25.01.2024 Sparten/Produkte

Private Krankenversicherer mit zartem Zuwachs bei Vollversicherten

Zum ersten Mal seit 2011 dürfen sich die privaten Krankenversicherer wieder über einen leichten Nettozuwachs bei ihren Vollversicherten freuen. Das zeigen neueste Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV). Auch der Gesamtbestand konnte zulegen, was vor allem auf das Interesse an privaten Zusatzversicherungen zurückzuführen ist.

Privat oder Kasse? 2023 wechselten das sechste Jahr in Folge mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung als umgekehrt. (Foto: © Fokussiert – adobe.stock.com)
Privat oder Kasse? 2023 wechselten das sechste Jahr in Folge mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung als umgekehrt.
(Foto: © Fokussiert – adobe.stock.com)

Aufatmen bei den privaten Krankenversicherern: Im vergangenen Jahr konnte die Sparte nach Jahren des Rückgangs unterm Strich wieder einen hauchzarten Zuwachs bei den Krankenvollversicherten verbuchen. Nach Abzug der Sterbefälle und Abgänge wegen gesetzlicher Versicherungspflicht stieg die Zahl der Vollversicherten um 0,03 Prozent auf 8,71 Millionen, meldet der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Erstes Nettoplus nach elf Minusjahren

 

Damit ist der Bestand erstmals seit dem Rekordjahr 2011 netto wieder gewachsen. Damals hatte die Branche noch 8,976 Millionen Privatpatienten im Bestand. Seitdem war die Zahl stetig rückläufig. Zuletzt verzeichneten die privaten Krankenversicherer 2022 ein Minus von 0,16 Prozent.

Das sechste Jahr in Folge wechselten mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung als umgekehrt. 2023 entschieden sich 164.100 Personen für einen Übergang in die PKV. In die GKV wechselten 116.100 Personen, wobei diese Abgänge wegen der gesetzlichen Versicherungspflicht in der Regel nicht freiwillig erfolgten, wie der PKV-Verband feststellt. Im Saldo ergab sich ein Plus von 48.000 Versicherten zugunsten der PKV (Saldo 2022: plus 30.100).  

„Dass jedes Jahr fast 300.000 Versicherte zwischen den beiden Systemen wechseln, belegt einen funktionierenden Wettbewerb“, so der Vorsitzende des PKV-Verbands, Thomas Brahm. „Es motiviert GKV und PKV gleichermaßen, stetig besser zu werden, um die Versicherten zu überzeugen. Das stärkt die Qualität des deutschen Gesundheitswesens.“

Fast jeder Zweite hat eine private Krankenversicherung 

 

Insgesamt – also bei den Voll- und den Zusatzversicherten – melden die Anbieter privater Krankenversicherungen für das vergangene Jahr erneut ein stabiles Wachstum. Die Gesamtzahl der Versicherungspolicen im Bestand stieg um 2,33 Prozent auf 38,69 Millionen. Damit sei nahezu jeder Zweite in Deutschland privatversichert, so der PKV-Verband. Zurückzuführen ist der Anstieg vor allem auf die privaten Zusatzversicherungen. In diesem Bereich wuchs die Zahl der Verträge um 2,5 Prozent auf 29,98 Millionen. Immer mehr Versicherte setzten also auf zusätzliche private Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken.


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