21.10.2022 Branche

Ergo wird neuer Versicherungspartner von Sixt

Kooperationen in Sachen Mobilität haben bei Ergo gerade Konjunktur. Nach einer Vereinbarung mit dem chinesischen E-Auto-Hersteller Nio wurde nun auch die Zusammenarbeit mit dem Autovermieter Sixt bekannt. Derzeit werde für einen Teil der Flotte ein stärker nutzungsbasiertes Tarifmodell getestet.

Für Sixt könnte das neue Versicherungsmodell spürbare Einsparungen bringen. (Foto: SIXT SE)
Für Sixt könnte das neue Versicherungsmodell spürbare Einsparungen bringen.
(Foto: SIXT SE)

In der vergangenen Woche hatte der Versicherer Ergo eine Zusammenarbeit mit dem chinesisches Autobauer Nio bekannt gegeben. Die Düsseldorfer sind ist damit offizieller Versicherungspartner für E-Autos des Start-ups mit Sitz in Shanghai. Nio ist erst vor kurzem neben weiteren europäischen Ländern auf dem deutschen Markt gestartet und bietet seine Fahrzeuge hierzulande aktuell in einem Abo-Modell an. Bestandteil des monatlichen Abo-Preises ist dabei der Haftpflicht- und Kaskoschutz durch Ergo. Beide Unternehmen hatten zudem vereinbart, an weiteren Versicherungslösungen zu arbeiten, etwa im Bereich des autonomen Fahrens oder der Batterietechnologie.

Zwei Deals innerhalb von einer Woche

 

Keine Woche später verkündet die Munich Re-Tochter nun den nächsten großen Deal. Mit dem Autovermieter Sixt hat Ergo eine Kooperation für 10.000 der insgesamt 60.000 Flottenfahrzeuge vereinbart. Diese sollen in einem „dynamischen und auslastungsbasierten Tarifmodell“ versichert werden. Die Beiträge sollen sich unter anderem danach richten, ob, wann und wie lange die Autos vermietet werden. So sollen die tatsächliche Risikosituation und damit verbunden die Versicherungsprämien der einzelnen Fahrzeuge monatlich geprüft, kalkuliert und fortlaufend aktualisiert werden. Durch den Ansatz mit variablem Pricing könnten die Versicherungskosten für Sixt zum Beispiel in den Standzeiten an den Stationen reduziert werden. Das neue Tarifmodell wird bereits seit dem 1. September in einer Pilotphase getestet. Die bisherigen Erfahrungen sind nach Aussagen beider Partner positiv. Ob und wann über eine finale Einführung des Modells, womöglich für die gesamte Sixt-Flotte, entschieden wird, wurde nicht mitgeteilt.

Lösung für moderne Mobilitätsformate

 

Karsten Crede, Vorstandsmitglied der Ergo Digital Ventures AG und im Konzern für die Kooperation mit Autoherstellern und Vermietern zuständig, glaubt, dass die neue Produktlösung die richtige Antwort für moderne Mobilitätsformate ist. „Wir wissen, ob ein Fahrzeug unter einem Abonnement oder nur für eine Fahrt gemietet wird“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung”. Weitere wichtige Fragen für die passgenaue Versicherung seien laut Crede: An welchem Wochentag wird das Fahrzeug gemietet? Weichen Abholort und Rückgabeort voneinander ab? Wie lange ist das Fahrzeug unterwegs? Welche Schäden gab es schon? Die Ermittlung des individuellen Risikos des Fahrzeugs werde sehr viel passgenauer als bisher. „Wir können immer nachjustieren, und das ganze Modell wird ständig schlauer.“ Personenbezogene Daten werden nicht erhoben, betonte er. Auch das Fahrverhalten messe Ergo in der Zusammenarbeit mit Sixt nicht – anders als bei Telematik-Tarifen.


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