02.03.2021 Branche

Provinzial: Nach Fusion auf Wachstumskurs

2020 war das erste Geschäftsjahr des aus dem Zusammenschluss von Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland entstandenen Provinzial Konzerns. Es verlief durchaus erfolgreich: Trotz Pandemie verzeichnete das Unternehmen ein Beitragsplus.

Die Provinzial Holding AG in Münster ist die Konzernmutter der fusionierten Versicherungsgruppe. (Foto: Provinzial NordWest)
Die Provinzial Holding AG in Münster ist die Konzernmutter der fusionierten Versicherungsgruppe.
(Foto: Provinzial NordWest)

Der fusionierte Provinzial-Konzern blickt nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches erstes Geschäftsjahr zurück. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen der Versicherungsunternehmen des Provinzial-Konzerns 2020 um 1,1 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Das ist mehr als im Gesamtmarkt, der nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nur ein Plus von 0,7 Prozent zu erwarten hat. Das Konzernergebnis wird wegen der Fusion erst im Frühjahr feststehen, wie ein Sprecher auf VP-Nachfrage mitteilte. Aber auch hier ist die Erwartung positiv: „Wir werden ein stabiles und gutes Ergebnis zeigen, auch trotz der außerordentlichen Belastungen durch die Fusionsaufwendungen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Provinzial, Dr. Wolfgang Breuer.

Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft legt zu

 

Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft erreichten die Provinzial-Gesellschaften insgesamt eine Beitragssteigerung von 3,8 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro und übertrafen damit den Komposit-Markt. Für den rechnet der GDV nur mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 2,3 Prozent. Gegenüber dem schadenarmen Vorjahr stiegen die Schadenaufwendungen im Geschäftsjahr 2020 leicht. Dies sei vor allem auf die Februarstürme „Sabine“ und „Victoria“ sowie einige Großschäden zurückzuführen. „Unsere Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) wird aber mit voraussichtlich 84 Prozent deutlich unter dem erwarteten Branchenschnitt von 89 Prozent liegen,“ so Breuer.

In der Lebensversicherung verringerten sich die Beitragseinnahmen um insgesamt 2,7 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro. Der Markt dürfte laut GDV lediglich auf ein Minus von 0,4 Prozent kommen. Zumindest konnte die Provinzial Rheinland die Beitragseinnahmen steigern. Die Provinzial NordWest verzeichnete dagegen einen Rückgang, vor allem aufgrund des volatilen Einmalbeitragsgeschäfts.

Service trotz Homeoffice

 

Die Herausforderungen der Corona-Pandemie hat die Provinzial nach eigener Einschätzung gut bewältigt. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie arbeiteten bis zu 80 Prozent der Mitarbeiter aus dem Homeoffice. Im Vertrieb würden die digitalen Beratungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zum Kunden intensiv eingesetzt. „Alle unsere Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner in den Regionen und alle Mitarbeitenden an den Konzernstandorten haben mit großem Engagement zur guten Konzernentwicklung beigetragen. Auch in schwierigen Zeiten sind wir ein verlässlicher Partner und konnten durch eine tadellos funktionierende Technik in vollem Umfang weiter für unsere Kundinnen und Kunden da sein“, so Provinzial-Chef Breuer.

Provinzial

Der Provinzial Versicherungskonzern gehört mit Gesamtbeitragseinnahmen von über sechs Milliarden Euro zu den großen deutschen Versicherungsgruppen. Er ist aus der Fusion von Provinzial Nordwest (Münster) und Provinzial Rheinland (Düsseldorf) entstanden, die zum 1. Januar 2020 rückwirkend wirksam wurde. Im Geschäftsgebiet des Konzerns im Norden und Westen Deutschlands leben rund 26 Millionen Einwohner. Die Regionalversicherer des Konzerns sind fest im Rheinland, Westfalen, Lippe, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Rheinland-Pfalz verwurzelt.


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