09.06.2021 Branche

SIGNAL IDUNA: Starkes Jahr trotz hoher BSV-Zahlungen

In der Betriebsschließungsversicherung ging die SIGNAL IDUNA 2020 einen Sonderweg, der viel kostete. Gleichzeitig wurde Geld durch deutlich geringere Leistungen in der Krankenversicherung gespart. Unter dem Strich steht ein ordentliches Plus beim Wachstum von 3,2 Prozent und ein Rekordniveau bei der Ausschüttung für Kunden.

Der Vorstand der SIGNAL IDUNA-Gruppe stellte sich bei der Bilanzpressekonferenz den Fragen der online zugeschalteten Journalisten. (Foto: SIGNAL IDUNA)
Der Vorstand der SIGNAL IDUNA-Gruppe stellte sich bei der Bilanzpressekonferenz den Fragen der online zugeschalteten Journalisten.
(Foto: SIGNAL IDUNA)

Monitore und Kabel, so weit das Auge reicht: Online-Bilanzpressekonferenzen in Corona-Zeiten sind ein enormer technischer Aufwand. So auch bei der SIGNAL IDUNA in Dortmund. Das Bild passt, denn die gute technische Ausstattung sowie eine konsequente Digitalisierung von Dokumenten hätten einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Versicherungsgruppe im Jahr 2020 geleistet, so Ulrich Leitermann, Vorsitzender der Vorstände der SIGNAL IDUNA-Gruppe: „Dank unserer Digitalisierungsanstrengungen schon im Vorfeld konnten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab März letzten Jahres innerhalb einer Woche zu etwa 80 Prozent von zu Hause arbeiten. Unser Exklusivvertrieb stand jederzeit für Beratungen – auch remote – zur Verfügung. Das hat sich sehr positiv auf das Vertriebsergebnis und die Beitragseinnahmen ausgewirkt.“

Gutes Wachstum, aber stark schrumpfender Überschuss

 

Und tatsächlich: Die gebuchten Bruttobeiträge der Gruppe stiegen im Marktvergleich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent von 5,9 auf 6,1 Milliarden Euro. Das Gesamtergebnis betrug 873,7 Millionen Euro (Vorjahr: 675,2 Millionen Euro). In der Folge stieg auch die Ergebnisverwendung für Kunden drastisch um 53,5 Prozent auf 739,9 Millionen Euro (2019: 482,1 Millionen Euro). Gleichzeitig gingen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle von 5,2 auf 5,0 Milliarden Euro zurück. Der Jahresüberschuss wiederum sank deutlich um 54 Prozent auf 48,5 Millionen Euro.

Kostenrückgang in der Krankenversicherung

 

 „Es gibt verschiedene Effekte, die eindeutig auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Die Schäden sind in einigen Bereichen spürbar gesunken. Durch die insgesamt geringeren Aufwendungen für Versicherungsfälle, vor allem in der Krankenversicherung, liegt die Ergebnisverwendung für unsere Kunden – also die Stärkung der Rückstellungen – auf einem Rekordniveau“, sagt Leitermann. Auf VP-Nachfrage erklärte ein Sprecher, dass sich hier vor allem deutlich geringere Leistungsausgaben für Krankenhausaufenthalte als unmittelbare Folge der Corona-Krise ausgewirkt hätten.

Sonderweg in der BSV kostet 50 Millionen Euro

 

Dem standen hohe Aufwendungen in der Betriebsschließungsversicherung von 50 Millionen Euro entgegen – bei Prämieneinnahmen in Höhe von nur 500.000 Euro. Die SIGNAL IDUNA, die viele Handels- und Handwerksbetriebe im Bestand hat, war hier einen Sonderweg gegangen und hatte einen Großteil der Fälle individuell reguliert. Insgesamt sei man so bislang mit 88 Prozent der betroffenen BSV-Kunden zu einem Ergebnis gekommen. Leitermann: „Das hat unseren Jahresüberschuss sehr deutlich reduziert. Uns war es aber wichtig, unseren Kunden in dieser Ausnahmesituation schnell und unbürokratisch zu helfen.“

Leben-Sparte: Gutes Neugeschäft macht Hoffnung

 

Das Wachstum wird außer von der Krankenversicherung (plus 4,3 Prozent auf 3,06 Milliarden Euro) auch von der Komposit-Sparte getragen. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 4,5 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Dafür schwächelte die Leben-Sparte – ein Trend, der 2020 allerdings auch den Gesamtmarkt traf. Die Beitragseinnahmen der SIGNAL IDUNA Lebensversicherung a. G. sanken im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Ein Grund sei gewesen, dass viele Kunden ihre Verträge beitragsfrei gestellt hätten, so der Unternehmenssprecher gegenüber dem VP. Allerdings wuchs das Neugeschäft 2020, gemessen in laufendem Beitrag, um 21,5 Prozent auf 103,6 Millionen Euro.

Auch die Entwicklung im laufenden Jahr sei positiv, berichtete Vorstandschef Leitermann. Im ersten Quartal 2021 stiegen die Betragseinnahmen um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Vertriebsergebnis stieg in diesem Zeitraum sogar um 12,7 Prozent. Das erste Quartal 2021 sei damit das stärkste in der Geschichte der Versicherungsgruppe. Auch in der Lebensversicherung erwarte man spätestens übernächstes Jahr den Turnaround.


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