09.10.2019 Branche

Naturgewalten verursachen über drei Milliarden Euro Versicherungsschäden

GDV nennt in seinem Naturgefahrenreport 2018 das "Jahr der Extreme".

Verwüstungen durch Extremwetterereignisse nehmen auch in Deutschland zu. (Foto: Hans Braxmeier/Pixabay)
Verwüstungen durch Extremwetterereignisse nehmen auch in Deutschland zu.
(Foto: Hans Braxmeier/Pixabay)

Naturgewalten haben 2018 insgesamt 3,1 Milliarden Euro Versicherungsschäden an Häusern, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft verursacht. Damit erreichen die Schäden durch Sturm, Hagel, Hochwasser und Starkregen erneut das Vorjahresniveau. Sturm und Hagel sind mit 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,9 Milliarden Euro) die schadenschwersten Gewalten. Starkregen und Hochwasser schlagen mit gut 500 Millionen Euro zu Buche; im Vorjahr waren es 300 Millionen Euro. „Schwere Stürme, große Hitze, starke lokale Überschwemmungen – 2018 ist Sinnbild für Extremwetter auch in Deutschland“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler bei der Vorstellung des Naturgefahrenreports am Mittwoch in Berlin. „2018 gehört zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre.“

Zehn Millionen Häuser in Deutschland nicht umfassend versichert

 

Längst nicht alle Unwetterschäden waren 2018 auch versichert. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, fehlt rund zehn Millionen Hausbesitzern der Schutz gegen Elementarrisiken wie Starkregen und Hochwasser. Der Zusatzbaustein „erweiterte Naturgefahrenversicherung (Elementarschäden)“ lässt sich ergänzen. Sonst bleibt den Geschädigten künftig nur der Griff in die eigene Tasche, da sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer darauf verständigt haben, keine Hilfsgelder mehr auszuzahlen.

GDV

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. Die rund 460 Mitgliedsunternehmen sorgen durch 438 Millionen Versicherungsverträge für Risikoschutz und Vorsorge sowohl für die privaten Haushalte wie für Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen. Als Risikoträger und bedeutender Kapitalgeber mit Kapitalanlagen in Höhe von 1,7 Billionen Euro haben die privaten  Versicherungsunternehmen auch eine große Bedeutung für Investitionen, Wachstum und Beschäftigung in der deutschen Volkswirtschaft. 492.900 Menschen sind für die Versicherungswirtschaft in Deutschland tätig.


Weitere Artikel

Listing

22.01.2021 Branche

Versicherer wollen kli­ma­neu­trale Kapital­anlage bis 2050

Die deutsche Versicherungswirtschaft will nachhaltiger werden. Ein GDV-Positionspapier setzt ambitionierte Ziele. Schon 2015 sollen klare Nachhaltigkeitskriterien in der Unternehmensführung und Schadenregulierung sichtbar werden. Das Endziel ist eine kli­ma­neu­trale Kapital­anlage bis 2050.

> weiterlesen
Listing

20.01.2021 Branche

GDV-Bilanz: Versicherer trotzen Corona-Krise

Trotz der Pandemie erwirtschafteten die deutschen Versicherer 2020 ein leichtes Beitragsplus. Negative Auswirkungen zeigten sich vor allem in der Lebensversicherung. Für 2021 setzt der GDV auf eine schnelle konjunkturelle Erholung.

> weiterlesen
Listing

28.12.2020 Branche

Naturgefahren: 2020 deutlich geringere Schadenaufwendungen

2,5 Milliarden Euro gaben die Versicherer für Elementarschäden im Jahr 2020 deutschlandweit aus. Das sind deutlich geringere Aufwendungen als im langjährigen Mittel.

> weiterlesen