29.02.2024 Branche

R+V berappelt sich

Nach einem schwachen  Vorjahr hat die genossenschaftliche R+V-Gruppe 2023 wieder ein Beitragwachstum geschafft. Begünstigt insbesondere vom Rückversicherungsgeschäft, legte der Umsatz um 1,5 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro zu. Dagegen stagnierte das Erstversicherungsgeschäft. Dank des guten Kapitalanlageergebnisses hat sich der Vorsteuergewinn aber offenbar verfünffacht.

R+V-Zentrale: Die schwächelne Lebensparte macht den Wiesbadenern nach wie vor zu schaffen. (Foto: R+V)
R+V-Zentrale: Die schwächelne Lebensparte macht den Wiesbadenern nach wie vor zu schaffen.
(Foto: R+V)

Der genossenschaftliche Versicherer R+V sieht sich „zurück auf dem Wachstumspfad”. Nach einem Rückgang im Jahr 2022 sind die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro gestiegen. Das Wachstum stammt vor allem aus der aktiven Rückversicherung – hier stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Zufrieden war man auch mit der Entwicklung der italienischen Tochtergesellschaft Assimoco, wo die Eröse um 13,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zulegten. Zahlen der Konzernmutter DZ Bank zufolge hat ihre Versicherungstochter einen Vorsteuergewinn von einer Milliarde Euro erzielt – nach 187 Millionen im Jahr 2022. Hintergrund ist das kräftig gestiegenes Kapitalanlageergebnis. 


Eine halbe Milliarde Euro weniger Einmalbeiträge



In der deutschen Erstversicherung schwächelt der Konzern dagegen etwas. Das gilt vor allem für die Lebensversicherungssparte. So gingen die Beitragseinnahmen in der Lebens- und Pensionsversicherung um 5,6 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zurück. Mit dieser Entwicklung bewege sich die R+V ungefähr auf Marktniveau, so die Wiesbadener. Vor allem ein rückläufiges Einmalbeitragsgeschäft trug demnach zum Umsatzrückgang bei. Mit Einmalbeiträgen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro lag die R+V um 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im gesamten Markt verringerten sich die Einmalbeiträge sogar um 16,1 Prozent. Im Geschäft gegen laufenden Beitrag legte der genossenschaftliche Versicherer dagegen um 1,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu, während der Markt hier leicht schrumpfte.


Kranken- und Schadenversicherung mit deutlichem Plus



Die R+V Krankenversicherung setzte im vergangenen Geschäftsjahr ihren überdurchschnittlichen Wachstumskurs fort. Die Beitragseinnahmen stiegen um 6,7 Prozent auf 906 Millionen Euro. Die Anzahl der versicherten Personen erhöhte sich um sieben Prozent auf 1,7 Millionen. Die R+V konnte sowohl bei den Vollversicherten (+2,9 Prozent auf rund 71.000) als auch bei den Zusatzversicherten (+7,1 Prozent auf fast 1,6 Millionen) zulegen. 2023 war außerdem ein erfolgreiches Jahr für die betriebliche Krankenversicherung, die bei den Beitragseinnahmen um 4,6 Prozent auf 175 Millionen Euro zulegte.

Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft kam die R+V im Geschäftsjahr 2023 mit einem Plus von 5,6 Prozent insgesamt auf ein Beitragsvolumen von 7,1 Milliarden Euro. Dazu hätten alle Sparten beigetragen. Im Privat- wie im Firmenkundengeschäft legte die R+V um jeweils mehr als sieben Prozent zu. In ihrer größten Sparte, der Kfz-Versicherung, stiegen die Beitragseinnahmen um 2,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Aus einem erhöhten Absicherungsbedarf in der Kreditversicherung resultierte ein Umsatzzuwachs von neun Prozent auf knapp 700 Millionen Euro. Auch die Beitragseinnahmen in der Wohngebäudeversicherung erhöhten sich um 14,7 Prozent auf 647 Millionen Euro. 

R+V-Chef fordert Stärkung der privaten Altersvorsorge



2024 bleibt aus Sicht des Konzerns von großer Unsicherheit geprägt. „Wir sind für das Gesamtjahr dennoch vorsichtig optimistisch und hoffen auf ein Wachstum auf Branchenniveau“, sagte R+V-Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger, der auch Präsident des Branchenverbands GDV ist. Die Versicherungswirtschaft rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,8 Prozent. Ein Lichtblick seien die sinkende Inflation und eine für den Jahresverlauf 2024 prognostizierte leichte Konjunkturerholung. „Von der Politik erwarten wir in diesem Jahr ein deutliches Signal zur Stärkung der privaten Altersvorsorge“, betont der R+V-Chef. Dies sei dringend notwendig, da die gesetzliche Rente bekanntermaßen nicht ausreiche, um Versorgungslücken zu schließen und die Menschen vor Altersarmut zu schützen.

 


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