07.08.2020 Tarifvergleich

Private Rentenversicherung: Das sind die besten Tarife

Je nach Sicherheitsbedürfnis können Kunden aus einer Fülle von Rententarifen wählen. Ob fondsgebunden oder Neue Klassik – die besten im Vergleich.

Analysten haben eine Vielzahl an Rententarifen mit top Noten geratet. Welchen Weg der Sparer geht, hängt von seinen Bedürfnissen ab. (Foto: Wilfried Pohnke/Pixabay)
Analysten haben eine Vielzahl an Rententarifen mit top Noten geratet. Welchen Weg der Sparer geht, hängt von seinen Bedürfnissen ab.
(Foto: Wilfried Pohnke/Pixabay)

Für Altersvorsorge begeistern.

Einkommensverluste machen den Ausbau der Altersvorsorge in Corona-Zeiten noch schwieriger. Dennoch sollten Makler versuchen, ihre Kunden für einen Abschluss zu gewinnen, denn die einbrechende Konjunktur belastet die gesetzliche Altersrente – zusätzlich zum Demografie-Problem. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat private Rentenversicherungen erneut gründlich analysiert.

Die Fachleute nahmen insgesamt 145 Tarife von 52 Anbietern in den vier Teilbereichen Unternehmensqualität, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service unter die Lupe. FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi konzentriert sich auf die Kategorien Neue Klassik und fondsgebundene Tarife mit Garantien, weil diese Produktarten den Kunden neben Renditechancen auch Sicherheit bieten.

Für mehr Sicherheit.

Die Neue Klassik heißt so, weil die Sparbeiträge der Kunden in den Deckungsstock oder in ein sicherheitsorientiertes Sondervermögen des Versicherers fließen. Der Versicherte erhält eine zugesagte Mindestgarantie und eine jährliche Überschusszuweisung. Gleichzeitig bieten die Policen geringere Garantien als die Klassiker, meist nur zum Ende der Ansparphase. Durch diese Vorgehensweise schaffen sich die Anbieter etwas mehr Spielraum, um auch  in schwierigen Zeiten noch eine angemessene Rendite zu ermöglichen. Wer mehr Renditechancen möchte und dem Kapitalmarkt gegenüber aufgeschlossener ist, setzt auf fondsgebundene Rententarife mit Garantien. Meist kann der Kunde selbst das Garantieniveau wählen.

Qualität wiegt schwer.

Beim Rating des IVFP haben die Unternehmensqualität mit 35 Prozent und die Rendite des Produkts mit 30 Prozent das größte Gewicht. Aufgrund steigender Lebenserwartung und sehr langer Ansparphasen unterliegen Rentenversicherungen vom Zeitpunkt des Produktabschlusses bis zur Beendigung der Rentenzahlung einer Laufzeit von mehreren Jahrzehnten. Deshalb ist die Unternehmensqualität von ganz besonderer Bedeutung und es werden Segmente wie die Stabilität und Größe des Unternehmens analysiert. Entscheidend für die Beurteilung sind auch das Segment Sicherheit sowie Ertragskraft und Gewinn. Außerdem wird vom IVFP auch die Marktstellung des Unternehmens beurteilt.

Rendite unter der Lupe.

Bei der Rendite untersuchen die Experten, wie rentabel ein Versicherungstarif aus finanzieller Sicht für den Kunden ist. Die Renditeberechnungen erfolgen über verschiedene Musterfälle. Je nach Tarifvariante werden dabei die garantierten und prognostizierten Werte innerhalb der Renditeberechnungen unterschiedlich gewichtet. Bei klassischen Versicherungen erfolgt dies zu gleichen Teilen. Bei fondsgebundenen Versicherungen hingegen fließen die Ergebnisse der garantierten Rendite zu 25 Prozent und die der prognostizierten Rendite zu 75 Prozent in die Bewertung ein. 

Wegen der langfristigen Vertragsverpflichtung ist auch ein kundenfreundlicher und auf die Bedürfnisse des Beitragszahlers anpassungsfähiger Vertrag ein wichtiges Kriterium, das mit der Teilnote Flexibilität bewertet wird. Sie geht mit 25 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Der Teilbereich Transparenz und Service bestimmt die Gesamtnote zu zehn Prozent.

Bestnote für Allianz.

Bei den Tarifen der Neuen Klassik bekommt nur die Allianz für ihr Produkt Perspektive die Spitzennote „Exzellent“. 2020 zahlt Allianz Leben hier eine laufende Verzinsung von 2,6 Prozent, die Gesamtverzinsung liegt bei 3,4 Prozent. Der Versicherer versucht mit alternativen Anlageklassen wie Immobilien, Beteiligungen an Unternehmen und Infrastruktur-Investments die Renditen zu erwirtschaften, die die ehemals dominierenden Staatsanleihen längst nicht mehr abwerfen. 16 weitere Anbieter schneiden insgesamt mit „Sehr Gut“ ab.

Die Neue Klassik ist die Antwort der Versicherer, wenn es um die Altersvorsorge für sehr sicherheitsorientierte Kunden im Umfeld der Niedrigzinsphase geht. Kunden, die sich dafür interessieren, sollten einen Abschluss in jedem Fall noch in diesem Jahr tätigen. Denn die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) will dem Bundesfinanzminister vorschlagen, den Höchstrechnungszins zum 1. Januar 2021 auf 0,5 Prozent abzusenken. Er liegt seit 2017 bei 0,9 Prozent.

Tarife der Neuen Klassik

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat in verschiedenen Kategorien insgesamt 145 Tarife der privaten Rentenversicherung von 52 Anbietern in den vier Teilbereichen Unternehmensqualität, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service untersucht. Der FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi beschäftigt sich mit den Kategorien Neue Klassik und fondsgebundene Tarife mit Garantien. Die Rangliste richtet sich nach der Gesamtnote. Bei gleicher Note ist die Reihenfolge alphabetisch.

Elf exzellente Fondsprodukte.

Die Anbieter Allianz, Alte Leipziger, Axa, Condor, Continentale, LV von 1871, Neue Leben, Stuttgarter, Swiss Life, Württembergische und Zurich bieten fondsgebundene Tarife mit Garantie, die vom IVFP mit "Exzellent" bewertet wurden. Die Kunden können bei den ausgezeichneten Tarifen zwischen Einzelfonds und gemanagten Strategien wählen. Einige Anbieter wie LV 1871, Alte Leipziger, Allianz, Basler, HDI und Ergo bieten auch komfortorientierte Depotlösungen an, die dem Versicherten Entscheidungen abnehmen. Das Fondssortiment der Tarife deckt die wichtigsten Anlageklassen ab. Die meisten Fonds haben Condor (108), LV 1871 (98), Basler (91), Alte Leipziger (87) und Continentale (87). Bei den meisten Tarifen können die Kunden auch das Minimum und Maximum der Beitragsgarantie wählen. Bei der LV 1871, der Württembergischen und der Hanse Merkur sind es zwischen null und 100 Prozent.

Große Auswahl für die Rente.

Je nach Sicherheitsbedürfnis können die Kunden also aus einer Fülle von Rententarifen für ihre Altersvorsorge wählen. Die Corona-Pandemie sollte kein Grund sein, die private Altersvorsorge aufzuschieben. Denn die Produkte sind inzwischen so flexibel, dass auch ein finanzieller Engpass in der Ansparphase durchgestanden werden kann. Die steuerlichen Argumente sind ebenfalls bedenkenswert: Bei der privaten Rente muss nur der Ertragsanteil versteuert werden. Dabei gilt: Je später der Rentenbeginn, desto geringer der Steueranteil. Bei Rentenbeginn mit 67 Jahren liegt der Ertragsanteil bei 17 Prozent.

Fondsgebundene Tarife mit Garantie

Wie bei der Neuen Klassik gehen auch hier die Teilbereiche mit einer unterschiedlichen Gewichtung in die Bewertung ein. So macht die Qualität des Unternehmens 35 Prozent aus, die Rendite wird mit 30 Prozent gewichtet, die Flexibilität mit 25 Prozent und die Transparenz mit zehn Prozent.


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