08.06.2021 Branche

Impfen im Betrieb: Große Ziele, kleine Liefermengen

Impfungen dürfen nun auch von Betriebsärzten durchgeführt werden. Die Versicherer haben ihre Hausaufgaben gemacht und entsprechende Kapazitäten geschaffen. Richtig loslegen können sie aber noch nicht. Bundesweit mangelt es an Vakzinen.

Corona-Impfung vom Betriebsdoc: Viele deutsche Versicherer haben innerhalb kurzer Zeit große Kapazitäten für die betriebliche Impfung geschaffen. Doch der Bund kommt mit den Lieferungen (noch) nicht hinterher. (Foto: fernando zhiminaicela/Pixabay)
Corona-Impfung vom Betriebsdoc: Viele deutsche Versicherer haben innerhalb kurzer Zeit große Kapazitäten für die betriebliche Impfung geschaffen. Doch der Bund kommt mit den Lieferungen (noch) nicht hinterher.
(Foto: fernando zhiminaicela/Pixabay)

Seit Montag, den 7. Juni, dürfen auch Betriebsärzte impfen. Bedeutet: Beschäftigte können sich nicht nur in öffentlichen Impfzentren und beim Hausarzt, sondern auch am Arbeitsplatz gegen Corona impfen lassen – sofern ihr Betrieb diese Möglichkeit anbietet und sofern ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben bereits mehr als 6000 Betriebsärzte Impfstoff geordert. Auch in der Versicherungsbranche stehen viele Unternehmen bereits in den Startlöchern.

200 Impfstoffe für 12.000 Menschen

 

Beispiel Hannover: Zahlreiche große Versicherer haben sich an ihren Hannoveraner Standorten in der Impfinitiative „Impfsurance” zusammengeschlossen. Der Kampagne gehören unter anderem die Concordia Versicherungen, E+S Rück, Hannover Rück, HDI & Talanx, KKH Kaufmännische Krankenkasse, Mecklenburgische Versicherungen, Swiss Life, VGH Versicherungen, VHV Gruppe und die Wertgarantie Group an. Zwar werden die Impfdosen anteilig nach der Anzahl der Beschäftigten auf die einzelnen Versicherer aufgeteilt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass der Mangel an Vakzinen ein zügiges impfen verhindern dürfte. So haben die Hannoveraner Versicherer für die laufende Woche lediglich 200 Impfstoffe für ihre insgesamt rund 12.000 Mitarbeiter erhalten – das sind nicht mal zwei Prozent. „Wir hoffen, dass uns in den nächsten Wochen größere Kontingente an Impfstoff zur Verfügung stehen, sodass wir unseren Teil an der Eindämmung der Pandemie bestmöglich wahrnehmen können”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Engpässe auch in Nürnberg

 

Auch in der Unternehmenszentrale der Nürnberger Versicherung kann es, theoretisch, richtig losgehen. „In den letzten Wochen haben wir Impfstraßen aufgebaut und Ärzteteams zusammengestellt, die bis zu 400 Personen am Tag impfen können”, berichtet Walter Bockshecker, Personalvorstand der Nürnberger. Das reicht sogar aus, um nicht die rund 3000 Beschäftigten am Hauptsitz des Versicherers zu impfen, sondern auch die benachbarten Mitarbeiter der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Diehl Unternehmensgruppe sowie von Emuge-Franken und Bühler Motor. Schon eine Stunde nach der Freischaltung des digitalen Anmeldesystems hatten sich mehr als 500 Personen registriert. Aber auch in Nürnberg gilt: Impfstoff = Mangelware. In der ersten Woche wurden dem Unternehmen gerade mal 219 Impfdosen von Hause Biontech/Pfizer zugeteilt.

Zurich und Allianz impfen Angehörige gleich mit

 

Die Zurich Gruppe Deutschland startet ab heute (8. Juni) sukzessive mit den ersten Impfangeboten für alle rund 4500 Mitarbeitenden. Los geht es an den Hauptstandorten in Köln und Frankfurt, wo der Versicherer bereits entsprechende Impfstraßen eingerichtet hatte. Auch Familienangehörige, die im selben Haushalt leben, erhalten künftig über Zurich die Möglichkeit, sich gegen das SARS-CoV-2 Virus impfen zu lassen. Impfangebote für Mitarbeiter und deren Angehörige bietet auch der Marktführer Allianz. Der Münchner Konzern hat in seinen zahlreichen Standorten entsprechende Einrichtungen geschaffen. Allein in der Hamburger Impfstraße plant der Versicherer, mit der Betriebsärztin sowie drei weiteren Ärztinnen und Ärzten, etwa 5000 Menschen zu impfen – vorausgesetzt natürlich, es gibt bald (endlich) genug Wirkstoffe. 


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