit 3,0 Prozent dürfte der Anbieter wie in den Vorjahren im oberen Teil des Spektrums liegen. Die steigenden Marktzinsen sollten sich aber erst langfristig auswirken.

Beim Berliner Lebensversicherer Ideal kommen Kunden je nach Vertrag auf bis zu 3,7 Prozent Gesamtverzinsung. (Foto: @ Nuthawut - stock.adobe.com)
Beim Berliner Lebensversicherer Ideal kommen Kunden je nach Vertrag auf bis zu 3,7 Prozent Gesamtverzinsung.
(Foto: @ Nuthawut - stock.adobe.com)

Die Ideal Lebensversicherung a.G. hat als ersten Anbieter im deutschen Markt vergangene Woche ihre Überschussbeteiligung für 2023 bekannt gegeben. Die Berliner bieten ihren Kunden auch für das kommende Jahr eine laufende Verzinsung von 3,0 Prozent. Inklusive der jährlichen Schluss-Überschussanteile bzw. der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven ergibt sich je nach Vertragskonstellation laut Versicherer eine Gesamtverzinsung von bis zu 3,7 Prozent.

Im kommenden Jahr entfalle außerdem der temporäre Zinsabschlag von 0,5 Prozentpunkten, der bisher für Verträge gegen Einmalbeitrag bzw. mit kombinierter Beitragszahlung galt. Diese Regelung betrifft sowohl Neuverträge als auch alle Verträge im Bestand. So könnten die Kunden der Ideal nach Unternehmensangaben schon frühzeitig vom derzeit steigenden Zinsumfeld profitieren. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass der überdurchschnittlich hohe Anteil an liquiden Mitteln bereits erste Anlageerfolge bei Neuemissionen mit attraktivem Renditeniveau möglich machte.

Vorreiter mit einer der höchsten Deklarationen

 

Die Ideal ist bei der Deklaration in der Lebensversicherung traditionell früh dran. Die Überschussbeteiligung ist nunmehr das dritte Mal in Folge stabil. In den vergangenen Jahren gehörte das Unternehmen stets zu den Anbietern mit der höchsten Überschussbeteiligung am Markt. Begründet hatte der Anbieter dies mit einer sehr hohen Immobilienquote. So waren Ende 2020 16,7 Prozent des Kapitalanlagebestands in Immobilien investiert – branchenweit ist das spitze. Für den Markt wird interessant sein, wie große Player wie die Allianz (2022: 2,30 Prozent). R+V (1,55 Prozent) sowie Generali (1,40 Prozent) sich positionieren. Bis sich der allgemeine Zinsanstieg auf breiter Front bemerkbar macht, dürfte es noch etwas dauern – doch der Abwärtstrend sollte gestoppt sein. Laut des Zweitmarktanbieters Policen Direkt hatten die Versicherer für 2022 durchschnittlich 1,99 Prozent gemeldet, minimal weniger als für 2021.


Weitere Artikel

Listing

28.11.2022 Sparten/Produkte

Überschussbeteiligung: Der Reigen geht weiter

Nach Ideal und Axa haben nun auch Alte Leipziger und Nürnberger eine unveränderte die Verzinsung im kommenden Jahr für Lebens- und Rentenversicherungsprodukte bekanntgegeben. Ebenfalls stabil – und besonders hoch – fällt die der Abwicklungsplattform Athora aus.

> weiterlesen
Listing

25.11.2022 Sparten/Produkte

IVFP zeichnet die besten Rürup-Tarife aus

Das IVFP hat zum zwölften Mal Basisrenten-Tarife untersucht. 86,5 Prozent der Produkte erhalten dabei eine exzellente oder sehr gute Bewertung. Die meisten Top-Produkte liefert Marktführer Allianz. Die Nichtberücksichtigung weiterer Angebote in den Ergebnissen begründet das Ratinghaus mit angeblichem Anbieter-Bashing.

> weiterlesen
Listing

14.11.2022 Sparten/Produkte

Banken hängen Versicherer bei Leben-Policen ab

Vor allem beim Leben-Neugeschäft mit Einmalbeiträgen fielen Makler und Mehrfach­agenten 2021 deutlich hinter Banken zurück, die erstmals auf über 50 Prozent kommen. Bei laufenden Beiträgen sind die Anteile der Vertriebswege laut WTW-Studie deutlich stabiler. Die Aussichten sind wegen der Inflation derweil getrübt.

> weiterlesen