08.11.2021 Branche

AXA-Studie: Klimawandel als größtes Risiko

Experten und die Bevölkerung sind unisono der Meinung, dass der Klimawandel und seine Folgen das größte Risiko in der nahen Zukunft sind. Das zeigt der der „AXA Future Risks Report“. Im Alltag der Menschen sind der Klimawandel und Themen wie Umweltverschmutzung allerdings wenig präsent.

Trockenheit und Wasserknappheit gehören zu den Folgen des Klimawandels. In Deutschland spürt die Mehrheit der Menschen diese Auswirkungen noch nicht. (Foto: © appledesign - stock.adobe.com)
Trockenheit und Wasserknappheit gehören zu den Folgen des Klimawandels. In Deutschland spürt die Mehrheit der Menschen diese Auswirkungen noch nicht.
(Foto: © appledesign - stock.adobe.com)

Eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent ausgewählter Experten in Deutschland wählte den Klimawandel auf den ersten Platz möglicher Risiken, die unser Leben in den kommenden fünf bis zehn Jahren beeinflussen werden. Das ist ein Ergebnis der zum achten Mal erhobenen Studie „AXA Future Risks Report“. Damit wiegt die Wertung der deutschen Fachleute noch deutlich schwerer als in der globalen Betrachtung, denn weltweit landet das Risiko des Klimawandels mit 56 Prozent auf dem zweiten Rang der Experteneinschätzung. Cyberrisiken führen das weltweite Ranking mit 61 Prozent an. In Deutschland belegen diese wiederum den zweiten Platz. Die geopolitische Instabilität hat den dritten Platz des Rankings der befragten Expertengruppe inne. Auf den weiteren Plätzen: Pandemien und Infektionskrankheiten.

Deutsche sehen sich unmittelbar nur wenig betroffen

 

Auch die Mehrheit der im Zuge der Studie parallel befragten Bundesbürger (56 Prozent) setzt den Klimawandel an die Spitze der Liste der aufkommenden Risiken. Und das, obwohl laut Befragung der eigene Alltag für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung gar nicht durch den Klimawandel beeinträchtigt wird. Rund ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Gesamtbevölkerung gibt an, sich im alltäglichen Leben dem Risiko des Klimawandels nicht ausgesetzt zu fühlen. Im Vergleich ein sehr geringer Wert, denn weltweit traf ein Großteil (71 Prozent) der Befragten diese Aussage.

Wenig Vertrauen ins Management der Klimakrise

 

Auf die Frage, ob staatliche Behörden in ihrem eigenen Land gut auf den Klimawandel vorbereitet sind, zeigt sich sowohl unter den Experten als auch unter der Bevölkerung ein eindeutiges Bild: Die meisten Befragten sehen staatliche Behörden nicht auf den Klimawandel vorbereitet. Lediglich jeder Fünfte (19 Prozent) der Experten und immerhin ein Drittel (33 Prozent) der Gesamtbevölkerung halten die Regierungen für vorbereitet. Auch in Europa herrscht exakt diese Einschätzung vor. Hier sind es 21 Prozent der Experten und 31 Prozent der Gesamtbevölkerung, die ihren staatlichen Einrichtungen Vertrauen zum Managen der Klimakrise schenken.

Umweltverschmutzung im Alltag der deutschen weniger präsent

 

Umweltverschmutzungen durch Industrie, Müll oder Abwässer stehen im unmittelbaren Wechselspiel mit dem Klimawandel und einer sich immer mehr verändernden Landschaft und Lebenswelt. Die deutschen Experten haben Umweltverschmutzung vor diesem Hintergrund auch in die Top Ten möglicher aufkommender Risiken gewählt. Im weltweiten Ranking hingegen findet sich dieses Risiko erst auf Platz 14. Die deutsche Gesamtbevölkerung jedoch nimmt das Risiko offenbar nicht im selben Maße in ihrem täglichen Leben wahr wie die Experten: Während weltweit 74 Prozent angeben, sich im täglichen Leben dem Risiko der Umweltverschmutzung ausgesetzt zu fühlen, sind es in Deutschland nur 67 Prozent, die dieser Aussage zustimmen.  

„Der Klimawandel und seine Folgen sind die große Herausforderung kommender Generationen und eine große Verantwortung für die unsere. Als Versicherungsbranche beschäftigen uns die Auswirkungen des Klimawandels in Form von Extremwetterereignissen, Ernteausfällen und gesundheitlichen Folgen sehr direkt. Diese Risiken möglichst gut zu kennen, ist daher entscheidend für uns. Der diesjährige ,Future Risks Report’ bestätigt eine Entwicklung, die wir schon seit einigen Jahren beobachten und die durch die Coronapandemie noch bestärkt wurde: Die Risiken der Zukunft sind nicht einzeln zu betrachten, sondern eng miteinander vernetzt. Sie bedingen und verstärken sich gegenseitig und müssen als Ganzes betrachtet und eingeordnet werden“, sagt Alexander Vollert, CEO AXA Deutschland.

AXA Future Risks Report

Der „AXA Future Risks Report“ ermittelt jährlich die Wahrnehmung künftiger Risiken durch Experten in einer strukturierten Umfrage und außerdem der breiten Öffentlichkeit durch eine bevölkerungsrepräsentative Befragung. Rund 3500 von der AXA ausgewählte Risikoexperten aus 60 Ländern wurden dazu im Mai 2021 online interviewt. Im selben Zeitraum wurden in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos in 15 Ländern rund 19.000 Personen repräsentativ online zu ihrer Wahrnehmung zu künftigen Risiken befragt. 


Weitere Artikel

Listing

23.11.2021 Branche

GDV: Prozesskosten im Diesel-Skandal steigen auf 1,2 Milliarden Euro

Der Dieselskandal kommt die Rechtsschutzversicherer immer teurer zu stehen. Mittlerweile zahlen sie pro Fall 500 Euro mehr als noch vor anderthalb Jahren. Ein Grund: Neben Volkswagen sind nun auch höherpreisige Fahrzeuge anderer Hersteller betroffen.

> weiterlesen
Listing

12.11.2021 Branche

Nach Jahrhundertflut: Anstieg der Elementarschutz-Quote

Die Schadenhöhe der schweren Verwüstungen im Ahrtal erreicht Rekordwerte. In der Folge haben mehr Privatleute ihre Häuser gegen Schäden durch Hochwasser abgesichert. Das zeigen neue Zahlen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft.

> weiterlesen
Listing

01.11.2021 Branche

GDV fordert Elementar­schutz-Pflicht

Die Versicherer ziehen aus den Erfahrungen mit den diesjährigen Überschwem­mungs­schäden u.a. im Ahrtal Konsequenzen. Erstmals fordert der GDV die Einführung eines obligatorischen Elementarschaden­schutzes für Wohngebäude­versicherungen.

> weiterlesen