17.06.2022 Sparten/Produkte

Wer die Marktstandards in der Risikolebensversicherung erfüllt

Das Beratungsunternehmen Infinma hat 284 Tarife für Risikolebensversicherungen verglichen. Dabei wurde geprüft, ob sie derzeitige Mindeststandards am Markt bei zahlreichen Bedingungen erreichen oder übertreffen. Voll umfänglich gelingt das nur 28 Prozent der Produkte.

Risikolebensversicherungen bilden mit einem Anteil von rund zwölf Prozent des Gesamtbestands den kleinsten Zweig der Leben-Sparte. (Foto: © Warakorn - stock.adobe.com)
Risikolebensversicherungen bilden mit einem Anteil von rund zwölf Prozent des Gesamtbestands den kleinsten Zweig der Leben-Sparte.
(Foto: © Warakorn - stock.adobe.com)

Das Kölner Beratungsunternehmen Infinma hat zum zweiten Mal Marktstandards für die Risikolebensversicherung definiert und das Produktangebot auf dieser Grundlage untersucht.

Anbieter definieren Mindeststandards selbst

 

Bei der Analyse werden 19 Kriterien zugrunde gelegt, die sich ausschließlich auf die Bedingungswerke beziehen, nicht aber auf technische Gestaltungsmöglichkeiten. Aus den Kriterien wird laut Infinma so kein Rating und keine Bewertung in Form von Punkten erstellt. Man stehe auf dem Standpunkt, dass sich die einzelnen Bedingungsbestandteile nicht gegeneinander aufrechnen lassen. Die Analyse basiert vielmehr auf der Erhebung aller zu einem Qualitätskriterium am Markt tatsächlich vorhandenen Ausprägungen. Diejenige Ausprägung, die von den Anbietern in ihren Produkten am häufigsten verwendet wird, definiert dabei laut Infinma den jeweiligen Marktstandard im Sinne eines Branchendurchschnittswertes.

Die Qualitätskriterien werden weder gewichtet noch aggregiert. Allerdings gilt: Wenn ein Tarif eine Hürde reißt, kann er das nicht mehr an anderer Stelle wieder ausgleichen. Zu den untersuchten Kriterien gehören etwa die vorzeitige Auszahlung der Todesfallleistung bei schwerer Krankheit, Beitragsdynamik, Nachversicherungsmöglichkeiten, Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten oder eine Verlängerungsoption.

Dialog Lebensversicherung am häufigsten vertreten

 

Aktuell erfüllen lediglich 80 von insgesamt 284 Tarifen (Übersicht: hier) in allen untersuchten Kriterien mindestens den Marktstandard oder übertreffen diesen aus Kundensicht sogar. Das sind 28,2 Prozent. Von den 62 Anbietern schaffen lediglich die Tarife von 26 Unternehmen die Infinma-Bedingungen. Auffällig ist, dass einige Gesellschaften mit zahlreichen Tarifen vertreten ist. So erreichen gleich zwölf Produkte der Generali-Tochter Dialog die Mindestkriterien. Mit acht Tarifen ist auch die Delta Direkt häufig berücksichtigt. Marktführer Allianz ist lediglich zwei Mal vertreten.

Qualitätsniveau verbessert sich weiter

 

„Die Anzahl der analysierten Tarife ist gegenüber dem letzten Jahr leicht gewachsen. Immer noch erfüllt allerdings nur weniger als ein Drittel aller Tarife den Markstandard. Gleichzeitig können wir feststellen, dass sich das Qualitätsniveau in der Risikoversicherung kontinuierlich verbessert hat. So ist die vorgezogene Leistung bei schwerer Erkrankung inzwischen zum Standard geworden“, sagt Dr. Jörg Schulz, Geschäftsführer der Infinma – Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH. Darüber hinaus habe man weitere Verbesserungen feststellen können. So weisen beispielsweise mehr Tarife einen Bau- und/oder Kinderbonus auf, die Verlängerungsoption ist in mehr Tarifen enthalten und die Regelungen zur Beitragsstundung wurden optimiert.

Quelle: Infinma

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