13.07.2020 Branche

Coronakrise: Neue Überbrückungshilfe vom Staat

Ab 60 Prozent Umsatzrückgang erhalten Unternehmen und Selbstständige auf Antrag bis zu 150.000 Euro Unterstützungsgeld. Auch Versicherungsvermittler profitieren. Laut des BVK reicht diese Hilfe aber nicht für eine Existenzsicherung.

Helfende Hand: Der Bund unterstützt notleidende Unternehmen, die wegen der Coronakrise unter großen Finanzlücken leiden. (Foto: © Feodora - stock.adobe.com)
Helfende Hand: Der Bund unterstützt notleidende Unternehmen, die wegen der Coronakrise unter großen Finanzlücken leiden.
(Foto: © Feodora - stock.adobe.com)

Der Bund greift Unternehmen, die wegen der Coronakrise erhebliche Umsatzeinbußen verzeichnen, erneut unter die Arme. Sofern sie die notwendigen Kriterien erfüllen (max. 50 Millionen Euro Umsatz bzw. max. 43 Millionen Euro Bilanzsumme pro Jahr), haben auch Solo-Selbstständige und Freiberufler Anspruch auf bis zu 150.000 Euro Überbrückungsgeld. Die Summe wird in drei gleich großen Teilbeträgen ausgezahlt. Im Höchstfalle sind also bis zu 50.000 Euro pro Monat drin.

Umsätze von April und Mai sind maßgeblich

 

Anwärter können sich auf der Onlineplattform des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) registrieren. Wichtigste Voraussetzung: Der Umsatz ist in den Monaten April und Mai 2020 durchschnittlich um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen. Zwar müssen die Hilfen nicht zurückgezahlt werden, die Verwendung ist aber zweckgebunden. So darf das Geld nicht als „Lohn“ des Unternehmers verwendet werden, sondern dient der Abdeckung laufender Betriebskosten (zum Beispiel der Miete für die Gewerberäume oder Leasingraten). Der vollständige Kriterienkatalog ist auf der Online-Checkliste des BMWi zu finden.

Unterstützung reicht für Vermittlerverband BVK nicht aus

 

Spannend ist die Frage, inwieweit die Maßnahme auch den Versicherungsvermittlern helfen wird, die coronabedingte Umsatzrückgänge nachweisen können. Bereits im Frühjahr klagten bei einer Umfrage des Branchenverbands BVK 38 Prozent der Vermittler über Umsatzrückgänge. Die geplanten Überbrückungshilfen bewertet BVK-Präsident Michael H. Heinz gemischt: „Es ist gut, dass in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie den Selbstständigen mit Hilfen zu den Fixkosten geholfen wird. Allerdings werden die Überbrückungshilfen nur als Zuschuss zu den Betriebskosten gewährt. Das kann zwar insbesondere den kleineren und umsatzschwächeren Vermittlerbetrieben helfen, die sich bisher noch keine ausreichenden Kapitalpuffer für Krisenzeiten aufbauen konnten, hilft aber nicht als Einkommen für die Existenzsicherung. Weitere Hilfen wären vonnöten, gerade für Vermittler, die eine sozialpolitische Funktion haben.”

 

 


Weitere Artikel

Listing

05.07.2022 Branche

Versicherer korrigieren Geschäfts­erwartungen für 2023 nach unten

In diesem Jahr kann die Assekuranz ihre prognostizierten Ziele wohl erreichen. Die Aussichten für 2023 sind aber mager. Der GDV erwartet 1,9 Prozent nominales Beitragswachstum. Vor allem die Leben-Sparte schwächelt weiter.

> weiterlesen
Listing

04.07.2022 Branche

GDV: Schäden nur bei Begrenzung des Klimawandels versicherbar

Eine Auswertung von Klimadaten im Auftrag des GDV zeigt die dramatische Entwicklung bei der Zunahme von Hitzetagen in Deutschland. Der Verband warnt vor den Folgen und drängt auf mehr Klimafolgenanpassung und Prävention. Indirekt wird die Regulierbarkeit der Schäden in Zukunft in Frage gestellt.

> weiterlesen
Listing

04.07.2022 Branche

Kommunikation mit Versicherten: Wer trifft den richtigen Ton?

Versicherungskunden bevorzugen laut einer Studie von Sirius Campus vielfach nach wie vor das „Sie“ in der Kommunikation, vor allem im Beratungsgespräch. Und eine größere Gruppe, insbesondere die Älteren, ärgern sich darüber, wenn die Branche gendert.

> weiterlesen