24.04.2026 Branche

Bei den Benefits vom Betrieb ist noch viel Luft nach oben

Die Alte Leipziger Leben und die Hallesche Kranken (ALH Gruppe) haben gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Forsa die betriebliche Versorgung in mittelständischen Unternehmen unter die Lupe genommen. Laut der Studie bleibt die betriebliche Altersversorgung Standard und die betriebliche Krankenversicherung gewinnt an Bedeutung.

Für Zahngesundheit, Brille, Check-ups oder im Krankenhaus: Mit einer betrieblichen Krankenversicherung profitieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von medizinischen Extra-Leistungen. Und der Arbeitgeber steigert seine Attraktivität. (Foto: © Nuthawut - stock.adobe.com)
Für Zahngesundheit, Brille, Check-ups oder im Krankenhaus: Mit einer betrieblichen Krankenversicherung profitieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von medizinischen Extra-Leistungen. Und der Arbeitgeber steigert seine Attraktivität.
(Foto: © Nuthawut - stock.adobe.com)

In Zeiten akuten Fachkräftenotstands ist betriebliche Vorsorge für Unternehmen wichtiger denn je. Einerseits, um sich im „War for Talents“ als besonders attraktiver Arbeitgeber von der Konkurrenz abzuheben, andererseits, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Doch ein zentraler Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte wird von vielen mittelständischen Unternehmen noch nicht voll ausgeschöpft, ermittelte das Institut Forsa im Rahmen einer repräsentativen Studie für die ALH Gruppe.

Studie zeigt stabile Trends

 

Die Ergebnisse zeigen im Vergleich zur Vorgängerstudie im Jahr 2024 Kontinuität: Danach bleibt die Bedeutung klassischer Benefits zur Mitarbeitergewinnung und -bindung weitgehend stabil. Zusätzliche Vergütungen wie Urlaubsgeld, Prämien oder Boni führen mit 90 Prozent weiterhin das Ranking an, während die betriebliche Altersversorgung (bAV) im oberen Mittelfeld rangiert. Rund 72 Prozent der befragten Unternehmen halten sie für wichtig. Gleichzeitig zeigt sich eine Lücke zwischen Bedeutung und Umsetzung einzelner Benefits, insbesondere bei neueren Angeboten wie der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), die erstmals in die Erhebung einfloss und 40 Prozent Nennungen erzielte.

Viel ungenutztes Potenzial bei der bAV

 

Die bAV ist im deutschen Mittelstand fest verankert – etwa als Betriebsrente oder Direktversicherung. Gleichzeitig, so zeigt die Studie, bleibt ihr strategisches Potenzial vielfach ungenutzt: In rund 40 Prozent der befragten Unternehmen nutzen weniger als ein Viertel der Beschäftigten die Entgeltumwandlung, und über die Hälfte der Arbeitgeber beschränkt sich beim Zuschuss auf den gesetzlichen Mindestanteil von 15 Prozent. „Die betriebliche Altersversorgung ist im Mittelstand zwar etabliert, wird aber häufig noch als Pflichtleistung verstanden und nicht als strategisches Instrument zur Mitarbeiterbindung genutzt“, sagt Dr. Jürgen Bierbaum, Vorstand der Alte Leipziger Lebensversicherung. „Gerade höhere Arbeitgeberzuschüsse könnten die Attraktivität deutlich steigern und die Verbreitung erhöhen“, rät Bierbaum.

Ein Drittel der Unternehmen setzt auf BU-Zusatz

 

Ein Drittel der Unternehmen bietet im Rahmen der bAV bereits die Möglichkeit an, eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) abzuschließen. Damit besteht für die Belegschaften ein erhebliches Potenzial, die betriebliche Versorgung um einen wichtigen biometrischen Schutz zu erweitern. Insbesondere die Kombination aus Altersvorsorge und Absicherung der Arbeitskraft kann die Attraktivität der bAV weiter steigern und den Nutzen für Mitarbeitende deutlich erhöhen, heißt es seitens der ALH-Gruppe.

Mehr Einsatz für die Gesundheit der Mitarbeiter

 

Die vergleichsweise junge arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung wird aktuell erst von gut einem Viertel der Unternehmen angeboten. Gleichzeitig halten bereits vier von zehn Arbeitgebern diesen Benefit für wichtig. „Die betriebliche Krankenversicherung befindet sich klar in einer Wachstumsphase“, erklärt Wiltrud Pekarek, Vorständin der Hallesche Krankenversicherung. „Das Interesse der Unternehmen ist deutlich größer als die aktuelle Verbreitung. Hier sehen wir in den kommenden Jahren erhebliches Ausbaupotenzial“, so Pekarek.

Während jedoch 60 Prozent der befragten Unternehmen keine rein arbeitgeberfinanzierte bAV anbieten, zeigt sich bei der bKV ein anderes Bild: Trotz ihrer noch geringeren Verbreitung ist der Anteil arbeitgeberfinanzierter Angebote unter den befragten Unternehmen bereits vergleichsweise hoch. Dies deute darauf hin, so die Studienmacher, dass Unternehmen neue Benefits wie die bKV stärker als vollständig finanzierte Zusatzleistung positionierten, während die bAV häufig noch im Rahmen der Entgeltumwandlung umgesetzt werde.

Blick in die Zukunft: Vorsorge gewinnt insgesamt an Bedeutung

 

Die große Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass betriebliche Vorsorgelösungen künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. 90 Prozent erwarten insgesamt eine steigende Relevanz. Bei der konkreten Präferenz sehen viele Unternehmen zwar weiterhin die bAV vorn. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass beide Systeme künftig stärker parallel genutzt werden könnten. Dabei könnte insbesondere eine stärkere Arbeitgeberfinanzierung und eine strategische Einbindung in das Benefit-Portfolio die Wirkung auf Mitarbeitergewinnung und -bindung deutlich erhöhen.

 


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