04.05.2020 Branche

Naturgefahrenbilanz 2019: Unwetter treffen Bayern am härtesten

Extremwetter sorgt für hohe Schäden von insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Sturm und Hagel die häufigsten Ursachen.

Naturgefahr, Elementarschaden (Foto: Jan Mallander/Pixabay)
Naturgefahr, Elementarschaden
(Foto: Jan Mallander/Pixabay)

Bayern ist im vergangenen Jahr am härtesten von Naturgefahren getroffen worden. Stürme, Hagel und Starkregen verursachten dort versicherte Schäden in Höhe von 675 Millionen Euro. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen und Hessen mit 348 und 208 Millionen Euro. Das zeigt die regionale Naturgefahrenbilanz 2019 des GDV, die heute veröffentlicht wurde. Deutschlandweit schlugen Naturgefahren mit 2,1 Milliarden Euro zu Buche. Darin erfasst sind versicherte Schäden an Häusern und Hausrat sowie bei Gewerbe- und Industriebetrieben. „Das Jahr 2019 ist charakteristisch für Extremwetter in Deutschland mit einigen schweren Stürmen, großer Hitze und zum Teil starken lokalen Überschwemmungen", sagt GDV-Präsident Wolfgang Weiler.

Elementarschäden oft nicht abgedeckt

 

Mit 1,8 Milliarden Euro verursachten Sturm und Hagel im Vorjahr die höchsten Schäden. In Bayern entfielen darauf 579 Millionen Euro. Verantwortlich dafür war vor allem Tief „Jörn" im Juni. Nordrhein-Westfalen (324 Millionen Euro) und Hessen (174 Millionen Euro) trafen insbesondere die beiden Stürme „Dragi" und „Eberhard" im März. Sie sorgten deutschlandweit für Schäden von rund 500 Millionen Euro. Erweiterte Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser kosteten die Versicherer rund 300 Millionen Euro.

Der tatsächliche Gesamtschaden liegt indes noch höher, denn nicht alle Häuser sind rundum geschützt. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, fehlt knapp zehn Millionen Hausbesitzern der Schutz vor Elementargefahren wie Starkregen oder Hochwasser. „Hausbesitzer und Mieter sollten ihren Versicherungsschutz überprüfen und anpassen", betont Weiler. Die Versicherungsdichte für Elementarschäden liegt bundesweit bei 45 Prozent.


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