29.04.2024 Branche

Hanse-Merkur meldet Rekordzahlen

Der Hamburger Versicherer wächst überdurchschnittlich: Die laufenden Beitragseinnahmen steigen um 7,8 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern erreicht mit 134,7 Millionen Euro (+ 37,2 Prozent) das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Den stillen Lasten infolge gestiegener Zinsen begegnet das Unternehmen mit Wertberichtigungen.

Hanse-Merkur-Zentrale. Die Hamburger gelten als unkonventionell – aber die Strategie scheint aufzugehen. (Foto: Hanse Merkur)
Hanse-Merkur-Zentrale. Die Hamburger gelten als unkonventionell – aber die Strategie scheint aufzugehen.
(Foto: Hanse Merkur)

Im Juli feiert Eberhard Sautter Zehnjähriges als Vorstandvorsitzender der Hamburger Hanse-Merkur-Versicherung – und im kommenden Jahr steht der 150. Geburtstag der „Hanseatischen Krankenversicherung von 1875 Merkur VVaG" an, auf die der Versicherer zurückgeht. Da trifft es sich gut, dass die Hamburger Rekordzahlen vorlegen können. Etwas unbescheiden nennen sie sich selbst „Wachstumsmeister in Serie”.

Kontinuierliches Wachstum



Tatsächlich stiegen die Bruttobeitragseinnahmen auf knapp 2,69 Milliarden Euro – ein Plus von 3,2 Prozent. Damit wächst die Hanse-Merkur rund fünfmal so stark wie der Branchendurchschnitt (0,6 Prozent). Vor allem die Entwicklung der laufenden Beiträge (plus 7,8 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro) ist laut Vorstandschef Sautter eine nachhaltige Erfolgsgeschichte: „Seit 2010 wachsen diese jedes Jahr um durchschnittlich elf Prozent bzw. insgesamt um ca. 142 Prozent.“


Kranken-Sparte im Plus, Leben-Sparte im Minus



Die Hanse-Merkur hat ihre Geschäftsfelder in Begriffspaaren zusammengefasst: Bei „Schaden & Unfall“ erhöhen sich die Beitragseinnahmen zweistellig (+35,3 Prozent) – nicht zuletzt dank des strategischen Geschäftsfeldes Tierversicherungen. Im Bereich „Reise & Freizeit“ betrug das Plus 9,1 Prozent. Hier lieferten auch die Auslandstöchter ordentliche Wachstumsraten. Das Segment „Gesundheit & Pflege“ wuchs um 7,0 Prozent. Mit mehr als 300.000 Vollversicherten platziert sich die HM erstmals unter den Top-10 der privaten Krankenversicherer in Deutschland. Im Geschäftsfeld „Risiko & Altersvorsorge“ waren die Beitragseinnahmen aufgrund des stark reduzierten Einmalbeitragsgeschäfts deutlich rückläufig (-26,0 Prozent). Allerdings betonte Sautter, man habe das in einer Phase steigender Zinsen um 47,3 Prozent gesunkene Einmalbeitragsgeschäft zu einem großen Teil kompensieren können. 


Starkes Ergebnis, schwache Verzinsung



Das Konzern-Eigenkapital erreicht ein Plus von 13,3 Prozent (1,2 Milliarden Euro). Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern markiert mit 134,7 Millionen Euro (+ 37,2 Prozent) das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Darauf, dass sich das Unternehmen aktiv um die infolge des gestiegenen Zinsniveaus entstandenen stillen Lasten kümmert, zeigt die gesunkene Nettoverzinsung: In der Krankenversicherung waren es statt 2,4 Prozent im Vorjahr nur noch 1,6 Prozent. Damit liegt die Nettoverzinsung der Hanse-Merkur Krankenversicherung nach Unternehmensangaben erstmals seit 2012 unter dem Marktniveau (2,7 Prozent). Auch die Nettoverzinsung der HanseMerkur Lebensversicherung bleibt mit 1,7 Prozent hinter der Branche (2,2 Prozent) zurück.


Mehr Jobs und gute Aussichten



Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg auch im abgelaufenen Geschäftsjahr. Von den 1762 Angestellten waren 102 frisch im Unternehmen. Der Versicherer beteiligt seine Mitarbeitenden mit einer Sonderzahlung in Höhe von 2500 Euro am Unternehmenserfolg für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2023. Der Versicherer spricht vom „besten Vertriebsergebnis in 149 Jahren Unternehmensgeschichte”. „Wir gehen 2024 von einem erneut wachstumsstarken Geschäftsjahr für die Hanse-Merkur aus”, sagt Vorstandschef Sautter. Die positive Beitragsentwicklung im ersten Quartal spricht jedenfalls dafür. 


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