23.05.2022 Digital

Mobility Technology Center von Ergo und Munich Re nimmt Fahrt auf

Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt in Sachen digitaler Mobilität: Ein neues Dienstleistungsunternehmen soll künftig Versicherer sowie Hersteller und Mobilitätsanbieter dabei unterstützen, neue Risiken des autonomen Fahrens versicherbar zu machen.

Hightech-Cockpit: Selbstfahrende Autos wie der neue Mercedes EQS erfordern besonders zuverlässige Technik. (Foto: Mercedes Benz)
Hightech-Cockpit: Selbstfahrende Autos wie der neue Mercedes EQS erfordern besonders zuverlässige Technik.
(Foto: Mercedes Benz)

Es war ein geradezu historisches Ereignis: Als erster Autohersteller weltweit hat Mercedes-Benz vor Kurzem die Zulassung für ein „Level-3“-Fahrzeug erhalten. So werden Autos genannt, die – zumindest zeitweise – komplett selbstständig fahren können. Der neue „Mercedes EQS“ erlaubt es dem Fahrer, sich auf bestimmten Autobahnabschnitten komplett vom Verkehr abzuwenden. Möglich ist das nur dank modernster Hightech wie Radar, Lidar, Kameras, Ultraschall- und Nässesensoren, die genau messen, was um das Fahrzeug herum und im Innenraum passiert.

Vier Unternehmen gründen neuen Mobility-Dienstleister

 

Die Evolution der Kfz-Branche vom klassischen Verbrenner über den E-Antrieb bis hin zum automatisierten Fahren betrifft auch die Versicherungsbranche. Denn gerade beim autonomen Fahren spielt die Zuverlässigkeit der Technik eine entscheidende Rolle. Genau um dieses Thema will sich künftig das neu gegründete Dienstleistungsunternehmen Münchner Mobility Technology Center (MTC) kümmern. Die Neugründung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Munich-Re-Tochter Ergo, des Start-ups in-tech sowie des Beratungsunternehmens Malibu Vehicle Concept Engineering. Deren Geschäftsführer Professor Markus Lienkamp ist auch Inhaber des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TU München. Wie sich die Unternehmen konkret an dem Vorhaben personell und finanziell beteiligten, an welchem Standort in München es seine Arbeit aufnehmen und wer die Leitung übernehmen wird, geht aus einer vergangene Woche veröffentlichen gemeinsamen Presseerklärung nicht hervor.

Neue Technologien erfordern neue Versicherungslösungen

 

In dem selbsternannten Technologiezentrum sollen künftig im Auftrag von Versicherern, Automobilherstellern und Mobilitätsdienstleistern Versicherungslösungen und Services für die neue Mobilität entwickelt werden. Der Fokus liege dabei vor allem auf technologie- und datenbasierten Risikoanalysen und Bewertungen, auf deren Basis entsprechende Versicherungsprodukte entwickelt werden.

„Mit dem MTC kombinieren wir die Expertise aus der Automobil- und Versicherungsindustrie mit den Erkenntnissen aus der angewandten Wissenschaft, um maßgeschneiderte Lösungen für die Mobilität von morgen zu entwickeln“, sagt Christian Wagner, CEO und Gründer der in-tech GmbH. „Nicht zuletzt das autonome Fahren erfordert neue Geschäftsmodelle und Versicherungslösungen, an denen wir mit der Infrastruktur des MTC arbeiten werden.“

Prüfstand für Hightech-Komponenten

 

Unter anderem will man künftig die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Hochvolt-Batterien unter Realbedingungen im Grenzbereich testen und Prognosen zur Alterung abgeben. Auf Basis solcher Benchmarks können zum Beispiel Garantie-Versicherer Versicherungslösungen für Batterien anbieten. Auch die Bewertung von Fahrerassistenzsystemen im Hinblick auf Sicherheit und Effektivität insbesondere in relevanten Unfallsituationen gehört zu den künftigen Technik-Dienstleistungen des MTC. Ziel sei es, „den Partnern eine dynamische Risikobewertung zu ermöglichen, um Anr­eize für Kunden zum Kauf und zur Nutzung von Assistenzsystemen zu schaffen.“

Neues Unternehmen legt ab Juni los

 

Auch bei der Integration digitaler „On-Demand“-Versicherungen will das MTC seine Dienste anbieten. Hintergrund: „On-Demand“-Produkte sind per Handy gebuchte Kurzzeitpolicen. Sie könnten vor allem im Bereich Mobilität künftig eine immer wichtige Rolle spielen. „Wir sehen erhebliches Potenzial für die Gestaltung innovativer Versicherungslösungen unter Nutzung der dynamischen Entwicklungen der automobilen Technologien“, sagt Lienkamp. Das MTC wird, vorbehaltlich der Zustimmung durch die relevanten Aufsichtsbehörden, im Juni 2022 mit 15 Mitarbeitern den Betrieb aufnehmen.


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