04.03.2019 Studien | Tests

Starke Tarife für die Rente vom Chef

Das Betriebsrentenstärkugsgesetz soll der bAV zu neuem Schwung verhelfen. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat 93 Produkte einem Rating unterzogen. Welche Direktversicherungen besonders empfehlenswert sind.

Ein Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorgung ist bei neuen Verträgen für Bosse jetzt Pflicht. (Foto: Christian Dubovan/Unsplash)
Ein Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorgung ist bei neuen Verträgen für Bosse jetzt Pflicht.
(Foto: Christian Dubovan/Unsplash)

Arbeitgeber und Staat helfen bei der Altervorsorge.

Seit Jahresbeginn müssen sich Arbeitgeber an neu abgeschlossenen Verträgen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) finanziell beteiligen. Bei Verträgen mit Datum 1. Januar 2019 und später muss der Arbeitgeber laut Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) einen Zuschuss von 15 Prozent des Beitrags zahlen, sofern er Sozialbeiträge spart. Wenn die Vereinbarung zur Entgeltumwandlung vor dem 1. Januar 2019 erfolgte, dann gibt es den Zuschuss des Arbeitgebers erst ab 2022. Mit diesen Vorgaben des Gesetzgebers soll die bAV an Attraktivität gewinnen. Bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze können Arbeitnehmer ohne Abzug von Sozialabgaben und Steuern in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investieren. Der maximale komplett abgabenfreie Anteil steigt damit 2019 von 260 auf 268 Euro monatlich.

Zuschluss lohnt sich.

Der Arbeitgeberzuschuss erhöht den Beitrag des Arbeitnehmers. Angenommen, er verdient im Monat 3500 Euro und zahlt monatlich 100 Euro in einen Versicherungsvertrag ein, dann fließen mit dem Zuschuss des Arbeitgebers monatlich 115 Euro in die Altersvorsorge. Durch Zuschuss, ersparte Steuern und Sozialabgaben liegt der effektive monatliche Beitrag für den Arbeitnehmer aber nur bei 51,35 Euro. Mehr als die Hälfte des Beitrags wird also gefördert. Das sollte viele überzeugen. Was der Einsatz an Extrarente bringt, zeigt dieses Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der bei Vertragsbeginn 35 Jahre alt ist, kann bei Beginn der Rentenzahlung mit 67 Jahren mit einer monatlichen Rente von 206 Euro rechnen. Garantiert sind 144 Euro. Für die Berechnung hat die Signal Iduna eine durchschnittliche Fondsperformance von drei Prozent bis Rentenbeginn angenommen.

Die besten Direktversicherungen:

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat 93 Tarife für eine Direktversicherung von 48 Anbietern anhand von insgesamt 80 Kriterien bewertet. Die Gesamtnote des Ratings setzt sich aus den vier Bereichen Unternehmen, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service zusammen. Am höchsten haben die Fachleute die Kategorie Unternehmen gewichtet. Sie macht 35 Prozent aus.

Rendite hat großes Gewicht.

Der Bereich Rendite geht mit 30 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Aus einer Reihe von Musterrechnungen bestimmen die garantierte und die prognostizierte Rendite einen Großteil der Teilnote. Als weitere Kriterien fließen in die Bewertung: Die Beurteilung der zur Verfügung stehenden Investmentfonds, Kosten für Beitragsfreistellungen oder Zuzahlungen sowie die Kosten, die in der Rentenphase anfallen, um nur einige Beispiele zu nennen. Ebenfalls mit 25 Prozent wird die Flexibilität des Vertrags bewertet. Wegen der langen Vertragsbindung erwarten die Kunden ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt. Die Merkmale hierfür reichen von der Auswahl der Anlagemöglichkeiten über das Ablaufmanagement bis zum Einschluss von Zusatzversicherungen. Transparenz und Service bestimmen die Gesamtnote zu zehn Prozent. Hier geht es vor allem darum, wie gut der Kunde über Kosten und deren Auswirkungen auf die Rendite sowie über relevante Rechnungsgrundlagen informiert wird. Wichtig in diesem Zusammenhang sind für den Kunden auch die Hinweise auf die Besteuerung und die sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Renten- oder Kapitalleistungen.

Allianz überzeugt in allen Kategorien.

Ob neue Klassik, fondsgebundene Konzepte oder die Beteiligung an einem Index: Für die bAV stehen viele sehr gute oder gute Tarife zur Verfügung. Makler können sich anhand der Tabellen einen Überblick verschaffen. In allen drei Kategorien überzeugt die Allianz als bester Anbieter. Ebenfalls eine sehr gute Note erreichen in der Neuen Klassik Continentale, Provinzial Nordwest und Alte Leipziger. Bei den fondsgebundenen Tarifen erzielen Allianz, Stuttgarter, Württembergische, Alte Leipziger und LV 1871 eine Gesamtnote von bis zu 1,4. Bei den Indexpolicen liegen Allianz, Stuttgarter, Nürnberger, Axa und Württembergische mit ihren Tarifen vorn.


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