22.02.2022 Branche

Allianz mit starkem 2021er-Ergebnis

Fast 150 Milliarden Euro Umsatz, mehr als 13 Milliarden Euro Gewinn: Deutschlands Branchenprimus Allianz hat, was den Gesamtkonzern angeht, ein wachstumsstarkes Jahr hinter sich. Allerdings belasten Milliarden-Rückstellungen für Rechtsrisiken in den USA das Jahresergebnis.

In der Münchner Konzernzentrale der Allianz kann man sich über gute Resultate freuen. (Foto: Allianz Deutschland AG)
In der Münchner Konzernzentrale der Allianz kann man sich über gute Resultate freuen.
(Foto: Allianz Deutschland AG)

Zusammen mit den Zahlen fürs 4. Quartal hat der Allianz-Konzern auch die vorläufigen  Ergebnisse fürs Gesamtjahr 2021 vorgelegt. Der Umsatz stieg demnach gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf 148,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich sogar um knapp ein Viertel auf 13,4 Milliarden Euro – in dieser Größenordnung soll es sich auch im laufenden Jahr bewegen. „Trotz anhaltender Herausforderungen im Jahr 2021 hat die Allianz ihre Widerstands- und Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Wir haben ein operatives Rekordergebnis erzielt”, sagt Oliver Bäte, Vorstandvorsitzender der Allianz SE.

Rekorddividende trotz Rechtsrisiken in den USA



Ein gar nicht so kleiner Wermutstropfen: Im vierten Quartal kam es zu einem auf die Anteilseigner entfallenden Verlust von knapp 300 Millionen Euro, wodurch der Jahresüberschuss gegenüber 2020 um 2,9 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zurückging. Hintergrund ist eine einmalige Rückstellung von 3,7 Milliarden Euro. Diese Rückstellung dient der Absicherung von Vergleichen mit Großanlegern der „AllianzGI U.S. Structured Alpha Fonds“. Die Allianz stehe hier in Gesprächen mit den US-Regulierungsbehörden. Allerdings ist offen, wie der Streit um fehlgeschlagene Hedgefonds-Strategien ausgeht. Hier ist wohl noch mit weiteren Belastungen zu rechnen. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der Nettogewinn nach Unternehmensangaben um 38,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Trotzdem will der Konzernvorstand um Bäte die Dividende erhöhen: Die Aktionäre sollen eine Ausschüttung von 10,80 Euro pro Aktie erhalten – 1,20 Euro mehr als 2020.

Alle Geschäftsbereiche im Plus

 

Die Steigerung des operativen Ergebnisses um 2,6 Milliarden Euro führt der Konzern auf eine „höhere Profitabilität in allen Geschäftsbereichen” zurück. Im Einzelnen stieg der Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung um 4,8 Prozent auf 62,3 Milliarden Euro. Höhere Schäden durch Naturkatastrophen seien durch geringere COVID19-Auswirkungen kompensiert worden. Die Schaden-Kosten-Quote sank um 2,5 Prozentpunkte auf 93,8 Prozent, das operative Ergebnis stieg um 30,6 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro.

2,6 Billionen Euro verwaltetes Vermögen



Die Lebens- und Krankenversicherung trug mit 78,3 Milliarden Euro zu mehr als der Hälfte zum Umsatz bei. Das Plus von 5,8 Prozent ist nach Konzernangaben unter anderem auf Verkaufserfolge bei Index- und Fondspolicen in den USA und Italien zurückzuführen. Das operative Ergebnis der Sparte legte um knapp 15 Prozent auf gut fünf Milliarden Euro zu. Ebenfalls nach oben ging es beim Umsatz (plus 14,3 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro) und operativem Ergebnis (plus 22,3 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro) im Asset Management. Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis verbesserte sich hier um 2,7 Prozentpunkte. Die Versicherungsgruppe beschäftigte rund 155.000 Mitarbeiter und verwaltete Ende 2021 ein Vermögen von insgesamt 2,61 Billionen Euro – davon entfielen 1,97 Billionen Euro auf für Dritte verwaltetes Vermögen. 


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