08.07.2021 Branche

Sommerunwetter 2021: GDV vermeldet Rekord­schäden

Verheerende Starkregen- und Hagelserie im Juni. Vorläufige Bilanz: Gesamtschäden in Höhe 1,7 Milliarden Euro, Kfz-Branche besonders stark betroffen.

Gewaltige Unwetter sorgten im Juni vor allem im Süden und Südwesten der Republik für schwere Verwüstungen und Sachbeschädigungen. (Foto: Tobias Hämmer/Pixabay)
Gewaltige Unwetter sorgten im Juni vor allem im Süden und Südwesten der Republik für schwere Verwüstungen und Sachbeschädigungen.
(Foto: Tobias Hämmer/Pixabay)

So schlimm war es schon lange nicht mehr: Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) erwies sich die Unwetterserie Anfang dieses Sommers als besonders verheerend. Vom 18. bis 30. Juni kam es bundesweit immer wieder zu heftigem Starkregen und Hagel. Dabei entstanden nach vorläufigen GDV-Schätzungen versicherte Schäden in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro fallen in den Bereich Sachversicherer – also beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe. Aber auch Autos sind betroffen, insbesondere durch Hagelschäden an Lack und Karosserie. Folge: Die Kfz-Versicherer müssten insgesamt rund 275.000 Vorfälle mit einem Gesamtschaden von voraussichtlich 700 Millionen Euro regulieren. „Es hat sich erneut gezeigt, welch große Schäden Hagel und Starkregen innerhalb kürzester Zeit anrichten können“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Zweitgrößtes Hagel- und Starkregenereignis seit 2002

 

In der Sachversicherung entfallen 600 Millionen Euro auf Hagelschäden und 400 Millionen Euro auf weitere Naturgefahren (Starkregen). „Die Unwetterserie ist damit für die Sachversicherer jeweils das zweitgrößte Hagel- bzw. Starkregenereignis seit 2002“, sagt Asmussen. Nur der Hagel „Andreas“ richtete im Jahr 2013 mit rund zwei Milliarden Euro höhere Schäden an. Bei den weiteren Naturgefahren (Starkregen) waren die Schäden nur bei „Elvira II“ im Mai 2016 mit 480 Millionen Euro höher. Für die Kfz-Versicherer wiederum bedeutet die jüngste Niederschlagsserie den viertgrößten Hagelschaden im Betrachtungszeitraum. Das teuerste Ereignis bleibt mit über zwei Milliarden Euro der „Münchner Hagel“ von 1984.

Lückenhafter Versicherungsschutz vor Elementarschäden

 

Zudem weist der GDV darauf hin, dass nicht alle Häuser ausreichend versichert sind. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, beträgt die Quote bei Zusatzpolicen gegen Elementarschäden wie Starkregen und Hochwasser lediglich 46 Prozent. Hier besteht also noch Nachholbedarf – zumal sich laut Asmussen Frequenz und Intensität von Unwetterereignissen in Zukunft erhöhen werden. Immobilienbesitzer und Mieter können ihr individuelles Schadensrisiko auf dem vom GDV betriebenen „Naturgefahren-Check“ einschätzen.


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