14.04.2021 Branche

HUK-Coburg: Niedrigerer Gewinn, aber hohe Rück­zahlungen an Kunden

Paukenschlag für Kfz-Kunden der HUK-Coburg. Sie erhalten 150 Millionen Euro Beiträge zurück. Wegen Corona wurde 2020 deutlich weniger gefahren und es gab deutlich weniger Unfälle. Für den Versicherer fiel das Geschäftsjahr zufriedenstellend aus. Dem Beitragswachstum steht ein deutlicher Gewinnrückgang gegenüber.

Die Mitglieder und Kunden von Deutschlands Marktführer in der Kfz-Versicherung können sich freuen. Sie erhalten quasi als Corona-Sondereffekt 150 Millionen Euro von der HUK-Coburg zurück. (Foto: HUK-COBURG)
Die Mitglieder und Kunden von Deutschlands Marktführer in der Kfz-Versicherung können sich freuen. Sie erhalten quasi als Corona-Sondereffekt 150 Millionen Euro von der HUK-Coburg zurück.
(Foto: HUK-COBURG)

Die HUK-Coburg blickt nach eigenen Angaben trotz der Corona-Pandemie auf ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2020. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 2,6 Prozent auf 8,0 (Vorjahr: 7,8) Milliarden Euro. Die schwierigen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten drückten aber den Gewinn. Der Jahresüberschuss nach Steuern lag bei rund 393 (453) Millionen Euro und damit rund 13 Prozent niedriger als 2019. Das Kapitalanlagenergebnis im Konzern war zwar im Vergleich zum Vorjahr mit 8,7 Prozent auf 777 (852) Millionen Euro ebenfalls rückläufig. Überdurchschnittlich war die Entwicklung bei HUK24, dem Direktversicherer der Gruppe. Hier gab es ein zweistelliges Neugeschäftswachstum und ein Bestandswachstum von 9,5 Prozent. 

„Die HUK-Coburg hat sich in 2020 wiederholt als robust und leistungsstark erwiesen“, fasste Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK-Coburg das vergangene Geschäftsjahr zusammen. „Ich bin sehr zufrieden über diese Entwicklung. Niemand wusste, wie sich die Pandemie auf Kundenverhalten und unser Geschäft auswirken würde.“

Corona-Effekt beschert Kunden und Mitgliedern dreistelligen Millionenbetrag

 

Einhellige Freude dürfte bei den Kunden und Mitgliedern des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit herrschen. Das Unternehmen beteiligt sie mit einer Beitragsrückgewähr von insgesamt 225 Millionen Euro. Davon fallen neben der üblichen Erstattung wegen geringerer gemeldeter Fahrleistungen (40 Millionen Euro), zusätzliche 150 Millionen Euro auf die Kfz-Versicherung. Wegen der deutlich zurückgegangene Fahrleistung der Deutschen wurden weniger Unfälle verursacht und somit auch weniger Schäden beglichen. 300 Millionen Euro Coronabedingter Extragewinn sei auf diese Art beim Coburger Versicherer entstanden, berichtete Heitmann bei der Vorstellung der Geschäftszahlen. „Wir teilen uns das zwischen Unternehmen und Kunden“. Damit setzt der Marktführer die Konkurrenz unter Druck. Denn nur wenige andere Versicherer beteiligen ihre Kunden an den Einsparungen, darunter die DEVK in Köln. Die 150 Millionen an Rückzahlungen bedeuten im Schnitt 3,5 Prozent eines Jahresbeitrags, das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Neugeschäftsrekord in der Kfz-Versicherung

 

Ohnehin bleibt die Kfz-Sparte das Aushängeschild der HUK-Coburg. Der Marktführer erzielte mit über 1,5 Millionen neu versicherten Fahrzeugen wiederholt einen Neugeschäftsrekord, der für einen Bestandszuwachs von 4,4 Prozent auf mittlerweile knapp 13 Millionen versicherte Fahrzeuge sorgte. Damit wächst man nach eigenen Angaben mehr als drei Mal so schnell wie der Markt. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen auf Basis gesunkener Durchschnittsbeiträge um 1,4 Prozent auf 4,3 (4,2) Milliarden Euro. Für Kfz-Schäden ihrer Kunden und Anspruchsteller entstand ein Aufwand von 3,1 (3,6) Milliarden Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (brutto) lag bei 85,4 (97,2) Prozent.

Auch das von den Coburgern stets angepriesene Telematik-Geschäft gewinnt an Bedeutung. Heitmann: „Mittlerweile haben sich rund 400.000 Kunden für ‚Telematik Plus’ entschieden. Das Interesse ist ungebrochen groß.“ Um der wachsenden Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit gerecht zu werden, kündigte die HUK-Coburg an, ihre Telematik-App um eine Komponente zu umweltbewusstem Fahren zu erweitern. „Eco Drive“ bewertet das Fahrverhalten anhand von Geschwindigkeit, Beschleunigung und Streckeneigenschaften und belohnt nach Unternehmensangeben eine besonders umweltfreundliche Fahrweise.

Beitragswachstum über alle Sparten

 

Wachstum gab es auch in allen anderen Geschäftsbereichen. So stiegen die gebuchten Beiträge der Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen um 4,4 Prozent auf 1004,6 (962,2) Millionen Euro. In der Rechtsschutzversicherung erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 2,3 Prozent auf 281,1 (274,9) Millionen Euro. In der Lebensversicherung gab es zwar eine verstärkte Nachfrage nach Risikolebensversicherungen und der „Premium-Rente“. Die gebuchten Bruttobeitrags­einnahmen legten jedoch nur um 0,8 Prozent auf 814,0 (807,6) Millionen Euro zu. In der Krankenversicherung verweist die HUK-Coburg auf einen Bestandzuwachs um 23,7 Prozent und ein starkes Neugeschäft durch neue Tarife im Zusatzversicherungsbereich Die Prämieneinnahmen konnten in der Folge um 5,6 Prozent auf knapp 1,7 (1,6) Milliarden Euro zulegen. „Diese Ergebnisse belegen, dass wir mit allen Sparten sehr gut im Markt positioniert sind“, so Konzern-Chef Klaus-Jürgen Heitmann.

(Quelle: HUK-COBURG)
(Quelle: HUK-COBURG)

Weitere Artikel

Listing

08.02.2024 Branche

Talanx-Gruppe meldet Rekord-Gewinn

Die Hannoveraner Versicherungsgruppe hat 2023 nach vorläufigen Zahlen ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als prognostiziert. Unter dem Strich standen 1,58 Milliarden Euro – etwa 13 Prozent mehr als vorausgesagt.

> weiterlesen
Listing

30.01.2024 Branche

Helvetia zu einem der besten Arbeitgeber gekürt

Wichtig im Kampf um Talente: Wo profitieren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, aber auch potenzielle künftige Fachkräfte von einem herausragenden Arbeits- und Entwicklungsumfeld? Das hat das „Top Employers Institute“ erneut untersucht. Zum dritten Mal in Folge erhielt der Versicherer Helvetia Deutschland das Prädikat „Top Employer“.

> weiterlesen
Listing

15.12.2023 Branche

Signal Iduna stärkt Bearbeitungskapazitäten zum Jahreswechsel

Eine deutlich gestiegene Zahl von Schadeneingängen macht der Signal Iduna zu schaffen. Nach einem schriftlichen Appell des Exklusivvertriebs an den Vorstand des Konzerns gibt das Unternehmen seine Pläne für das kommende Jahr zur weiteren Verbesserung von Prozessen und Personalproblemen bekannt. Ob Leistungsabrechnungen von Krankenversicherten oder Schadenregulierung – die Maßnahmen sollen schnellstmöglich greifen.

> weiterlesen