09.11.2021 Branche

Allianz bringt Fonds für Klima­schutzprojekte

Die Europäische Investitionsbank legt gemeinsam mit Allianz Global Investors einen Fonds für Klimaschutzprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern auf. Grundlage ist die EU-Taxonomie für Nachhaltigkeit.

Im Kampf gegen den Klimawandel müssen private Investoren und öffentliche Hand zusammenarbeiten – und auch ärmere Regionen unterstützen. (Foto: Gerd Altmann/Pixabay)
Im Kampf gegen den Klimawandel müssen private Investoren und öffentliche Hand zusammenarbeiten – und auch ärmere Regionen unterstützen.
(Foto: Gerd Altmann/Pixabay)

Punktlandung zur Weltklimakonferenz in Glasgow: Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AllianzGI) haben im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft den „Emerging Market Climate Action Fund“ (EMCAF) aufgelegt. Die Regierungen Deutschlands und Luxemburgs, der Nordic Development Fund (multilaterale Entwicklungsfinanzierungsinstitution von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden), die Allianz, der schwedische Versicherer Folksam sowie die EIB fungieren dabei als Ankerinvestoren. Der EMCAF ist ein Dachfonds, der klimabezogene Investmentfonds und Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern unterstützt.

Innovatives Finanzierungsinstrument



Mit einem Zielvolumen von 500 Millionen Euro soll der EMCAF ein europäischer Flaggschiff-Fonds für Impact-Investment-Initiativen werden und in erheblichem Umfang privates Kapital mobilisieren, um Klimaschutzprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten auf den Weg zu bringen. „Die Unterstützung von Klimaschutzprojekten in Schwellen- und Entwicklungsländern ist der Schlüssel zur Erreichung der Pariser Klimaziele und zur Ankurbelung der Wirtschaftstätigkeit vor Ort. Als EU-Klimabank verfügen wir über eine langjährige Erfahrung mit innovativen Finanzierungsinstrumenten, um privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren”, sagt EIB-Vizepräsident Alok Sharma.

Der EMCAF investiert in spezialisierte Investmentfonds, die Projekte wie Onshore-Windparks, Photovoltaikanlagen sowie kleine und mittlere Wasserkraftwerke genauso unterstützen wie Energieeffizienzprojekte in Wohnungsbau bzw. Industrie oder Projekte, die Vorteile für die Umwelt bzw. die Ressourceneffizienz bringen. Um Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandels zu unterstützen, kann der Fonds auch Projekte finanzieren, die Städte und ihre öffentlichen Verkehrssysteme widerstandsfähiger gegen Überschwemmungen oder Hitze machen.

Grüne Entwicklungshilfe

 

Als Anlageberater des EMCAF ist die EIB für die Marktanalyse sowie die Ermittlung und Bewertung von Investitionen zuständig – einschließlich ihrer ökologischen und sozialen Aspekte. AllianzGI ist für das Fondsmanagement und die Auswahl der Zielinvestments zuständig. Der EMCAF entspricht nach Allianz-Angaben der neuen EU-Taxonomie und ist bei der OECD als Instrument zur öffentlichen Entwicklungshilfe akkreditiert. Die Anleger sollen eine transparente Berichterstattung über die Wirkung des Fonds, einschließlich wichtiger Leistungskennzahlen wie etwa erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien und vermiedene CO2 -Emissionen erhalten.

„Es ist davon auszugehen, dass die Pandemie in den Entwicklungsländern das bestehende Finanzierungsdefizit vergrößert hat, das zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 erforderlich ist”, sagt Tobias Pross, CEO von Allianz GI. Vielen Anlegern werde zunehmend bewusst, welche Rolle ihr Kapital bei der Beseitigung derartiger Ungleichgewichte spielen könne und sollte. „Impact Investments können dazu beitragen, zwei Ziele in einer einzigen Kapitalanlage zu vereinen: Gutes zu tun und eine Rendite zu erwirtschaften.“


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