22.12.2022 Sparten/Produkte

Gesetzliche Kassen erhöhen Beiträge

Das Vergleichsportal Check 24 hat recherchiert, wie sich die Kosten für gesetzlich Versicherte 2023 entwickeln. Ergebnis: Gut 40 Millionen Versicherte sind von Beitragserhöhungen betroffen.

Die Mehrbelastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beträgt in der Spitze knapp 30 Euro im Monat. (Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)
Die Mehrbelastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beträgt in der Spitze knapp 30 Euro im Monat.
(Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)

In der Pressemitteilung war durchaus Stolz herauszulesen: „Obwohl die finanziellen Herausforderungen im Gesundheitswesen weiter zunehmen, wird die KKH ihren Beitragssatz auch im kommenden Jahr stabil halten. Damit kommt die KKH nicht nur das sechste Jahr in Folge ohne Beitragssatzerhöhung aus, sondern kann ihren Mitgliedern 2023 sogar einen unterdurchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent bieten.”

Deutliche Mehrkosten zu erwarten

Dass das nicht die Regel ist, zeigt eine aktuelle Auswertung der Vergleichsplattform Check 24. Die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung erreichen demnach 2023 für Versicherte ein neues Rekordniveau. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt von 58.050 auf 59.850 Euro und der durchschnittliche Zusatzbeitrag erhöht sich von 1,3 auf 1,6 Prozent – liegt laut Check 24 wie bei der KKH im Durchschnitt aber wohl bei 1,5 Prozent. Jede Kasse entscheidet selbst über ihren individuellen Zusatzbeitrag. Von den aktuell 97 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland hatten bisher 48 Krankenkassen für 40,9 Millionen Mitglieder Beitragserhöhungen angekündigt. Diese liegen zwischen 0,10 und 0,70 Prozentpunkten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze zahlen so bis zu 347 Euro zusätzlich im Jahr. Bei Selbstständigen, die auch den Arbeitgeberanteil tragen, sind es bis zu 693 Euro jährlich.


20 Kassen halten Beitrag stabil

„Wie hoch die zusätzlichen Kosten am Ende sind, hängt davon ab, wie stark die eigene Krankenkasse den Zusatzbeitrag anhebt“, sagt Dr. Daniel Güssow, Managing Director gesetzliche Krankenkassen bei Check 24. „Der einzige Weg, höhere Beitragszahlungen zu vermeiden, ist der Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse.“ 20 der 97 gesetzlichen Krankenkassen werden ihren Zusatzbeitrag 2023 konstant halten. Hiervon profitieren 26,0 Millionen Mitglieder. Nur drei Kassen senken den Beitrag für ihre 85.000 Mitglieder. Durch eine Fusion gibt es zum Jahreswechsel nur noch 96 gesetzlichen Krankenkassen.


Wechsel der Kasse ist einfach 

Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag zum Januar 2023, dann haben Verbraucher bis zum 31. Januar ein Sonderkündigungsrecht. Mit den bereits bekannten Beitragssätzen können Arbeitnehmer laut Check 24 durch einen Wechsel der Krankenkasse bis zu 299 Euro jährlich sparen – Selbstständige das Doppelte. Der Wechsel funktioniert einfach online: Versicherte können eine neue Kasse wählen und den Wechsel beantragen. Die Abmeldung bei der bisherigen Kasse übernimmt die neue Versicherung. Eine Ablehnung seitens der neuen Krankenkasse ist nicht möglich, da der Gesetzgeber das ausschließt. Bisher mussten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten persönlich per Brief über eine Beitragserhöhung informieren. Diese Informationspflicht ist bis Ende Juni 2023 ausgesetzt. Check 24 rät deshalb, zum Jahreswechsel den Beitrag der Krankenkasse zu prüfen.


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