Bühne frei für Insurance goes KI
Premiere für die Assekuranz auf dem BIG BANG KI Festival: FOCUS MONEY-Versicherungsprofi und der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung luden Experten aus Politik und Versicherungswirtschaft nach Berlin

(Foto: Offenblende/Tilemachos)
Aufbruchstimmung in der Alten Münze in Berlin: Am 10. und 11. September 2025 traf hier digitale Transformation auf 30er-Jahre-Architektur, war die Hauptstadt erneut Mittelpunkt der internationalen KI-Szene. Mehr als 8000 Gäste besuchten das BIG BANG KI Festival 2025. Auf dem Programm: Themen aus Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Politik, Medien – schließlich hat KI Einfluss auf alle Lebensbereiche. Und so gaben mehr als 400 hochkarätige Speakerinnen und Speaker Einblicke und Ausblicke: in aktuelle Entwicklungen, innovative Anwendungen und die Trends der Zukunft.
Geballte Kompetenz an Bord
Auf Europas größtem KI-Event spielte in diesem Herbst auch die Versicherungsbranche eine bedeutende Rolle. Erstmals fand der Entscheider-Gipfel „Insurance goes KI“ von FOCUS MONEY-Versicherungsprofi und AfW Bundesverband Finanzdienstleistung auf einer eigenen Bühne statt. Ob Vermittlerinnen und Vermittler aus der Praxis, Mittelständler, Gründer oder andere Interessierte – das Publikum erlebte auf der Pluto-Stage vier Stunden lang ein kurzweiliges Programm: Impulsvorträge, Keynotes, Live-Sessions, Podiumsdiskussionen, Kurzfilme und mehr.
KI-Vermittler mit Berührungsangst
Experten aus Politik, Versicherung, Maklerhaus, Softwareunternehmen, Ratingagentur, Verband und Medien gaben sich auf der Bühne das Mikro in die Hand. Eine der zentralen Botschaften: Wer in der Versicherungswelt der Zukunft bestehen will, braucht Mut und Vertrauen. Dass es hieran bisher meist fehlt, zeigte Co-Moderator Frank Rottenbacher anhand der Ergebnisse des AfW-Vermittlerbarometers. „Unterm Strich nutzt nur jeder zehnte Vermittler täglich ein KI-Tool“, so der AfW-Geschäftsführer.
Booster fürs Business
Wie Vertriebsprofis KI als Co-Intelligenz und Booster für ihr Business anwenden, führte Johannes Oberhofer, Leiter des Digital Hub der Bayerischen, vor. „Fragt euch zuerst, welches Problem ihr lösen wollt. Danach wählt ihr eure Tools aus“, so der Experte. Ein Problem lösen – vor dieser Aufgabe stand auch der Sachversicherer Domcura, als vor zwei Jahren Extremwetterschäden und Fachkräftemangel für bis zu 50 Tage Rückstand bei der Schadenbearbeitung sorgten. „Uns stand das Wasser buchstäblich bis zum Hals“, erinnerte sich Domcura-CEO Uwe Schumacher auf der Pluto-Stage und präsentierte auch gleich die Lösung: KIM – Deutschlands ersten KI-Mitarbeiter in der Versicherungsbranche, der Schäden komplett eigenständig in Sekundenschnelle abwickelt. Fehlen Dokumente, erhält der Kunde innerhalb von Minuten eine individuelle Rückmeldung – auch nachts oder am Wochenende. „Wenn am Sonntagabend nach dem Tatort eine Schadenmeldung eingeht, bekommt der Kunde binnen drei bis vier Minuten eine E-Mail von uns.“ Wichtig, damit das Vertrauen der Kunden erhalten bleibt: „KIM bereitet vor, aber es gibt immer ein Mensch die Auszahlung der Leistung frei“, so der Diplom-Informatiker.
Human-in-the-Loop: Warum der Mensch das Kommando auf der Brücke nicht abgeben darf, diskutierten auch muffintech-Gründer Simon Moser und Versicherungen-mitKopf-CEO Bastian Kunkel im Doppelinterview. „Bei wichtigen Themen wie Lebensversicherung, Berufsunfähigkeit oder im Schadenfall wollen die Kunden wissen, dass noch ein Mensch dahintersteht – jemand, der prüft, ob alles korrekt ist, und der im Ernstfall da ist“, weiß Influencer Kunkel aus Erfahrung.

(Foto: Offenblende/Tilemachos)
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