18.02.2022 Branche

R+V mit kleinem Umsatz-Plus

Die R+V-Versicherung hat 2021 den Umsatz gesteigert und beim deutschen Erstversicherungsgeschäft zugelegt. Die Beitragseinnahmen in der Gruppe stiegen um 1,2 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Der Versicherer verabschiedet sich derweil von seiner Digitaltochter R+V24.

Früher als geplant hat die Wiesbadener R+V-Gruppe ihr strategisches Umsatzziel erreicht. (Foto: R+V)
Früher als geplant hat die Wiesbadener R+V-Gruppe ihr strategisches Umsatzziel erreicht.
(Foto: R+V)

Auch im zweiten Corona-Jahr hat die genossenschaftliche R+V Versicherung nach vorläufigen Zahlen ihren Umsatz steigern können. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir unseren ertragsorientierten Wachstumskurs 2021 fortsetzen konnten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Norbert Rollinger. Die R+V Versicherungsgruppe hat ihre Beitragseinnahmen – inklusive Rückversicherungs- und Auslandsgeschäft – um 1,2 Prozent erhöht und damit die 20 Milliarden-Euro-Marke überschritten. Damit habe die R+V ihr strategisches Beitragsziel von 20 Milliarden Euro ein Jahr früher als geplant erreicht. Im deutschen Erstversicherungsgeschäft kletterten die gebuchten Beiträge in der Versicherungsgruppe um 1,1 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Damit bewegt sich der genossenschaftliche Versicherer auf Marktniveau. Die R+V hat laut der veröffentlichen Zahlen mittlerweile mehr als 8,9 Millionen Kunden, die versicherten Risiken wuchsen 2021 auf 27,2 Millionen.

Lebensparte stagniert



Die Lebens- und Pensionsversicherung erzielte ein Beitragsvolumen von mehr als 8,9 Milliarden Euro. Damit lag sie etwa auf dem Niveau des Vorjahres, in dem die R+V noch ein deutliches Wachstum verzeichnet hatte. Positiv entwickelte sich 2021 das Geschäft mit fondsgebundenen Versicherungen, das um fast 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zulegte. Weiterhin den größten Anteil am Gesamtumsatz der R+V Lebens- und Pensionsversicherer hatte die betriebliche Altersversorgung mit 2,8 Milliarden Euro. Im Neugeschäft erhöhte sich der laufende Beitrag bei der R+V gegen den Branchentrend kräftig um 21,9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Einmalbeiträge gingen jedoch um 6,4 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zurück.

Krankenversicherung wächst stark 

 

Die R+V Krankenversicherung hat sich im wachsenden Gesundheitsmarkt weiter hervorragend entwickelt und legte 2021 ein deutlich marktüberdurchschnittliches Wachstum von 15,1 Prozent auf 752 Millionen Euro hin. Der Gesamtmarkt verzeichnete ein Plus von 5 Prozent. Die Anzahl der versicherten Personen kletterte 2021 deutlich um 21,4 Prozent auf 1,5 Millionen Versicherte. Die R+V gewann sowohl bei den Vollversicherten (plus 3,6 Prozent auf rund 66.000) als auch bei den Zusatzversicherten (plus 22,4 Prozent auf 1,4 Millionen) dazu. Die betriebliche Krankenversicherung entwickelte sich nach Angaben des Versicherers ebenfalls gut. Sie verzeichnete 2021 einen Zuwachs bei den versicherten Personen von drei Prozent auf mehr als 177.000. Seit 2021 bietet die R+V zusammen mit der Barmenia in der Chemiebranche die bundesweit erste tarifliche Pflegeabsicherung an. Das Konsortium verzeichnete Ende 2021 rund 420.000 Versicherte.

Schaden-/Unfallversicherung besser als Markt

 

Die Schaden- und Unfallversicherung legte im zurückliegenden Geschäftsjahr um 3,2 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu (Branche: 2,2 Prozent). Im hart umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt steigerte die R+V ihren Umsatz um 1,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die R+V ist drittgrößter deutscher Kfz-Versicherer, der Bestand an versicherten Fahrzeugen wuchs 2021 um 125.000 auf mehr als 5 Millionen. Im Firmenkundengeschäft stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, Treiber seien hier sind die Haftpflicht-, die Sach- und die Tierversicherung gewesen. Auch in der Kreditversicherung – hier zählt die R+V deutschlandweit zu den führenden Versicherern – kletterte der Umsatz um 5,2 Prozent auf 580 Millionen Euro. Die Beiträge in der privaten Wohngebäudeversicherung erhöhten sich 2021 um 5,1 Prozent auf 515 Millionen Euro. Hier hätten die schweren Unwetterereignisse des vergangenen Jahres zu einer hohen Nachfrage geführt.  

Digitalmarke R+V24 verschwindet

 

Ein einheitlicher Markenauftritt soll die Position der R+V im Digitalvertrieb stärken. Dafür stampft der Versicherer nach Informationen des Branchendienstes „Versicherungsmonitor“ seine 2008 gestartete Digitalmarke R+V24 ein. R+V wolle nun mit einem neuen Omnikanal-Ansatz digital-affine Kunden erreichen. Die Neuausrichtung geht mit personellen Änderungen einher: Andreas Bode, der von Beginn an dabei war, ist aus dem Vorstand der R+V Direktversicherung AG ausgeschieden. Auf ihn folgt Jan Dirk Dallmer, der auch den Vorständen der R+V-Töchter Condor und Kravag angehört. Weiter heißt es, dass die R+V ihre Tarife aus Vergleichsportalen wie Check24 zurückziehen will. Über diese hätte die R+V24 zwar einen beträchtlichen Teil ihres Neugeschäfts verbucht. Doch der Vertriebsweg Vergleichsportale gilt als teuer. Deshalb kehren ihm etliche Versicherer den Rücken.


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