16.11.2021 Sparten/Produkte

PKV: Erneut überdurchschnitt­licher Prämienanstieg

Nach dem Beitragsschock dieses Jahres (8,1 Prozent) hat sich der Anstieg etwas abgeflacht. Aber mit durchschnittlich 4,1 Prozent steigen die Prämien für die Private Krankenversicherung auch im kommenden Jahr deutlich.

Höhere Beiträge: Viele privat Krankenversicherte bekommen in diesen Tagen Post mit unerfreulichem Inhalt. (Foto: PhotoDoc/Shotshop/uniVersa)
Höhere Beiträge: Viele privat Krankenversicherte bekommen in diesen Tagen Post mit unerfreulichem Inhalt.
(Foto: PhotoDoc/Shotshop/uniVersa)

Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden die Beiträge für ihre 8,7 Millionen vollversicherten Kunden Anfang kommenden Jahres im Schnitt um 4,1 Prozent anheben. Das geht aus einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hervor. Der Beitragsanstieg wird sich damit gegenüber dem laufenden Jahr deutlich abflachen, als das durchschnittliche Beitragsplus 8,1 Prozent betrug. Die 4,1 Prozent sind aber immer noch deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt, der bei 2,6 Prozent liegt. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) darüber berichtet. Wie in der Vergangenheit werden manche Versicherte gar nicht betroffen sein, bei anderen dürften die Anpassungen aber deutlich heftiger ausfallen. Die Corona-Pandemie spiele für die Entwicklung keine Rolle, so die SZ. Sie habe die PKV eher entlastet, weil weniger Behandlungen anfielen. Auf der anderen Seite haben die Gesellschaften allerdings Sonderzahlungen an Ärzte und Kliniken geleistet.

Studie: Beiträge zur PKV steigen langsamer als die zur GKV



Zuverlässig gibt es zum Jahresende Kritik, wenn die Unternehmen ihren Kunden mitteilen, was im kommenden Jahr auf sie zukommt. Denn es gibt auch Tarife, in denen die Versicherten mit heftigen, zum Teil zweistelligen Erhöhungen konfrontiert sind. Der PKV-Verband verweist ebenso regelmäßig darauf, dass es sich dabei um Ausrutscher handele, und kontert mit der WIP-Studie: Danach entwickelten sich die PKV-Prämien im Vergleich zu den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung in den vergangenen zehn Jahren relativ moderat. 

So lag die Prämiensteigerung in der PKV im Zeitraum von 2012 bis 2022 je Versicherten mit durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr niedriger als der Anstieg der durchschnittlichen Beitragszahlung in der GKV (3,3 Prozent). Der konstante allgemeine Beitragssatz in der GKV in den letzten Jahren suggeriere fälschlicherweise eine stabile Beitragsbelastung, so die PKV-Forscher. Aber: Liegt das Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG), steigt der GKV-Beitrag mit jeder Lohnerhöhung. Bei einem Einkommen oberhalb der BBG erhöht sich die Beitragszahlung mit jeder Erhöhung der BBG. Allerdings: In den Jahren 2021 und 2022 liegt der Pro-Kopf-Anstieg bei den Beitragseinnahmen in der GKV nur bei drei Prozent und zwei Prozent – deurtlich weniger als die 8,1 und die 4,1 Prozent in der PKV.

Ampelkoalition: Kein Systemwechsel geplant



Trotz der Altersrückstellungen der PKV sind Prämiensteigerungen gerade im Alter teilweise ein großes Ärgernis. Dazu kommt die Diskussion um eine „Zwei-Klassen-Medizin”, in der PKV-Versicherte nicht nur aufwendiger behandelt werden, sondern auch schneller einen Termin erhalten. Doch auch in einer Ampel-Regierung dürfte es beim dualen System bleiben. Grüne und SPD konnten sich mit ihrem Modell einer Bürgerversicherung nicht durchsetzen. Allenfalls könnte für Beamte der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung attraktiver gemacht werden. 


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