23.04.2021 Branche

HDI: Großzügigkeit zahlt sich aus

Zu den wenigen Versicherern, die bei Betriebsschließungsversicherungen kulant waren, gehört die Talanx-Tochter HDI. Das scheint bei den Geschäftskunden gut anzukommen. Mit dem neuen Strategieprogramm „Go25“ soll nun insbesondere das Firmenkundengeschäft weiter forciert werden.

Einstieg in schwierigen Zeiten: Christopher Lohmann leitet seit vergangenem Jahr als Vorstand das Privat- und Firmenkundengeschäft der Talanx Deutschland. (Foto: JohnMJohn/HDI )
Einstieg in schwierigen Zeiten: Christopher Lohmann leitet seit vergangenem Jahr als Vorstand das Privat- und Firmenkundengeschäft der Talanx Deutschland.
(Foto: JohnMJohn/HDI )

„Go25“ heißt die neue Strategie der Talanx-Versicherungsgruppe. Das Programm ist der Nachfolger des seit rund fünf Jahren laufenden Optimierungs- und Investitionsprogramms „KuRS“, mit dem der Konzern unter anderem den Weg in die digitale Welt vollzogen hat. Neben der Etablierung kürzerer Entscheidungswege steht dabei das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen besonders im Fokus. Bei denen hat das Image der Tochter HDI nach eigenen Angaben einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Hintergrund sei die Haltung des Versicherers zur Betriebsschließungsversicherung. Während viele Unternehmen Zahlungen verweigerten, hat die Gruppe in der Krise bisher insgesamt 79 Millionen Euro an ihre Kunden ausgezahlt. „Kunden und Makler finden unsere Haltung dazu sehr gut“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Christopher Lohmann, Talanx-Vorstand und als HDI-Deutschland-Chef seit 1. September 2020 für Privat- und Firmenkunden zuständig. Positiver Effekt: In den ersten zwei Monaten 2021 habe man das Neugeschäft bei kleinen und mittleren Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln können.

Ehrgeizige Wachstumsziele

 

Der Trend soll sich fortsetzen. Ziel ist es, bei Firmen und Freiberuflern deutlich zu wachsen – von 450 Millionen Jahresumsatz im vergangenen Jahr auf 800 Millionen im Jahr 2025 – das entspräche einem Plus von mehr als 70 Prozent. Allerdings muss der Versicherer dafür noch einiges tun. Zu den identifizierten Schwachstellen zählen etwa die hohen Kosten. Bei HDI Deutschland liegt die Beitrags-Kostenquote bei 33 Prozent und damit zwölf Punkte über dem Wert von Marktführer Allianz. „Kosteneffizienz spielt eine große Rolle, da haben wir noch Potenzial“, sagt Lohmann. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen 2020 bei 109 Prozent, ohne Corona-Effekte hätte sie bei rund 94 Prozent gelegen. 

Anpassung bei Betriebsschließungspolicen

 

Pandemierisiken, die wie im vergangenen Jahr zu Betriebsschließungsversicherung aller Lokale durch Allgemeinverfügungen führten, will die HDI zukünftig jedoch nicht mehr abdecken. Stattdessen werden Schäden nur noch dann erstattet, wenn ein Restaurant oder Hotel individuell auf Anordnung der Behörden seinen Betrieb einstellen muss – beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter an Corona erkrankt ist. Von solchen Anpassungen ihrer Policen berichteten in den vergangenen Monaten viele deutsche Versicherer.


Weitere Artikel

Listing

15.12.2025 Branche

ARAG übertrifft eigene Erwartungen

Der Rechtsschutzversicherer ARAG zieht eine erste Bilanz des zu Ende gehenden Geschäftsjahres und zeigt sich hochzufrieden: Fünf Jahre früher als geplant wird der Düsseldorfer Konzern voraussichtlich die Marke von drei Milliarden Euro an Beitragseinnahmen überspringen. Allerdings beanspruchen immer mehr Kundinnen und Kunden Leistungen aus ihrer Rechtsschutzversicherung. Vor allem mit Vermietern und Arbeitgebern kommt es offenbar zunehmend zu juristischen Auseinandersetzungen.

> weiterlesen
Listing

31.10.2025 Branche

Neues Trainingszentrum: Gegen alle Feuer gewappnet

Brände in Fabriken, Bürogebäuden oder Lagern verursachen jedes Jahr Milliarden-Schäden. Zurich Resilience Solutions hat jetzt das Thema Prävention in den Fokus gerückt und zusammen mit Johnson Controls International ein neues, hochmodernes Brandschutz-Trainingszentrum eröffnet.

> weiterlesen
Listing

17.10.2025 Branche

Nürnberger-Übernahme in trockenen Tüchern

Seltene Chance: Der mittelgroße, aber zuletzt etwas notleidende Versicherer Nürnberger geht an die österreichische VIG (Vienna Insurance Group). Andere Interessenten haben die Segel gestrichen.

> weiterlesen