30.03.2021 Branche

Wegen Klimawandel: Versicherer fordern Zuschuss zu Dürre­versicherung

Ein aktueller Langzeitvergleich im Auftrag des GDV zeigt, wie dramatisch Deutschlands Anbauflächen vertrocknen. Damit der Versicherungsschutz künftig bezahlbar bleibt, sollten Landwirte staatliche Zuschüsse erhalten.

Ausgetrocknet: In manchen Regionen Deutschlands haben die stark zunehmenden Dürreperioden die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen bereits deutlich reduziert. (Foto: Galyna Andrushko / Fotolia)
Ausgetrocknet: In manchen Regionen Deutschlands haben die stark zunehmenden Dürreperioden die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen bereits deutlich reduziert.
(Foto: Galyna Andrushko / Fotolia)

Hitzewellen, ausbleibender Regen, verdorrte Landstriche – der Klimawandel macht auch vor Deutschland nicht halt. Betroffen sind vor allem Landwirte, denn die extreme Trockenheit hat die Anbaubedingungen hierzulande erheblich verschlechtert. Das zeigt ein neuer Langzeitvergleich des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Weil die Schäden durch Missernten künftig immer gravierender ausfallen werden, fordern Versicherer staatliche Zuschüsse für eine Dürreversicherung.

Nutzbare Anbaufläche schrumpft um 40 Prozent

 

Die deutliche gestiegene Vertrocknung der Böden hat das DWD mittels sogenannter „Drying Stripes" visualisiert. Jeder Streifen steht für ein Jahr: Je größer die Abweichung zum langjährigen Mittel, desto dunkler die Farbe und desto trockener der Boden. Demnach lag allein in den vergangenen drei Jahren die Bodenfeuchte – und damit die nutzbare Feldkapazität – bei Winterweizen um bis zu 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

„Wir müssen uns auf die Zunahme von Wetterextremen wie längere Trockenheit und punktuelle Starkregen einstellen“, sagt Wolfgang Janssen, Leiter der Agrarmeteorologie beim DWD. Beides seien Begleiterscheinungen der steigenden Temperaturen in Deutschland. Neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen fallen in die Zeit nach der Jahrtausendwende. Die letzten drei Jahre gehören laut DWD zu den acht extremsten – viel zu warm und viel zu niederschlagsarm.

Staatliche Unterstützung gefordert

 

Angesichts dieser Entwicklung fordern die Versicherer staatliche Hilfen für die Bauern, um ihnen die Absicherung von Dürreschäden zu erleichtern. „Der Staat sollte die landwirtschaftliche Mehrgefahrenversicherung bezuschussen“, schlägt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen vor. Dadurch würden die Policen für die Bauern erschwinglicher und zu einer größeren Verbreitung von Mehrgefahrenversicherungen führen. Auch der Staat profitiere, so Asmussen: „Die Politik müsste Missernten nicht mehr mit Nothilfen in Millionenhöhe ausgleichen.“ Als Vorbild nennt er die erfolgreichen Förderprogramme für Winzer und Obstbauern in Bayern und Baden-Württemberg. Diese erhalten Zuschüsse zu Policen gegen Schäden durch Frost und Starkregen. So sei es gelungen, den Anteil der versicherten Anbaufläche deutlich zu steigern.


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