04.01.2022 Sparten/Produkte

Welche Auswirkungen Corona auf­ die BU-Versicherung hat

Psychische Erkrankungen bleiben Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit. Das hat eine Auswertung des Versicherers Debeka ergeben. Ein Zuwachs, der direkt aus der Corona-Pandemie resultiert, ist dabei aber nicht festzustellen.

Redebedarf: Psychische Leiden machen den Großteil bei der Inanspruchnahme von BU-Versicherungen aus. (Foto: YakobchukOlena/Fotolia)
Redebedarf: Psychische Leiden machen den Großteil bei der Inanspruchnahme von BU-Versicherungen aus.
(Foto: YakobchukOlena/Fotolia)

Kontaktbeschränkungen, Lockdown, Homeschooling, unsichere Job-Aussichten: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie setzen der gesamten Gesellschaft zu. Besonders belastend muss das für Menschen mit psychischer Erkrankung sein. Doch in aktuellen Zahlen des nach eigenen Angaben viertgrößten Lebensversicherer in Deutschland, Debeka, sind zumindest in der BU-Versicherung noch keine Corona-Auswirkungen feststellbar.

2020 weniger neue Leistungsfälle als im Vorjahr

 

Der Versicherer hat dafür seinen Bestand von etwa 481.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten für das Jahr 2020 ausgewertet. Auffällig: Nach 1000 neuen Fällen 2019, in denen der Versicherer gezahlt hatte, meldet die Debeka 2020 nur ca. 950 neu eingetretene Leistungsfälle. Trotz Corona geht der Anteil psychischer Leiden bei den neuen Fällen der Debeka sogar zurück, sie bleiben aber mit Abstand wichtigste Ursache. So waren 2020 bei 40,6 Prozent psychische Störungen Grund für die Berufsunfähigkeit. Im Jahr 2019 betrug dieser Anteil noch 44,1 Prozent. Als zweiten Grund führt die Debeka mit 16,9 Prozent Geschwülste (zum Beispiel Krebserkrankungen) an. Mit 14,1 Prozent war der Bewegungsapparat – Rücken, Gelenke etc. – der drittgrößte Anlass, seinem Job nicht mehr nachkommen zu können. Damit gab es bei der Zweit- und Dritt-Ursache jeweils einen leichten Zuwachs zum Vorjahr.

Mehr Behandlungen der Psyche, aber keine Auswirkungen auf die BU

 

Die Anzahl psychischer Erkrankungen als Hauptursache für Berufsunfähigkeit schwankt seit Jahren zwischen 40 und 45 Prozent und war in den Jahren 2019 und 2020 wieder rückläufig. Eine Auswertung der Daten in der Debeka Krankenversicherung ergab für denselben Zeitraum eher einen minimalen Anstieg von psychischen Behandlungen im ambulanten Bereich sowie wahlärztlichen Bereich im Krankenhaus. Für das Jahr 2019 waren es mit ca. 878.400 Behandlungen 3,27 Prozent mehr und für das Jahr 2020 noch einmal 1,7 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Ob sich diese Entwicklung in der Berufsunfähigkeit niederschlagen wird, bleibe abzuwarten. Auswirkungen der Corona-Pandemie sind laut der Debeka damit bisher noch nicht erkennbar oder bestätigt.

Insgesamt zahlte die Debeka im Jahr 2020 63,3 Millionen Euro Rente (Vorjahr: 61,7 Millionen Euro) an knapp 7500 Menschen, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Das entspricht einem Anstieg von knapp 2,5 Prozent. Von den Betroffenen waren ca. 6670 Vollinvalide (Vorjahr: ca. 6450) und 819 Teilinvalide (Vorjahr: 788).

Quelle: Debeka
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