20.04.2021 Branche

HanseMerkur: Outperformer trotz Pandemie

Die Hamburger Versicherungsgruppe HanseMerkur konnte ihre Beitragseinnahmern im Corona-Jahr 2020 um 13,1 Prozent steigern – zehnmal so stark wie der Branchenschnitt. Auch im laufenden Jahr brummt das Geschäft.

In der Firmenzentrale der HanseMerkur an Hamburgs Alster kann man mit den 2020er-Zahlen zufrieden sein. (Foto: HanseMerkur)
In der Firmenzentrale der HanseMerkur an Hamburgs Alster kann man mit den 2020er-Zahlen zufrieden sein.
(Foto: HanseMerkur)

Bruttobeitragseinnahmen knapp 2,6 Milliarden Euro, Kundenbestand 11,3 Millionen: Auch das von Corona geprägte Jahr 2020 ist für die HanseMerkur gut gelaufen. Das zeigt sich bei der prozentualen Veränderung gegenüber dem Vorjahr. So stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 13,1 Prozent, die Zahl der Versicherten wuchs um rund eine halbe Million, der Bruttoüberschuss legte um 4,4 Prozent zu und das Kapitalanlageergebnis steigerten die Hamburger um 17,3 Prozent. „Unser Unternehmen zeigt sich auch im ersten Corona-Jahr krisenfest und wachstumsstark”, sagte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur. „Mit der Entscheidung, die Assets schon im Februar 2020 abzusichern, konnte eine marktüberdurchschnittliche Nettoverzinsung in der Kranken- und Lebensversicherung erzielt werden.” Flankiert von niedrigen Verwaltungs- und Abschlusskosten seien Erträge und Substanz weiter gestärkt worden.

Gesundheit im Plus, Reise im Minus



Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege stiegen die Beitragseinnahmen um 5,1 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Mit über 11.000 neuen Vollversicherten verzeichnete die HanseMerkur den zweithöchsten Nettozugang in der PKV. Dazu kamen über 10.000 Neukunden in den Ergänzungsversicherungen. Im Geschäftsfeld Risiko- und Altersvorsorge erhöhte sich die Prämieneinnahme wegen der deutlichen Steigerung der Einmalbeiträge (+296,9 Millionen Euro) signifikant um 80,0 Prozent und notierte bei 663,4 Millionen Euro. Als marktführendes Unternehmen in der touristischen Assekuranz war die HanseMerkur nach eigenen Angaben vom beispiellosen Einbruch der Reisebranche stark betroffen: Die Beitragseinnahmen in dem Geschäftsfeld sanken coronabedingt um 33,3 Prozent auf 159,7 Millionen Euro, was dem Niveau des Jahres 2013 entspricht.

Solide Verfassung

 

Die HanseMerkur befindet sich nach eigener Aussage im 19. Jahr in Folge auf Wachstumskurs. Bei Eigenkapital- und Überschussentwicklung seien 2020 Bestmarken erzielt worden. Dem Konzern-Eigenkapital wurden 114,6 Millionen Euro zugeführt. Es liegt jetzt bei über 800 Millionen Euro. Das Unternehmen verfüge bei der Eigenmittelausstattung unter Solvency II über eine solide Basis, was auch in den guten Solvenzquoten der Gruppe (Q4/2020: 287 Prozent) und der Einzelgesellschaften zum Ausdruck komme. Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege verfügt die HanseMerkur Krankenversicherung über eine SCR-Quote von 516 Prozent. Der Bestand an Kapitalanlagen wuchs um 13,3 Prozent auf 11,09 Milliarden Euro. Die Nettoverzinsung der gesamten Kapitalanlagen lag bei 4,2 Prozent.

Erfolgreicher Jahresstart 2021

 

Die Neugeschäftsproduktion über alle Vertriebswege konnte im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresergebnis nochmals um 8,6 Prozent gesteigert werden. Im Hauptgeschäftsfeld Gesundheit und Pflege sei die Beitragsanpassung mit 3,4 Prozent über den Gesamtbestand im Branchenvergleich äußerst moderat ausgefallen. Die Beitragseinnahmen stieg um 5,3 Prozent, nicht zuletzt durch den Zugewinn von über 3000 neuen Vollversicherten.


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