19.04.2021 Branche

VPV-Bilanz: Minus wegen Corona

Die Geschäftszahlen der Stuttgarter VPV spiegeln pandemiebedingte Vertriebsprobleme. Neugeschäft und Beiträge in der Lebensparte gingen deutlich zurück. Dagegen stiegen die Einnahmen in derr Schaden- und Unfallversicherung.

Das Management in der Stuttgarter Zentrale der VPV verbuchte 2020 schlechtere Zahlen als im Vorjahr. (Foto: VPV Versicherungen)
Das Management in der Stuttgarter Zentrale der VPV verbuchte 2020 schlechtere Zahlen als im Vorjahr.
(Foto: VPV Versicherungen)

Nach Einschätzungen der VPV Versicherungen waren es vor allem die vertrieblichen Einschränkungen im Corona-Jahr 2020, die sich negativ auf die Zahlen des Unternehmens ausgewirkt haben. Das betraf insbesondere das Neugeschäft in der Lebensversicherung, während das Beitragsvolumen in der Schaden- und Unfallversicherung wuchs. 

Nach einem Anstieg des Neugeschäfts um 24,5 Prozent im Vorjahr hätten die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vor allem in der persönlichen Kundenberatung ihre Spuren hinterlassen. Das Neugeschäft in der Lebensversicherung ging um 11,7 Prozent auf 80,7 Millionen Euro zurück. „2020 war ein herausforderndes Jahr. Insgesamt sind wir mit unserem Neugeschäft zufrieden”, erläutert Klaus Brenner, Vorstandsvorsitzender der VPV. Die gebuchten Beiträge in der Lebensversicherung sanken um rund 20 Millionen Euro oder 5,2 Prozent.

Keine volle Beitragsgarantie mehr

 

Doch es gibt auch Lichtblicke: Insbesondere der VPV Zukunftsplan, das neue dynamische Hybridprodukt, hat ab September das Neugeschäft angekurbelt. Auf das Jahr bezogen macht er einen Anteil von gut 15 Prozent am laufendem Beitrag des Neugeschäfts 2020 aus. In der Variante Plus startet der VPV Zukunftsplan ohne Garantien. Im weiteren Vertragsverlauf wird ein Sicherungsmanagement hinzugefügt, sodass das Garantieniveau des Guthabens während der Laufzeit auf 75 Prozent ansteigt. „Mit der Einführung des Zukunftsplans haben wir unsere Tarife mit 100 Prozent Beitragsgarantie eingestellt”, berichtet Brenner.

Weniger Verträge, mehr Beiträge

 

Das Geschäft in der Schaden- und Unfallversicherung hat sich 2020 mit einer Steigerung von 2,6 Prozent nach gebuchten Bruttobeiträgen laut VPV gut entwickelt. Allerdings sank die Anzahl der Verträge um fast zehn Prozent.

Die Aufwendungen für Schäden stiegen leicht um 1,6 Prozent. Dazu beigetragen hat der Sturm „Sabine” im Februar 2020, der mit einem Schadenaufwand von 1,6 Millionen Euro das viertgrößte Sturmereignis in der Geschichte der VPV war. Das wirkte sich auch auf die Schaden-Kosten-Quote der VPV aus. Mit 87,6 Prozent liege der Versicherer aber weiter unter dem Branchenschnitt, hieß es in Stuttgart. Neu in der Sparte ist in diesem Jahr eine Rechtsschutzversicherung, die im ersten Quartal 3000 Abnehmer fand.

VPV Versicherungen

Die VPV Versicherungen ist eine deutsche Versicherungsgruppe mit Sitz in Stuttgart und Köln in Rechtsform eines
Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, deren Kerngeschäft im Bereich Vorsorge und Vermögensbildung liegt. Die 1827 gegründete VPV beschäftigt über 1000 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Der Name geht auf die Vereinigte Postversicherung VVaG zurück. Auch heute noch stammen ca. 70 Prozent der Bestandskunden aus dem Bereich Post/Telekom.Die VPV bietet ein umfassendes Angebot an Versicherungen und weiteren Dienstleistungen – auch in Kooperation mit Partnern, darunter HUK-COBURG, Hallesche und Wüstenkrot.


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