25.11.2019 Studien | Tests

Im Härtetest: R+V Kranken­versicherung

Die R+V punktet bei der Krankenversicherung mit geringen Verwaltungskosten und überrascht mit enormem Wachstum in der Zusatzversicherung. Lediglich die Nettoverzinsung hinkt etwas hinterher.

In Zusammenarbeit mit der Rating-Agentur Assekurata unterzieht der FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi Deutschlands Krankenversicherern regelmäßig einem Härtetest.
In Zusammenarbeit mit der Rating-Agentur Assekurata unterzieht der FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi Deutschlands Krankenversicherern regelmäßig einem Härtetest.

1Niedrigere Kapitalanlageerträge belasten Verzinsung

Der Rückgang der Nettoverzinsung auf 2,76 % ist auf deutlich gesunkene Erträge aus Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Auch fielen etwas höhere Abschreibungen auf Kapitalanlagen an.

2Hohes Wachstum beeinflusst Abschlusskostenquote wenig

Die R+V wächst in der Zusatzversicherung fünfmal so stark wie der Markt. Die Abschlusskostenquote (7,80 %) ist aber nur leicht überdurchschnittlich. Insofern spricht dies eher für Zurückhaltung bei den Provisionen.

3Verwaltungskostenquote: gutes Signal für Kunden

Die Verwaltungskostenquote (1,56 %) ist auffällig niedrig. Das spricht für sehr effiziente Abläufe und Strukturen. Ein großes Plus für Kunden. Der Markt arbeitet im Schnitt deutlich teurer. Die Quote liegt hier bei 2,26 %.

4Ergebnisquote dank geringer Zahlungen sehr hoch

Die hohe Ergebnisquote (18,49 %) ist wohl auf positive Selektionseffekte aufgrund des starken Wachstums zurückzuführen. Bei guter Risikoprüfung sind die Schadenaufwendungen in den ersten Jahren gering.

5Rohergebnisquote sinkt durch höhere Steuerlast

Die Rohergebnisquote (16,04 %) geht im Vorjahresvergleich deutlich stärker zurück als das versicherungsgeschäftliche Ergebnis. Grund sind das geringere Kapitalanlageergebnis und deutlich gestiegene Steueraufwendungen.

6Zuführung zur RfB bleibt überdurchschnittlich

Die RfB-Zuführungsquote zeigt an, wie viel für zukünftige Barausschüttungen und Beitragsdämpfungen seitens des Versicherers zurückgestellt wurde. Die R+V bleibt hier trotz eines Rückgangs (15,20 %) gut aufgestellt.

7Umsatzrendite sinkt 2018, bleibt aber relativ hoch

Durch den geringeren Rohüberschuss wird auch weniger in die RfB eingestellt – daher sinkt in der Folge auch die Umsatzrendite für Kunden. Dennoch liegt sie auch 2018 (14,19 %) auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

8Hohe RfB-Quote klares Zeichen für große Stabilität

Bei der R+V musste nur wenig zur Limitierung von Beitragsanpassungen entnommen werden. Die RfB-Quote (56,23 %) liegt auch wegen der genannten Selektionseffekte deutlich vor dem Markt, der lediglich einen Wert von 39,17 % verzeichnet.

9Immerhin leichtes Wachstum bei Vollversicherten

Im allgemeinen Marktumfeld kann man in der Vollversicherung kaum noch Wachstum generieren. Die Zuwachsrate der R+V (0,83 %) ist vor diesem Hintergrund recht beachtlich. Der Markt liegt schlechter bei –0,20 %.

10Bestandsentwicklung bei Zusatzversicherten positiv

Die außergewöhnlich hohe Wachstumsrate in der Zusatzversicherung resultiert wohl aus dem Vertriebsweg Volksbanken und dem sehr guten und direkten Kundenkontakt. Die R+V wächst mit elf Prozent enorm.

Wie sich der Härtetest zusammensetzt

  • Nettoverzinsung: Kapitalanlageergebnis in Prozent des mittleren Kapitalanlagebestandes zu Buchwerten.
  • Abschlusskostenquote: Abschlussaufwendungen in Prozent der verdienten Bruttoprämien.
  • Verwaltungskostenquote: Verwaltungsaufwendungen in Prozent der verdienten Bruttoprämien.
  • Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote: Versicherungsgeschäftliches Ergebnis in Prozent der verdienten Bruttoprämien.
  • Rohergebnisquote: Rohergebnis nach Steuern in Prozent der Summe aus verdienten Bruttoprämien und Kapitalanlageergebnis.
  • RfB-Zuführungsquote: Zuführungen zur erfolgsabhängigen RfB brutto (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) in Prozent der verdienten Bruttoprämien.
  • Umsatzrendite für Kunden: Zuführungen zur erfolgsabhängigen RfB brutto und gesamte Direktgutschrift in Prozent der Summe aus verdienten Bruttoprämien und Kapitalanlageergebnis.
  • RfB-Quote: Endbestand erfolgsabhängige RfB (Rückstellungen für Beitragsrückerstattung) in Prozent verdienter Bruttoprämien.
  • Zuwachsrate vollversicherte Person: Veränderung der Anzahl vollversicherter Personen in Prozent des Vorjahresendbestands.
  • Zuwachsrate zusatzversicherte Person: Veränderung der Anzahl zusatzversicherter Personen in Prozent des Vorjahresendbestands.

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