01.04.2022 Branche

W&W-Gruppe wetzt Scharte aus

Nach einem relativ schwachen 2020er-Ergebnis hat die Wüstenrot&Württembergische Gruppe (W&W) 2021 mächtig aufgedreht. Das Kozernergebnis wuchs um zwei Drittel auf 352,2 Millionen Euro.

Erfolg. Der Konzern aus Wüstenrot und Württembergischer Versicherung (hier die Zentrale in Stuttgart) hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. (Foto: W&W-Gruppe)
Erfolg. Der Konzern aus Wüstenrot und Württembergischer Versicherung (hier die Zentrale in Stuttgart) hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt.
(Foto: W&W-Gruppe)

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn deutlich gesteigert. Der Überschuss wuchs nach Unternehmensangaben um 67 Prozent auf 352,2 Millionen Euro. „Die W&W-Gruppe hat sich 2021 deutlich besser entwickelt als zu Jahresbeginn absehbar“, sagt der Vorstandsvorsitzende Jürgen A. Junker. Sowohl bei der Schaden- und Unfallversicherung als auch im Bereich der Personenversicherungen legten die Beitragseinnahmen zu. Das Netto-Bausparneugeschäft sank um knapp vier Prozent auf zehn Milliarden Euro. „Da die Branche insgesamt rund sechs Prozent verlor, erhöhte sich der Marktanteil von Wüstenrot leicht von 13,4 auf 13,7 Prozent", teilte das Unternehmen mit.

Verbesserte Schaden-Kosten-Quote



Die W&W-Gruppe verbuchte 2021 teilweise deutliche Zuwächse. In der Schaden-/Unfallversicherung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 6,7 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro. Wie im Vorjahr war das Firmenkundengeschäft hier einer der Wachstumstreiber. Die Schaden-Kosten-Relation (Combined Ratio) verbesserte sich trotz der Belastungen durch die hohen Elementarschäden um 1,3 Prozentpunkte auf 87,7 Prozent. Neben der weitgehenden Rückversicherung der Unwetterschäden wirkte sich auch eine moderate Entwicklung der Kfz-Schäden aus, da die Menschen pandemiebedingt weniger mobil waren. In der Personenversicherung stiegen 2021 die Bruttobeiträge weiter um vier Prozent auf 2,54 Milliarden Euro, wozu sowohl die Lebens- als auch die Krankenversicherung beitrugen. Der Neubeitrag erhöhte sich sogar um 16,1 Prozent, getragen vom Lebensversicherungsgeschäft.


Rekord bei Baufinanzierung



Erneut stark habe das Kreditneugeschäftsvolumen in der Baufinanzierung (inklusive Vermittlungen an Partnerbanken) im Geschäftsfeld Wohnen zugelegt. Es wuchs 2021 um 12,5 Prozent auf 6,85 Milliarden Euro. Das fünfte Jahr in Folge wurde damit ein Rekordwert erzielt. Die Nachfrage nach privatem Wohneigentum blieb hoch, ebenso investierten Immobilienbesitzer in die energetische Ertüchtigung ihrer Objekte, unterstützt durch staatliche Förderprogramme. Beeinträchtigungen ergaben sich unter anderem aus coronabedingten Restriktionen sowie durch die hohe Auslastung von Handwerksbetrieben und steigende Materialpreise.


Erfolgreiches Digital-Investment



Der Digitalversicherer „Adam Riese“ konnte im Jahr 2021 die Kundenzahl um knapp ein Drittel weiter steigern und kommt aktuell auf rund 250.000 Kunden, die aus sieben Versicherungsprodukten wählen können. In diesem Jahr wurde das Angebot um eine E-Scooter-Versicherung erweitert, um den Trend zur E-Mobilität im Leistungsangebot abzubilden. „Adam Riese hat sich geradezu zum Musterbeispiel für eine erfolgreiche Inniovation im Online-Versicherungsgeschäft entwickelt", sagt Jürgen A. Junker. 

Aktionärinnen und Aktionäre sollen eine konstante Dividende von 65 Eurocent je Aktie erhalten – auf Basis des aktuellen Kurses entspricht das einer Rendite von 3,5 Prozent. Im laufenden Jahr erwartet der Konzerrn einen Überschuss von etwa 250 Millionen Euro. Besonders im Fokus stehen laut Vorstandschef Junker die Themen Fachkräftegewinnung und Nachhaltigkeit.


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