09.07.2021 Vermittlerwelt

Positive Halbjahres­bilanz in Sachen Weiter­bildung

1,1 Millionen Stunden absolvierter qualifizierter Weiterbildungszeit von Vermittlern hat die Brancheninitiative „gut beraten“ nach zwei Quartalen erfasst. Dabei sank die Zahl der Bildungskonten zuletzt leicht. E-Learning-Formate bleiben im Trend.

Versicherungsvermittler und –berater sowie die unmittelbar bei der Vermittlung oder Beratung mitwirkenden Beschäftigten müssen sich nach der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (kurz: IDD) seit 2018 jährlich weiterbilden. (Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)
Versicherungsvermittler und –berater sowie die unmittelbar bei der Vermittlung oder Beratung mitwirkenden Beschäftigten müssen sich nach der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (kurz: IDD) seit 2018 jährlich weiterbilden.
(Foto: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Fast ein Fünftel der insgesamt 149.343 an der Brancheninitiative „gut beraten“ teilnehmenden vertrieblich Tätigen hat bereits zur Jahreshälfte die gesetzlich geforderte Weiterbildung (15 Stunden) dokumentiert. 4590 Teilnehmende haben sogar den freiwilligen höheren Branchenstandard von 30 Stunden und mehr erreicht. Insgesamt weisen die „gut beraten“- Bildungskonten bis zur Jahresmitte mehr als 1,1 Millionen Stunden absolvierter qualifizierter Weiterbildungszeit aus. Ein Großteil der Maßnahmen fand im ersten Quartal statt (722.722 Stunden); für das zweite Quartal wurden bisher 450.438 Stunden in der Weiterbildungsdatenbank erfasst. Das geht aus dem nun veröffentlichten Quartalsbericht für das zweite Quartal 2021 der Initiative hervor.

Fokus auf Fachkompetenz

 

Demnach sank die Zahl der Bildungskosten nach einem Anstieg zu Jahresbeginn im zweiten Quartal leicht um 755. Das Gros der Bildungsmaßnahmen konzentriert sich auf die Vermittlung von Fachkompetenz (81 Prozent). Darunter fallen zum Beispiel solche Maßnahmen, die sich mit relevanten gesetzlichen Neuerungen bzw. Änderungen befassen sowie mit Neuerungen und Veränderungen in der Produktwelt. Beratungskompetenz wird in rund einem Fünftel der Maßnahmen (19 Prozent) geschult.

Eine Mehrheit der Teilnehmenden bilden Ausschließlichkeitsvermittler (47.113) und der Angestellte Außendienst (31.158). Diese Gruppe umfasst mehr als die Hälfte der Teilnehmenden; Makler (25.690) und Mehrfachagenten (9243) stellen zusammen etwa ein Viertel.

Träger der Initiative betonen hohen Stellenwert

 

„Die gesetzliche Verpflichtung von 15 Stunden Weiterbildung im Jahr stellen für uns keine Hürde dar“, so Gerald Archangeli, Vorsitzender des Trägerausschusses von „gut beraten“. „Die Brancheninitiative gut beraten hat uns hervorragend vorbereitet und leistet in der Zukunft weiter beste Dienste für vertrieblich Tätige, Versicherungsunternehmen, Maklerbetriebe und Bildungsdienstleister”. Monika Klampfleitner, Leiterin der Geschäftsstelle „gut beraten“, zeigt sich ebenfalls zufrieden mit der Entwicklung: „Die rund 150.000 Bildungskonten, die wir zurzeit aktiv führen, sind ein großer Vertrauensbeweis, den uns die Branche entgegenbringt.“

Trend zu E-Learning-Formaten verstetigt sich

 

Präsenzveranstaltungen spielen laut der Initiative bei Weiterbildungsmaßnahmen nunmehr seit rund 15 Monaten nur noch eine geringere Rolle. Aktuell liegt deren Anteil bei acht Prozent aller Veranstaltungen. Das entsprechend höhere Angebot an E-Learning-Formaten (seit über einem Jahr konstant bei etwa 90 Prozent) zeuge zugleich von Flexibilität und hohem Engagement der Bildungsanbieter. Innerhalb der E-Learning-Formate zeichnet sich in diesem Jahr ein anhaltender Trend (20 Prozent der Lernformen) hin zu gesteuerten Maßnahmen ab, wie etwa Lernen in Online-Klassen oder anderen geschlossenen und angeleiteten Gruppen.

Initiative „gut beraten“

„gut beraten“ ist eine freiwillige Initiative der Versicherungswirtschaft mit dem Ziel, die Weiterbildungsaktivitäten der Branche aufzuzeigen und die Professionalisierung der vertrieblich Tätigen zu fördern. Zu den Trägern zählen das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. und sieben weitere Branchenverbände. Das BWV koordiniert als Bildungsverband die überbetrieblichen Bildungsaktiviäten des Wirtschaftszweigs, gestaltet und sichert die Qualität der beruflichen Bildung auf Bundesebene und ist nach eigener Aussage die Stimme der Versicherungswirtschaft in Bildungsfragen.


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